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Einsteigen leicht gemacht – Test und Video Apprentice S 15e von Horizon Hobby

von Thorsten Möller vom 29. Oktober 2013
Artikel-ID: Horizon-Test-0007 Rubrik: Flächenmodelle

Die Apprentice s 15e von Horizon Hobby ist schon seit einiger Zeit auf dem Markt. Der Name Apprentice kommt aus dem Englischen und bedeutet „Auszubildender, Anfänger oder Neuling“. Folglich wird die Apprentice S 15e als Einsteigermodell beworben und soll den Einstieg in unser schönes Hobby erleichtern. Um den Einstieg noch leichter zu machen, hat Horizon Hobby das Modell überarbeitet. Dabei hat insbesondere die Elektronik einen Quantensprung durch die Einführung des SAFE Systems erfahren. Thorsten Möller hat das wirklich hübsche Einsteigermodell für Euch intensiv geflogen und berichtet.


Auspacken

Das Komplettpaket ist für 299,00 € erhältlich. In dem großen Karton sind alle Teile enthalten, um die Apprentice S 15e in die Luft zu bekommen. Sorgfältig verpackt befinden sich der Rumpf, die Tragflächenhälften, die Leitwerke, das Fahrwerk, die Fernsteuerung, der Antriebsakku sowie das Ladegerät im Karton. Der Rumpf und die Tragflächenhälften  bestehen aus Z-Schaum. Hier sind bereits alle Elektronik Komponenten sauber und sorgfältig vom Hersteller eingebaut. Der Antrieb besteht aus einem Brushless-Außenläufer und dem dazugehörigen 30A Regler. Die Ansteuerung der Querruder und des Höhenleitwerkes übernehmen 13g schwere digitale Microservos. Da das Seitenruder mit dem lenkbaren Bugfahrwerk gekoppelt ist übernimmt ein 37g schweres Standardservo die Ansteuerung des Seitenruders. Alle hierfür benötigten Anlenkungen sind genau passend vom Hersteller montiert. Im Gegensatz zum Material des Rumpfes und der Tragflächen bestehen das Seitenruder und das Höhenruder aus einem stabilen Hartschaum, wobei das Höhenruder noch mit zwei eingesetzten „Holmen“ verstärkt ist. Dies alles wird perfekt abgerundet durch einen sorgfältig aufgebrachten Dekorbogen.

Montage der Apprentice S 15e

Dass die Montage nicht wirklich umfangreich und kompliziert ist, kann man schon daran erkennen, dass in der Bedienungsanleitung die Montage lediglich auf zwei DIN A4 Seiten beschrieben ist. Hierfür reicht ein 10‘er Gabelschlüssel, ein kleiner Kreuzschlitzschraubendreher und ein Cutter Messer aus.

Die Montage beginnt mit dem Fahrwerk. Dafür muss die bereits montierte Motorhaube und der Propeller entfernt werden, um das Bugfahrwerk befestigen zu können.   
Als nächstes montiere ich das fertig gebogene Hauptfahrwerk in den dafür vorhergesehenen Schlitz im Rumpf. Dazu drücke ich den Bügel des Hauptfahrwerkes ein wenig zusammen und führen den Bügel in den Schlitz des Rumpfes. Im Anschluss daran werden wieder die Motorhaube und der Propeller montiert. Als nächstes widme ich mich dem Höhen- und dem Seitenleitwerk. Diese bestehen aus einer Hartschaum-Plastik-Konstruktion. Das Seitenleitwerk besitzt zwei Kunststoffstifte, die durch zwei vorgefertigte Bohrungen des Höhenleitwerkes gesteckt und dann in den Rumpf eingeführt werden. Anschließend sicher ich das Ganze mit zwei Schrauben, die durch die Rumpfunterseite in die Kunststoffstifte eingeschraubt werden. Nachdem die Gabelköpfe des Seiten- und Höhenruders eingehängt sind, steht der Rumpf mit den Leitwerken betriebsfertig auf dem Tisch. Im Karton befinden sich jetzt noch die beiden Tragflächenhälften. Die Bauanleitung sieht vor, die Tragflächenhälften mit zwei beiliegenden Plastikabdeckungen im Bereich der Nasenleiste sowie der Endleiste zusammenzukleben. Hierfür sind die Plastikabdeckungen jeweils mit einem Streifen doppelseitigen Klebeband versehen. Führt man diesen Bauabschnitt wie in der Bauanleitung beschrieben durch, so entsteht ein einteiliger Flügel. Das gefällt mir nicht so gut, da die Transportfreundlichkeit der Apprentice S 15e darunter leiden würde. Für das Testmodell wurde entschieden, die Plastikabdeckungen in der Mitte zu teilen und die entstandenen 4 Plastikteile einzeln auf die Flächen zu kleben. Dadurch bleibt die Tragfläche zweiteilig und ist wesentlich einfacher zu transportieren und zu lagern. Nach einhängen der Gabelköpfe an die Querruderanlenkungen ist die Montage der Apprentice S 15e erledigt. Bevor es jetzt zum Fliegen geht, ist es ratsam sich mit der Bedienungsanleitung zu beschäftigen. Diese bietet sehr viele allgemeine Tipps zum Fliegen eines Modells und natürlich auch eine ausführliche Erklärung des SAFE Systems.

