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Schweizer Uhrwerk- Der Blade 130X mit Xtreme-Tuning von Helistyle.ch im Test

von Daniel Jelschin vom 2. Dezember 2013
Artikel-ID: Helistyle-Test-0001 Rubrik: Helikopter

Es gibt den Blade 130X von Horizon Hobby. Und es gibt den Blade130X von Helistyle.ch. Aber das einzigste, was die beiden noch gemeinsam haben, ist die Größe, sowie der Name. Unser Autor Daniel Jetschin hat diese kleine Schweizer Wunderwerk so richtig ‚rocken‘ lassen.

Der Blade 130 von Helistyle ist ursprünglichen aus dem überwiegend aus Kunststoff bestehenden, kunstflugtauglichen Massenprodukt entstanden und mutierte zu einer kompromisslose Miniatur-Kampfmaschine, welche vor Kohlefaser-und eloxierten Aluminiumteilen nur so strotzt!
Das Zauberwort Verwandlung heißt hier „Xtreme Production“,  ein fernöstlicher Tuningteile-Hersteller, welcher sich zur Aufgabe machte sämtliche Miniaturhelikopter mit edelsten Austauschbauteilen zu versorgen.
Helistyle.ch nahm es nun in die Hand, uns mit diesen besonders anspruchsvoll gefertigten Bauteilen aber auch mit Komponenten von Microheli, Rakonheli, Lynx sowie KDE zu versorgen!  Sie bieten sowohl Einzelteile, als auch zusammengestellte „Tuningbausätze“ an. In meinem Fall entschied ich mich für ein Modell, welches aus den Folgenden, bei www.Helistyle.ch erhältlichen Komponenten zusammengestellt wurde:

Microheli „X“ advanced Aluminium/Carbon Hauptrahmen
2x Hitec HS-5035HD Digital Ultra Nano Servo MH
1xHitec HS-5035HD Digital Ultra Nano Servo MH 130X reversiert
1x Eflite DS35 Heckrotorservo
Microheli DS35 Heckservohalter Aluminium
Xtreme Aluminium Heckgetriebegehäuse-Set rot
Xtreme Stahl-Kegelradsatz A&B sowie C&D
Xtreme CFK Heckrotoranlenkung
Xtreme Haupt-sowie Heckrotorblätter „tough“ rot
Xtreme Akuminium Heckblatthalterset rot
Xtreme Heckrotorwelle mit Nabe
Xtreme Aluminium Heckrotorschiebehülse
Xtreme Heckrotorantriebswelle
Xtreme Aluminium Haubenhalter rot
Xtreme DFC Anlenkungsarme
Xtreme Aluminium Taumelscheibe rot
Xtreme Aluminium Hauptrotorzentralstück rot
Xtreme Aluminium Hauptrotorblatthalter rot
Xtreme Vollcarbon Rotorwelle
Xtreme CFK Seitenleitwerk rot
Xtreme CFK Heckstrebensatz
Xtreme CFK Landegestell rot
Xtreme Stellring Hauptrotorwelle
Rakonheli Aluminium Heckstrebenhalterung rot
Xtreme Haubensatz rot
Brushlessmotor 7800KV 10g 2S Outrunner mit 12er Ritzel
Helistyle 450mAh 2S 7.4V 65C Lipo 130X

Was von dem originalen Blade130X übrig bleibt lässt sich fast an den Fingern einer Hand abzählen. Neben der Elektronik die den Spektrum Empfänger und die FBL Steuerung beinhaltet, dem Hauptzahnrad, und ein paar wenigen Kleinteilen wurde wirklich alles an der Hardware getauscht. Die beachtliche Teileliste schlägt dann allerdings mit 649 CHF (das entspricht etwa 520,- Euro) zu buche. Das ist schon eine Menge Geld für ein Microheli und belastet die Modellbaukasse nicht unerheblich.
Die Hitec-Servos für die Taumelscheibe sind kleine digitale Speedservos herkömmlicher Bauweise, im Gegensatz zu den originalen Linearservos. Ebenso das E-Flite Heckrotorservo DS35 welches das Linearservo aus dem Baukasten ersetzt.
Die Einzelteile kommen jeweils eingeschweißt in kleinen Plastiktütchen, zusammen mit einer kleinen Einbauzeichnung. Die Fertigungsqualität gerade in dieser winzigen Baugröße kann man nur als „überragend“ bezeichnen. Selbst als gelernter Feinwerkmechaniker ist mir ein Rätsel, wie man so etwas Filigranes in diesen Stückzahlen zu vergleichsweise geringen Preisen herstellen kann.
Man sollte sich zu allen Anfangs einen sauberen, gut beleuchteten Aufbauplatz schaffen, denn derartig winzige Schrauben verlangen schon fast danach, will man sie nicht bei der kleinsten Unachtsamkeit verlieren.
Uhrmachertaugliches Werkzeug, sowie gute Augen oder eine Lupenbrille sollte vorhanden sein. Das ist kein Witz!

