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Upside down – Test und Video Blade Nano QX 3D von Horizon Hobby

von rc-modellscout - Bilder und Video Marcus Grohme vom 4. April 2015
Artikel-ID: Horizon-Test-0036 Rubrik: Helikopter

Mit dem Blade Nano QX 3D hat Horizon Hobby die Evolution des bekannten Nano QX vorgestellt und seiner kleinen Quadrokopter Allzweckwaffe auch den Kopfstand beigebracht. Ein Spaß für drinnen und draußen den wir uns natürlich genau angeschaut haben und für euch mal so richtig auf den Zahn gefühlt. Ob er überzeugen kann und wie der kleine Kopter fliegt haben wir für euch ausprobiert.

Der Blade Nano QX ist einer der am häufigsten geflogenen Modelle in meinem Hangar. Das liegt vor allem daran, dass ich ihn wirklich überall verwenden kann. Im Wohnzimmer, im Büro, in der Halle oder eben auch im Freien macht er eine gute Figur. Der kleine, leichte und preiswerte Kopter macht eben einfach Spaß.

Umso mehr habe ich mich seit der Ankündigung der Weiterentwicklung des Nano QX auf den Blade Nano QX 3D gefreut. Schon rein optisch unterscheidet er sich deutlich von seinem Vorgänger. Die 4 Rotoren sind nun als Schubpropeller ausgelegt und weisen in Normallage nach unten. Zudem werden die Propeller durch kleine Ausleger am Rahmen gut geschützt, so dass kleinere Crashs meist ohne Folgen bleiben.
Der neue Nano QX 3D kann auch fliegerisch deutlich mehr als sein Vorgänger. Nicht nur einfache Flips sind möglich – nein – sogar echter Rückenflug steht in seinem Pflichtenheft.

Das bedingt eine völlig andere Steuerungselektronik des Kopters, da im Rückenflug die Drehrichtung der Propeller blitzschnell umgekehrt werden muss. Das ist technisch gar nicht so einfach, dass die Propeller sicher und ohne Verzögerung ihre Drehrichtung ändern. Zudem muss natürlich auch die Kreiselelektronik ‚umdenken‘.
Die Antriebsmotoren sind vier kleine Bürstenmotoren, wie ich sie auch vom normalen Nano QX her kenne. Die gesamte Elektronik, der DSMX Empfänger und das SAFE System sind auf der zentralen Platine integriert, die auch gleichzeitig den Hauptrahmen bildet. Der gesamte Kopter besteht quasi aus einer Platine an dessen Auslegern die Motorhalter eingesteckt sind. Daher baucht er keine gesonderten Rahmen, was den Aufbau vereinfacht und Gewicht spart.

Für eine bessere Lageerkennung und das Fliegen im Dunkeln hat Horizon Hobby dem Blade Nano QX 3D auch eine Beleuchtung spendiert. Diese erhöht nicht nur den Spaßfaktor, sondern auch die Fluglageerkennung. Wer nun vermutet, dass der neue Blade Nano QX 3D nur etwas für Flugexperten ist, liegt falsch – Horizon Hobby preist ihn auch für Einsteiger an. Das macht zusätzlich neugierig.Der ganze Spaß wird für 99,99 Euro (UVP) für die BNF Version im Fachhandel angeboten. Im Paket findet sich neben dem Nano QX 3D noch ein 200 mAh Flug Akku, ein USB Ladegerät und ein Satz Ersatzpropeller. Im RTF Set ist dann auch noch ein entsprechender 4 Kanal DSMX Sender enthalten - dieses Paket ist für 119,99 Euro (UVP) im Fachhandel erhältlich.
Der Blade Nano QX 3D verfügt über insgesamt 3 Flugmodi. Der Stability Mode ist vor allem für den Einsteiger geeignet. Der Gasweg geht, wie bei normalen Quadrokoptern üblich, von -100 % bis +100% und es sind nur eingeschränkte Schräglagen und Nickwinkel möglich. So lässt sich das QuadroKopterfliegen einfach und ohne Frust erlernen. Das SAFE System stabilisiert dabei den Nano QX 3D ausgezeichnet. Selbst Windeinflüsse gleicht das SAFE System sauber aus und stabilisiert präzise.