Was ist das SAFE-System?

SAFE steht für „Sensor Assisted Flight Envelope“. Hierhinter verbirgt sich eine Flugunterstützung, die mit Hilfe von Sensoren die Fluglage des Modells kontrolliert. Dabei handelt es sich nicht um einen Autopiloten, der das Modell komplett autark fliegt, sondern SAFE begrenzt die möglichen Fluglagen des Flugmodells. Der Pilot muss das Flugmodell also selbst aktiv steuern. Das System verfügt über drei voreingestellte Flug-Modi. Einen für Anfänger, einen für Fortgeschrittene und einen für Experten. Diese Modi werden über einen 3-Positions-Schalter der Fernsteuerung gesteuert, so dass ein Umschalten auch während des Fluges jederzeit möglich ist.

Gerade Einsteiger haben häufig Probleme Flugmodelle feinfühlig zu steuern. Durch heftige Steuerreaktionen kann es zu Fluglagen kommen, die ein Anfänger nicht mehr kontrollieren kann. Ein Absturz ist dann meistens die Folge. Durch den Einsatz von SAFE soll dies verhindert werden. SAFE erlaubt dem Flugmodell nur bestimmte maximale Fluglagen einzunehmen, egal was und wie der Pilot steuert. Dies geschieht in Abhängigkeit des ausgewählten Flug Modes. Im Anfänger Mode werden Schräglagen(Querruder), sowie Steigen und Sinken(Höhenruder) des Flugmodells laut Anleitung auf ca. 20 Grad beschränkt. Das Flugmodell kann also keine anderen Fluglagen als in diesem Bereich einnehmen, egal wie heftig die Knüppelbewegungen am Sender sind. Außerdem bringt SAFE das Flugmodell wieder in eine neutrale Fluglage, wenn die Steuerknüppel auf Neutral gestellt werden oder einfach losgelassen werden. Dann stabilisiert sich das Modell automatisch, vorausgesetzt das Modell hat noch eine Mindestflughöhe.

Steht der 3-Positions-Schalter in der mittleren Position, dann ist der Fortgeschrittene Mode aktiviert. Dieser Mode vergrößert den Fluglagenbereich des Flugmodells. Schräglagen, Steigen und Sinken beschränkt SAFE jetzt auf ca. 45 Grad.
Im Expertenmode ist die Fluglagenbegrenzung nicht mehr aktiv. Das Flugmodell kann jetzt in jeden möglichen Flugzustand gesteuert werden. In diesem Mode sind nur das Flugmodell selbst und der Pilot der limitierende Faktor. Des Weiteren verfügt SAFE über einen „Panik-Stabilisierungs-Mode“. Dieser Mode wird über einen weiteren Taster (Paniktaster) an der Fernsteuerung aktiviert. Aktiviert der Pilot diesen Mode und lässt dabei die Steuerknüppel los, so bringt SAFE das Flugmodell bei ausreichender Höhe und keinen Hindernissen im Weg (z.B. Bäume) in einen stabilen Geradeausflug. Wird der Panikschalter losgelassen, ist der gewählte Flugmode wieder aktiv und der Pilot steuert das Flugmodell. Dieses Feature kann Einsteigern, aber auch geübten Piloten vor einem Crash des Flugmodells bewahren.