Das Chassis kommt vormontiert aus der Schachtel, ich habe alle Schrauben nochmals nachgesichert. Der Servoeinbau geht relativ gut vonstatten, es müssen einige Schrauben aus dem Chassis entfernt werden, um an dessen Stelle die beiliegenden Haltewinkel der Hitecservos einzuschrauben. Hilfreich ist es, sich im Internet Bilder der fertig montierten Servos parat zu legen, etwas unklar ist zu Anfang die genaue Einbaulage.
Die Rotorkopfbauteile passen exakt wie vorgesehen zusammen, genau wie bei einem Heli der gewohnten großen Bauart. Natürlich sollte man genau darauf achten, alle Metall-Schraubverbindungen mit Loctite zu sichern, und mit extra viel Fingerspitzengefühl anzuziehen.
Das 12er Ritzel habe ich entfettet, und anschließend mit Loctite Fügen Welle-Nabe auf die Motorwelle des Außenläufers geklebt. Dabei sollte die Welle bündig mit dem Ritzel abschließen. Nicht wundern, der Motor besitzt ein recht starkes Rastmoment.
Zum Schluss montierte ich die Heckeinheit. Besonders viel verspreche ich mir von dem Stahl-Kegelradsatz, er sollte einiges robuster sein als der Kunststoffsatz.
Am Heckrotorgehäuse habe ich das Getriebe zwar spielfrei, aber ohne Druck eingestellt, soweit es machbar war. Vorsicht hier, denn die Heckrotorwelle sollte sich nicht verschieben lassen, ansonsten wirkt es sich auf die Steuerfolgsamkeit aus.
Die Hauptplatine wird vom original Blade übernommen. Diese befestigte ich unter dem Antriebsmotor zwischen dem Hauptrahmen, und zwar mit Tesafilm und doppelseitigem Klebeband. Die Platine passt zwar ziemlich exakt zwischen die Seitenteile, jedoch hätte ich mir hier eine eigens dafür ausgelegte Montagefläche gewünscht. 
Die Verkabelungsarbeiten gingen schnell von der Hand. Auch wenn ich keinen Preis für die schönste Kabelführung erhalten werde, ging mir hier die Zweckmäßigkeit ganz klar vor. Es ist und bleibt schließlich ein Micro-Heli und die machen naturgemäß öfters mal Bekanntschaft mit dem Boden.
Der Motor lässt sich über ein Adapterkabel direkt mit der Hauptplatine verbinden, es ist also kein externer Regler erforderlich. Für die Grundeinstellungen empfehle ich aber tunlichst, ihn vorerst noch nicht anzustecken, denn ein ungewolltes Anlaufen kann beim Programmieren zu Verletzungen, sowie bei reflexartigem Festhalten zum durchbrennen des Reglers führen.
Nachdem die Servolaufrichtungen-und Ausschläge angepasst waren, und die Kreiselwirkrichtungen stimmten, programmierte ich eine Gaskurve auf 60%, sowie auf 80% (mittlerer Punkt) als grobe Richtwerte.

