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Eleganter Gleiter – Test und Video ASW 28 von Robbe Modellsport

von rc-modellscout vom 10. Mai 2014
Artikel-ID: Robbe-Test-0015 Rubrik: Flächenmodelle
Hersteller: robbe Modellsport GmbH & Co.KG

In den letzten Jahren hat Robbe sein Programm an hochwertigen Segelflugmodellen ‚Fiberline‘ kontinuierlich erweitert. Wir haben uns die ASW 28 in Voll-GFK mit einer Spannweite von 3m angesehen und intensiv geflogen.

Modellsegelflug ist eine spezielle Sparte im Flugmodellbau. Lautloses und antriebsloses Gleiten auf der Suche nach dem nächsten Aufwind übt einen besonderen Reiz aus. Egal ob am Hang im schnellen Aufwind oder in der Ebene im Schlepp. Die Auswahl an verfügbaren Modellen ist ziemlich groß. Von Oldtimerseglern bis hin zu aktuellen Mustern bietet der Markt viel.
Besonders hochwertige Segelflugmodelle sind, wie ihre modernen Vorbilder, in Voll-GFK Bauweise hergestellt.  Robbe Modellsport hat mit seiner Fiberline eine ganze Reihe in Voll-GFK Segelflugmodellen in unterschiedlichen Größen im Programm.
Ich wollte ein etwas kleineres Modell eines modernen Musters mit günstigen Transportmaßen, das sich gleichermaßen für Hang und Schlepp eignet. Die sehr moderne ASW 28 mit der wuchtigen Rumpfkeule und den auffälligen Winglets ist dabei mein persönlicher Favorit. Meine Wahl viel auf die 3 Meter Variante der ASW 28 mit eingebautem Einziehfahrwerk. Für dieses Modell sind immerhin 679 Euro (UVP) fällig. Zu diesen Kosten kommen dann auch noch Kosten für die elektronische Ausrüstung, die nochmals, je nach gewählten Komponenten,  mit bis zu 780 Euro UVP zu Buche schlagen. Insofern waren meine Erwartungen an die Qualität und die Flugeigenschaften des Modells natürlich sehr hoch.

Unboxing

Das Modell erreicht mich in einem extrem stabilen und dicken Karton. Darin sind in Styroporhalterungen und zusätzlicher Luftpolsterfolie der Rumpf, die Flächen und Leitwerke, sowie diverse Kleinteile, enthalten.
Die intensive Begutachtung  aller Teile bringt eine ganz ausgezeichnete Oberfläche ohne Makel zum Vorschein. Die unvermeidliche Rumpfnaht ist ausgesprochen fein und sauber und zeugt von hoher Qualität. Aber sie bleibt natürlich ein wenig sichtbar. Das Einziehfahrwerk mit den funktionstüchtigen Fahrwerksklappen ist absolut betriebsfertig eingebaut.  Das Fahrwerk ist ein sehr edles und CNC gefrästes Aluminium mit sauber laufenden Kulissen und guter mechanischer Verriegelung in den beiden Endlagen. Der Spant für die Fahrwerksmontage ist sauber im Rumpfboden eingeklebt. Auch die Kabinenhaube ist absolut betriebsfertig montiert. Sie passt sehr genau auf den Rumpf.
Gleiches an den Flächen. Der Gelcoat ist makellos und die Nähte an der Nasenleiste wirklich fein. Die Querruder sind mit Scharnierband bereits fertig angeschlagen. Die Störklappen sind bereits fertig eingebaut.  Die gesamte Fläche ist mit Kohlefaser unterlegt und verfügt über eine geschlossene D-Box. Diese Maßnahme versteift die Tragfläche enorm und gibt die notwendige Stabilität für den harten Einsatz am Hang oder beim Kunstflug.
Ebenso beim Höhenleitwerk. Dies ist bereits fertig für die Montage am Rumpf vorbereitet. Hier muss lediglich noch das Ruderhörnchen eingeklebt werden. Im Zubehörbeutel finden sich diverse gelaserte Holzspanten und Servohalter, sowie alle Anlenkgestänge und Kleinteile. Nur eine Schleppkupplung,  für die 8mm Bohrung in der Nase, gehört nicht zum Lieferumfang. Der Aufbau beschränkt sich also im Wesentlichen auf den Einbau der elektronischen Komponenten und den Anlenkungen.
Für Robbe sehr typisch findet sich auf eine gute und reich bebilderte Aufbauanleitung im Paket. Auch wenn die Anleitung wirklich viele Details und Informationen bereithält, so sollte man doch mit dem Aufbau von Voll-GFK Modellen etwas vertraut sein oder einen fachkundigen Berater zur Seite haben.

Elektronische Komponenten

Ein Segelflugmodell ist aus meiner Sicht besonders prädestiniert für die Verwendung von S-BUS Systemen. Ich habe die ASW 28 komplett mit acht  S-BUS2 HV Servos ausgestattet. In den Flächen werkeln vier S3174SV und im Rumpf vier S3270SVi. Die Servos sind extrem präzise und für ihre Baugröße auch schön kräftig. Die Stromversorgung übernimmt ein Robbe S-BUS Hub 4 das eine stabilisierte Spannung für den Empfänger zur Verfügung stellt und die volle 2s LiPo Spannung an die Servos schaltet. Natürlich habe ich noch einen GPS Sensor für die Vario Funktion und entsprechende Positionsinformationen verbaut.
Die S-BUS2 Servos erlauben mir die Ausschläge für jedes Ruder individuell einzustellen und z.B. die Geschwindigkeit für das Einziehfahrwerk oder die Störklappe ganz nach meinen Wünschen festzulegen. Eine einfach und extrem effektive Methode die die spätere Programmierung des Senders enorm erleichtert und verhindert, dass die Servos über etwaige mechanische Anschläge hinaus angesteuert werden. Außerdem brauche ich nur eine einfache dreiadrige Verkabelung in jede Fläche hinein. Gerade bei den recht schmalen Tragflächen der ASW 28 ein echter Vorteil, da ein Standard MPX Stecker kaum Platz in dem flachen Profil findet. Die Elektronik wird von einem 2s LiPo mit einer Kapazität von 2400 mAh versorgt. Die Kontrolle über alle Servos hat ein R7008SB FAASTest Empfänger.

Aufbau