 

Get Ready

Zum Fliegen wird die Tragfläche mit den beiliegenden Gummibändern auf dem Rumpf befestigt. Dann muss zuerst die Fernsteuerung eingeschaltet, sowie der Flugakku im Akkuschacht mit den vormontierten Klettkabelbindern gesichert und an den Regler angeschlossen werden. Erst jetzt darf der Ein-Aus Schalter des Modells eingeschaltet werden. Dazu muss die Apprentice S 15e auf ebenen Untergrund absolut still stehen, da sich zuerst das SAFE System initialisieren muss. In dieser Phase bewegen sich die Ruder und gehen dann anschließend in die Neutralposition. Damit wird angezeigt, dass sich das SAFE System initialisiert hat und betriebsbereit ist. Allerdings ist das SAFE System erst aktiv, wenn der Gashebel über 25% des Gesamtweges bewegt wird. Das SAFE System bleibt danach während des gesamten Fluges aktiv. Nun steht einem Start nichts mehr im Wege.

 

Fliegen

Bei Aktivierung des Anfänger-Mode macht sich das SAFE System am deutlichsten bemerkbar. Die Fluglagenbegrenzung erlaubt wie bereits erwähnt keine Schräglagen oder Steig- und Sinkflüge  von mehr als 20 Grad.

Der Start gelingt einfach. Langsam Gas geben und die Apprentice S 15e beschleunigt auf der Graspiste bis ein leichter Zug am Höhenruder sie in ihr Element befördert. Durch die Fluglagenbegrenzung ist das Modell nur relativ weiträumig zu fliegen, da enge Kurven durch SAFE verhindert werden. Windböen und Turbulenzen steuert SAFE eigenständig aus, so dass sich darum der Pilot nicht kümmern muss. Es kommt für mich daher der Eindruck auf, dass ich hier ein Großmodell fliege. So ruhig und behäbig fliegt die Apprentice S 15e. Wobei behäbig nicht negativ gemeint ist, da hiermit beste Voraussetzungen geschaffen werden, um Einsteigern Erfolgserlebnisse zu bescheren. SAFE lässt die Flüge nicht in Hektik und Stress ausarten und gibt damit dem Piloten mehr Zeit für Steuerentscheidungen.

Etwas agiler wird die Apprentice S 15e wenn man vom Anfänger in den Fortgeschrittenen- Mode schaltet. Im Gegensatz zum Anfänger-Mode muss die Apprentice S 15e  in dem Fortgeschrittenen-Mode nun feinfühliger durch den Pilot gesteuert werden. Hierdurch erweitert der Einsteigerpilot kontinuierlich seine Steuerfähigkeiten. Die Apprentice S 15e kann jetzt dynamischer geflogen werden, aber Kunstflugfiguren sind noch nicht möglich. Sollte es zu einer Überforderung des Piloten kommen, kann dieser jederzeit zurück in den Anfänger-Mode schalten.