Fliegen

Der vollgeladene 450mAh 2s Lipoakku von Helistyle wurde auf dem höhenverstellbaren (!) Vorbau mittels einer Schlaufe Klettband befestigt.
Beim ersten hochfahren der Drehzahl in meinem Garten bekommt man schon einigen Respekt, sie erscheint auf den ersten Blick extrem hoch, das Flugverhalten jedoch beweist, das sie in einem, für Microhelis vernünftigen, Bereich liegt. Die Kreiselempfindlichkeit am Heckrotor empfand ich einen Hauch zu viel, und justierte sie im Kreiselmenü des Boards etwas nach unten. Schon besser, das Heck schwänzelt beim Abstoppen kaum noch nach. Fast wie bei einem großen Modell, hier wird das gute Zusammenspiel der Heckrotorkomponenten deutlich.
Die eingestellten Pitchwerte wurden zwar, in Ermangelung einer Micropitchlehre, nur nach Gefühl eingestellt, der Motor zog sie aber ohne Probleme durch, und der Kleine beschleunigte Raketenartig in jede gewünschte Richtung! Die Wendigkeit ist angenehm und nicht zu hektisch. Das Modell geht mühelos durch jegliche Kunstflugfigur, der Motor hat mit dem Blade130X ein leichtes Spiel. Natürlich geht hier alles gefühlte 10-mal schneller vonstatten, als wie ich es von meinen großen 600 er oder 700er Modellen gewohnt bin, aber das schärft die Sinne ungemein und erfordern wirklich ein gutes Auge und flinke Finger.
Die Stellgeschwindigkeit der kleinen Digitalservos ist absolut ausreichend für ein Kunstflugmodell dieser Größe. Der Helistyle Blade130X hängt angenehm präzise am Knüppel.
Natürlich sind Modelle dieser Baugröße spürbar anfällig gegen Windeinflüsse, hier hilft nur auf zahme Windverhältnisse zu warten, oder aber die Sporthallen der Umgebung unsicher zu machen. Hierfür ist der Blade130X dann nämlich wie geschaffen!
Knappe 3 Minuten ging der Spaß, dann machten stärkere Leistungseinbrüche darauf aufmerksam, dass die Kapazität des 2-Zelligen Lipoakkus demnächst dem Ende entgegengeht. Aber länger hält man dem Adrenalinkick der kleinen Kampfmaschine auch nicht stand. Die Wärmeentwicklung aller Komponenten blieb, trotz Skeptik meinerseits, völlig im Rahmen und erlaubt auch mehrere Akkus kurz hintereinander.
Das Flugverhalten des Helistyle Blade 130 kann man mit seinen Urvater nicht vergleichen. Der Helistyle Balde 130 ist etwas für Extremisten. Dabei ist das Modell ob seiner wirklich schönen Carbon und Aluteile zwar eine echte Augenweide, aber er ist kein Poser sondern Leistungssportler der nach einem erfahrenen Piloten verlangt.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, das der kleine Xtreme-Blade nicht nur optisch gut dasteht, sondern auch fliegerisch richtig was hermacht. Der Motor bietet noch mal ein deutliches Plus an Leistung gegenüber dem Baukastenmotor, leistungsstarke Antriebsakkus sind natürlich Vorraussetzung. Jedoch kommen dann auch hartgesottene Adrenalinjunkies auf ihre Kosten!
Die Crashfestigkeit dieses Edelmodells musste ich bisweilen noch nicht auf die Probe stellen, es wäre jedoch auch wirklich Schade darum.

-> Link zur Seite des Herstellers

Technische Daten:

• Rotordurchmesser: 325 mm
• Heck: 76 mm
• Länge: 305 mm
• Breite: 51 mm
• Höhe: 122 mm

Features:

• Brushless-Antrieb
• AS3X-Flybarless
• Starrantrieb

 

Wo kaufen?

Bezug: helistyle.ch
Preis: 649,00 CHF (ca. 520 Euro) (UVP)
Online-Shop: http://www.helistyle.ch

 

 

Gut

• ExtremeFlugeigenschaften
• unglaublich kraftvoller Brushless-Antrieb
• extrem gute Steuerpräzision
• sehr edle Optik

 

Weniger gut

• hoher Preis für ein Microheli

Kontaktdaten Hersteller:

Helistyle GmbH
Felsenaustrasse 71
8200 Schaffhausen
http://www.helistyle.ch

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.9 (9 Bewertungen)

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