Der EVO Mode ist neu und dient vor allem dem Erlernen des Rückenflugs. Hier schwenkt der QX 3D auf Knopfdruck von alleine in die Rückenfluglage, bzw. wieder zurück in die Normalfluglage. Das SAFE System ist immer noch aktiv und es stehen weiterhin begrenzte Nick- und Rollwinkel zur Verfügung. Die Steuerung ist immer noch so wie sie im Stability Mode vorgegeben ist. Der Gasweg, egal ob in Normallage oder in Rückenlage, ist von -100% bis +100% des Gasknüppels. Selbst die Steuerung für Nick- und Roll bleiben unverändert und sind nicht getauscht, wie es z.B. bei einem Helikopter der Fall ist. 

Im Agility Mode sind die Flughilfen abgeschaltet und der Pilot hat die volle Kontrolle. Dabei sind die Reaktionen auf Steuereingaben heftig und erfordern etwas Übung. Sie lassen sich je nach verwendetem Sender mit etwas Expo entschärfen. In diesem Flug Mode ist der Gasweg nun geteilt, so wie man es von der Pitchsteuerung eines Helikopters her kennt. Ab Mittelstellung bis +100 Prozent ist der Gasweg in Normallage. Ab Mittelstellung bis -100% ist der Gasweg für die Rückenfluglage. Also kehrt sich die Drehrichtung der Propeller in der Gas Mittelstellung um. Dieser Flug Mode ist in der Tat etwas für Piloten mit etwas Erfahrung. Hat man den Nano QX 3D in den ersten beiden Flugmodi im Griff, kann man seine persönlichen Flugfähigkeiten im Agility Mode weiter verbessern. Vor allem angehende Heli Piloten können mit dem Nano QX 3D den Rückenflug im Agiloity Mode prima trainieren und die Umkehr der Funktionen bei Nick und Gier trainieren. Für mich ein idealer Weg um diese komplexe Figur zu erlernen, ohne viele Crashes zu riskieren.

Die Programmierung des Senders ist vollkommen problemlos und sehr genau in der Anleitung zum Nano QX 3D beschrieben. Eine Sache von wenigen Minuten und alles ist für den Erstflug vorbereitet. Auch das Binding ist wie gewohnt. An den Nano QX 3D wird einfach der Flug Akku angeschlossen und findet der Nano QX 3D seinen Sender nicht, geht er automatisch in den Bindemodus. Dann wird einfach der Spektrum Sender mit gedrücktem Bind Button eingeschaltet und somit der Bindevorgang ausgelöst. Einfach Sache – einfach gut

 

Flugperformance

Wer schon mal einen normalen Nano QX geflogen ist findet sich mit dem neuen Nano QX 3D schnell zurecht. Das Verhalten ist im Stability Mode vollkommen unkritisch, auch bei leicht windigen Verhältnissen im Freien. Wer noch nie einen Quadrokopter geflogen hat wird den Blade Nano QX 3D sofort in sein Herz schließen. Selbst gänzlich Modellflug-Unerfahrene finden sich binnen kürzester Zeit zurecht. Ich habe das Modell dem einen oder anderen Kollegen einfach mal in die Hand gedrückt und alle fanden sich binnen kürzester Zeit zurecht.
Besonders gut hat mir am Nano QX 3D aber der EVO Mode gefallen! Hier lässt sich der Rückenflug so schnell und einfach wie nur möglich erlernen. Das Drehen auf den Kopf erfolgt auf Knopfdruck und ist gefahrlos. Die in Rückenlage geänderte Steuerlogik lässt sich so erlernen. Und wenn man ein wenig den Überblick verloren hat kann man einfach die Knüppel loslassen und der Nano QX 3D stabilisiert sich automatisch. Einfach toll und hilfreich. Das Drehen in Normalfluglage erfolgt ebenfalls auf Knopfdruck. Mir macht der Nano QX3D unglaublich viel Spaß.
Richtig rocken kann man den Nano QX 3D aber erst im Agility Mode. Die sehr heftigen und direkten Reaktionen auf Steuereingaben bedürfen ein wenig Erfahrung und ein gutes Reaktionsvermögen. Jetzt verhält sich der Kopter in der Steuerung im Prinzip so wie ein Helikopter. Ab der Gasmittelstellung kehrt sich der Schub von positiv in negativ um. So lassen sich Flips und Rückenflug gezielt durch den Piloten steuern. Dreht man dabei den Nano QX 3D auf den Rücken, braucht man einen kräftigen negativen Gas Stoß, damit der QX 3D nicht so viel an Höhe verliert. Man hat sich aber schnell daran gewöhnt und bekommt das ‚Pitchmanagement‘ gut in den Griff. Durch das geringe Gewicht nimmt der Nano QX 3D im Prinzip keinen Schaden, wenn man sich mal verschätzt und eine Kollision mit einem Hindernis passiert oder der Kopter mal abstürzt.