Im Experten-Mode zeigt die Apprentice S 15e ihre ganzen Fähigkeiten, da jetzt die Fluglagenbegrenzung ausgeschaltet ist. Nun können mit dem Hochdecker Rollen, Loopings, Turns, Rollenkreise und viele weiter Kunstflugfiguren geflogen werden. Die Leistung, die der Antrieb zur Verfügung stellt, ist dafür vollkommen ausreichend. Sollte der Pilot sich versteuern, kann er einfach den Panik-Stabilisierungs-Mode aktivieren und dabei die Steuerknüppel loslassen. SAFE bringt dann das Modell wieder in eine stabile Fluglage. Und dies funktioniert in der Praxis einfach großartig! Ohne viel Höhenverlust bringt SAFE den Hochdecker jederzeit wieder in eine ruhige stabile Fluglage. Es stellte sich während einem der Testflüge die Frage, ob die Apprentice S 15e alleine mit dem Panik-Stabilisierungs-Mode ohne Eingreifen des Piloten sicher landen würde. Also wurde das Modell gegen den schwachen Wind gedreht, der Motor ausgeschaltet und der Panikschalter dauerhaft gedrückt. SAFE steuerte nun das Modell alleine in einem flachen lang gestreckten Gleitflug Richtung Erdboden und landete die Apprentice S 15e zwar etwas holprig, aber ohne Gefahr für das Modell, auf dem Flugfeld. Diese Möglichkeit der Landung ist für Einsteiger eine große Hilfe, da die Landung bekanntlich zu den schwersten Flugmanövern gehört. Voraussetzung für diese automatischen Ladungen ist aber ein großes Flugfeld ohne Hindernisse. Flugzeiten bis zu 15 Minuten sind mit dem mitgelieferten Akku möglich.

Beherrscht der Pilot die Apprentice S 15e, kann er das Einsatzspektrum durch den Kauf des Schwimmersatzes erweitern. Hier sind alle Teile enthalten, um das Modell zum Wasserflugzeug umzurüsten. Die Montage geht mit der beiliegenden Bauanleitung und den passgenauen Komponenten schnell und problemlos von statten. Bereits nach ca. 45 Minuten steht die Apprentice S 15e als Wasserflugzeug auf dem Basteltisch. Im Wasser wird das Modell durch ein am linken Schwimmer befestigtes Ruder, das mit der Seitenruderanlenkung gekoppelt ist, gesteuert. So ist auch das Steuern im Wasser problemlos. Auch über dem Wasser macht das Modell eine sehr gute Figur. Starts und Landungen gelingen problemlos und das Fliegen mit Schwimmern unterscheidet sich kaum merklich von der Fahrwerksversion. Hier hatte ich im Vorfeld doch einen größeren Einfluss der Schwimmer auf das Flugverhalten vermutet. Selbst in der Wasserflugzeugversion gelingt es SAFE die Apprentice S 15e sicher im Panik-Stabilisierungs-Mode eigenständig zu landen. 

Fazit 

Die Flugeigenschaften der Apprentice S 15e sind auch ohne den Einsatz von SAFE hervorragend. Sie hat einen großen Geschwindigkeitsbereich und kann sehr langsam geflogen werden. Für den Einsteiger ergeben sich mit dem Einsatz von SAFE ganz neue Möglichkeiten in dieses Hobby einzusteigen, auch ohne die Begleitung durch einen erfahrenen Piloten. Hat ein Einsteiger bereits Erfahrungen mit einem Modellflugsimulator gesammelt, dann sollte eigentlich bei den ersten Flügen nichts schief gehen. Im Zusammenspiel mit SAFE ergibt sich ein Gesamtpaket für Einsteiger, das das Prädikat „Hervorragend geeignet für den Einstieg in den Flugmodellsport“ verdient.

-> Link zur Seite des Herstellers

 

Technische Daten:

Spannweite 1500 mm
Antrieb: 15er 840Kv Brushless, installiert
Regler: 30A E-Flite
Servos: 4 enthalten
Länge: 1080 mm
Gewicht: 1390 g
Akku: 3S 3200mAh LiPo, enthalten
Sender:  Spektrum DX5e

 

Wo kaufen?

UVP € 299,99
Über den Fachhandel

 

 

 

Gut

  • Hervorragende Flugeigenschaften
  • SAFE Technology sehr wirkungsvoll
  • Starker und leiser Antrieb
  • Lange Flugzeiten
  • Umrüstbar zum Wasserflugzeug

 

Weniger gut

 

  • Tragfläche serienmäßig einteilig

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Horizon Hobby GmbH
Christian-Junge-Str. 1
25337 Elmshorn
Telefon: 04121/2655-0
Email: info@horizonhobby.de
Internet: http://www.horizonhobby.de

 

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