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Technik Begeisterung – Der E-Flite Mini Convergence VTOL im Test

von RC-Modellscout vom 8. Oktober 2018
Artikel-ID: Horizon-Test-0104 Rubrik: Flächenmodelle

Eine besondere Nische bei den Flugmodellen stellt die Klasse der VTOL (Vertical Take Off an Landing) Flugzeuge. Diese Mischung aus Helikopter/Multikopter und Flugzeug ist eine besondere technische Herausforderung, die begeistern kann. Die Mini Convergence von E-Flite stellte diese Technik im Miniformat zur Verfügung. Wir haben dieses kleine Technikpaket getestet.

 

 

Flugmodelle mit ausgefeilter Technik die im Prinzip zwei sehr gegensätzliche Modellklassen in sich vereinen, erregen immer wieder meine Aufmerksamkeit. Insbesondere VTOL Flugzeuge können mich begeistern. Die Eigenschaft wie ein Hubschrauber oder Multikopter zu starten und zu landen und dann durch Schwenken der Rotoren wie ein Flugzeug zu fliegen faszinieren mich.

Bei einem VTOL Flugmodell erfordern das neben der komplizierten Mechanik auch eine Stabilisierungselektronik die gleichermaßen ein Koptermodell stabilisieren kann und ein Flächenflugmodell unterstützt. Zudem muss die kritische Fluphase der Transition, also das Umschalten vom Kopter Mode in den Flugmode und zurück gemeistert werden. Ich hatte in der Vergangenheit schon einige VTOL Modelle. Einige der Modelle kamen mit den schwierigen Flugbedingungen gut zurecht, andere konnte nicht so überzeugen. Durch den hohen Energieaufwand waren die Flugzeiten meist recht begrenzt. In sofern war ich auf die E-Flite Mini Convergence BNF sehr gespannt. Das Modell wird in der BNF Version zu einem Preis von 199,99 Euro (UVP) von Horizon Hobby angeboten. Ebenso ist aber auch eine PNP Version zum Preis von 179,99 Euro (UVP) erhältlich

Die Mini Convergence verfügt über 3 Rotoren, wovon die beiden vorderen um 90° geschwenkt werden können. Die vorderen Motorgondel mit dem Schwenkmechanismus sitzen an den Tragflächen und zum schwenken wird je ein einfaches 5 Gramm Servo verwendet. Der Rotor am Heck ist fest montiert und kann nicht geschwenkt werden. Im Flächenflugmode wird der hintere feststehende Rotor abgeschaltet und der Auftrieb wird durch die Tragflächen erzeugt. Aels Energiespender dient ein 3s Lipo Akku mit ca 800 mAh Kpazität. Das Modell kommt absolut fertig aufgebaut beim Kunden an. Montagearbeiten sind nicht notwendig. Nur das Dekor ist noch aufzubringen und da kann der Kunde zwischen unterschiedlichen Dekorsätzen wählen, die im Lieferumfang enthalten sind. Die Aufkleber sind sehr hochwertig und lassen sich gut aufbringen ohne dabei Falten zu bilden. Daher ist dieser Arbeitsschritt deutlich schneller erledigt als die Ladezeit für den Akku andauert. Mit einer Spannweite von gerade mal 410 mm ist das Modell relativ klein und leicht. Aus diesem Grund ist für den Flugbetrieb ein windstiller Tag notwendig. Eine Flugerprobung in der Halle war auch vorgesehen, aber dazu später mehr.

Vor der Programmierung des Modells gilt es, sich mit der Anleitung und den speziellen Flugeigenschaften zu befassen. In beiden Flugarten (Flächenflug und Koptermode) verfügt das Modell über zwei Flugmodi (Stabilisierter Mode und Kunstflugmode). Im Stabilisierten Mode übernimmt die Elektronik weitgehend die Kontrolle. In diesem Mode sind nur sehr eingeschränkte Schräglagen und Neigungswinkel möglich und sobald der Pilot die Knüppel loslässt, nimmt das Fluggerät eine stabile Fluglage ein. Innerhalb der physikalischen Grenzen funktioniert das auch ganz gut, natürlich muss der Pilot genügend Gas geben. Im Flächenflug ist dann aber aufgrund der geringen möglichen Schrälage im Stabimode nur sehr weiträumiges Fliegen möglich. Das bedingt bei einem Modell dieser Größe schon sehr gute Augen.

Im Kunstflugmode sind diese Einschränkungen aufgehoben. Jetzt hat der Pilot die volle Kontrolle und es sind beliebige Schräglagenwinkel und Flugmanöver möglich.

Die Programmierung des Spektrum Sender folgt der Strategie von Horizon Hobby. Dabei wird die 'Intelligenz' in den Empfänger verlegt und der Sender braucht keinerlei intelligente Programmierung. Im Prinzip wird ein leeres Motormodell angelegt und die Kanäle 5 und 6 je einem Schalter zugewiesen um zwischen Koptermode und Flächenmode, bzw. zwischen Stabimode und Kunstflugmode umzuschalten. Zudem habe ich noch einen Schalter mit der 'Motor aus' Funktion belegt, so wie ich es auch bei anderen Elektromodellen mache. Das Binden ist ebenso schnell wie simpel. Wenn der Akku an das Modell angeschlossen wird, sucht der Empfänger nach dem zuletzt gebundenen Sender. Sollte er diesen nicht finden, geht der Empfänger in den Bindemodus und erwartet die Bindung mit einem entsprechend programmierten Sender. Das funktioniert ausgezeichnet und der Sender ist binnen Sekunden einsatzbereit.

Als besonderes Feature ermöglicht die Mini Convergenz durch den Einbau einer FPV Kamera. Das Kabel mit der notwendigen Stromversorgung liegt im Rumpf schon bereit.Aber aus meiner Sicht ist FPV mit diesem Modell wirklich nur was für Experten wie Race Kopter Piloten. Das Akkufach ist ausreichend groß zur Aufnahme des 3s Akku. Der Schwerpunkt stellt sich dabei automatisch auf den richtigen Wert ein, so das die Zugabe von Blei nicht notwendig ist. Die Kabinenhaube wird dabei einfach durch einen Haubenmagneten gehalten.

Die Transition ist clever gelöst, sobald der Schalter betätigt wird, werden die beiden Motgorgondel um ca. 30° nach vorne geschwenkt. Dadurch nimmt das Modell fahrt auf und die beiden vorderen Rotoren erzeuge Vortrieb und Auftrieb. Ist das Modell dann schnell genug, werden die Rotoren ganz nach vorne geschwenkt und der Heckrotor abgeschaltet. Die Stabielektronik sorgt dafür das das Modell während der Transition stabil in der Luft liegt.

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Fliegen mit dem Mini Convergence

 

Wie ich schon sagte, war ich auf den Mini Convergence sehr gespannt. Die Anleitung gibt vor, das Modell im Stabilisierungsmode zu starten. Dabei übernimmt die Elektronik weitgehend die Kontrolle. Zur Stabilisierung werden dabei nicht nur die Rotoren in Ihrer Geschwindigkeit angesteuert sondern sofern nötig auch die vorderen Gondeln leicht geschwenkt. Das gleicht auch stärkere Störungen wie Windeinfluss zu einem gewissen Grad aus.

Schaltet man nun in den Kunstflugmode, übernimmt der Pilot die Kontrolle, dabei fällt auf das der Kopter sehr empfindlich auf Steuereingaben auf Nick und Roll reagiert. Dagegen ist die Reaktion auf Gier eingaben sehr träge. Es erfordert Übung das Modell ruhig in der Luft zu halten.

Schaltet man das Modell in den Flächenmode, beginnt die Transition. Zunächst erhöht die Elektronik die Drehzahl der Motoren und schwenkt die vorderen Rotoren leicht nach vorne. Schnell wird Fahrt aufgenommen und die Motoren werden ganz nach vorne geschwenkt und der Heckrotor abgestellt. Die relativ kleinen Flächen und das Gewicht des Modells erfordern naturgemäß höhere Fluggeschwindigkeiten. Im Stabimode hat die Elektronik wieder weitgehend die Kontrolle und versucht das Modell mit nur geringen Neigungswinkeln in der Luft zu halten. Dadurch werden die Flugmanöver recht weiträumig. Die geringe Größe des Modells forder daher ein wirklich scharfes Auge um die Fluglage richtig zu erkennen.

Im Kunstflugmode hingegen ist das Modell wieder sehr agil und reagiert schon auf kleinste Eingaben. Aber auch da ist eine erfahrene Pilotehand gefragt um das Modell sicher zu steuern. Die Transition zurück in den Koptermode gelingt auch problemlos. Es nur nur darauf zu achten, dass genügend Gas gegeben wird, damit die Elektronik genügend Reserven hat um die Rotoren anzusteuern, damit das sich das Modell stabilisiert. Die Landung erfolgt dann wieder im Koptermodus. Die Fluggeschwindigkeit im Flächenflugmode verbietet aus meiner Sicht den Einsatz in einer Halle. Sicherlich kann das Modell im Koptermode in einer Halle bewegt werden, aber ein Transition halte ich für sehr schwierig. Daher ist meine Empfehlung das Modell lieber auf dem Flugplatz bei schönem und vor allem windstillen Wetter einzusetzen. Denn trotz aller Stabilisierungselektronik ist die Windanfälligkeit relativ hoch und bring das Modell dann doch schnell aus der Ruhe. Ich selber hatte im Koptermode eine leichten Absturz aus einigen Metern Höhe, das da Modell von einer Windböe ergriffen wurde. Rein äußerlich nahm das Modell keinen Schaden, jedoch haben die Getriebe der beiden Schwenkservos versagt und mussten ersetzt werden.

In jedem Fall fasziniert das Modell durch seine Technik und hebt sich deutlich von normalen Flugmodellen ab. Die Flug.zeit kann je nach Flugstil ca. 5-6 Minuten betragen. Natrugemäß ist der Stromverbrauch im Kopterflug deutlich höher als im Flächenflug.

 

 

Fazit

 

Die E-Flite Mini Convergence ist etwas für Technik begeisterte Piloten die der Faszination VTOL erlegen sind In jedem Falle sollte Erfahrung im Betrieb von Koptern und Flächenmodellen vorhanden sein. Für den aufgerufenen Preis bekommt mein ein anspruchsvolles Modell mit spannender Technik die begeistern kann. Mir macht die Mini Convergence jedenfalls viel Spaß

 

-> Link zur E-Flite Mini Convergence

 

Eigenschaften:

Multirotor Fun ud Sportflieger in einem
Start- und Landemöglichkeiten aus kleinstem Raum
Kompakte Größe, für Indoor geeignet
Neue Software macht das Fliegen noch einfacher Automatischer Übergang zwischen Schwebe und Vorwärtsflug
Stabilitäts und Acrom Mode Super einfache Programmierung
Eingebauter Spektrum Empfänger (nur BNF Basic)
Leistungsfähige Brushless Motoren für 3S 800mAh kkus
Überragende Speed ud Acro Performance
Inklusive Dekorbogen
Leichter und stabiler EPO Rumpf
FPV Ready  (Komponenten separat erhältlich)

 

Technische Daten:

Spannweite: 410 mm
Anzahl der Motoren: 3
Davon schwenkbar: 2
Antriebsakku: 3s 800 mAh

 

Lieferumfang BNF:

Geschäumtes Flugmodell
2x MikroServo Eingebaut
Brushless Motor & Regler

 

Wo kaufen?

UVP € 199,99 (BNF Version)
UVP € 179,99 (PNP Version)
Über den Fachhandel

 

Gut

+aufwändige Technik
+gute Transition
+vielseitig
+FPV fähig

 

Weniger gut

-nur eingeschränkt für die Halle nutzbar
 

Kontaktdaten des Herstellers:

Horizon Hobby GmbH
Hanskampring 9
D 22885 Barsbüttel
Telefon: +49-40-30061950
Email: info@horizonhobby.de
Internet: http://www.horizonhobby.de

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)

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