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NIGHT VisionAire von E-flite - Ein Spektakel am Himmel – nicht nur am Tag

von Marcus Frohberg vom 27. März 2015
Artikel-ID: Horizon-Test-0035 Rubrik: Flächenmodelle

Ein Highlight auf dem Messestand von Horizon Hobby in Nürnberg war im wahrsten Sinne des Wortes der E-flite NIGHT VisionAire. Die Präsentation des Modells in einem dunklen Raum machte neugierig und wir fieberten dem Liefertermin des Night VisionAire entgegen. Marcus Frohberg hat sich den E-flite NIGHT VisionAire in der BNF Basic Version genauer angesehen und das AS3X stabilisierte und voll beleuchtete Modell intensiv geflogen.

Der E-flite NIGHT VisionAire ist vom Konzept her ein Fun Flyer mit großer Flächentiefe und geringer Spannweite um im harten 3D Einsatz höchste Wendigkeit zu garantieren. Aber der NIGHT VisionAire kann mehr als das. Er verfügt über eine enorm kräftige LED Beleuchtung für den Nachteinsatz, die im Inneren der Tragfläche und des Rumpfes montiert ist. Das erhöht das Einsatzspektrum des Modells. Spaßfliegen zu jeder Tageszeit ist das Motto des NIGHT VisionAire. Er wird als BNF Basic Version von Horizon, wie gewohnt, in einer sehr stabilen Styropor-Verpackung geliefert. Alle Bauteile sind gegen Beschädigungen einwandfrei gesichert. Das Gesamtpaket wechselt für 299 Euro (UVP) den Besitzer - nicht wenig für ein geschäumtes Modell.

Alle Bauteile die zum Bau des Night VisionAire benötigt werden, liegen dem Baukasten bei.
Um das Modell flugbereit zu bekommen, muss der Pilot lediglich einen 3S 2200 mAh LiPo-Akku beisteuern und natürlich einen passenden Spektrum Sender. Zum Fliegen reicht schon ein DX4e Sender. Um aber alle Funktionen auszuschöpfen, empfiehlt sich die Verwendung eines Spektrum Computer Senders wie z.B. der DX6.
Die Bauteile sind überschaubar, so dass der Aufbau in kürzester Zeit erledigt sein sollte. Die Bauteile können schon während des Auspackens durch ihre hohe Qualität überzeugen. Da das Modell aus dem bewährten und stabilen Z-Schaum gefertigt ist, wird es im Flug keine unerwünschten Verwindungen und Verformungen bei extremen Flugmanövern geben. Bei ähnlichen Modellen anderer Herstellern konnte ich schon feststellen, dass sich bei extrem geflogenen Manövern die Tragflächen und Leitwerke leicht verwinden oder durchbiegen, was natürlich die Flugeigenschaften und die Steuerpräzision negativ beeinflusst. Soviel sei vorweg genommen, der NIGHT VisionAire hat damit keine Probleme!

Der Aufbau des NIGHT VisionAire

Die Montageanleitung ist eine gute Lektüre, die jeden Schritt des Aufbaus und Programmierung des Senders genau beschreibt. Wer sich daran hält kommt problemlos ans Ziel. Die Montage beginnt mit dem Hauptfahrwerk des Modells. Auf der Unterseite des Rumpfes befindet sich eine Kunststoffhalterung in die das Fahrwerk einfach nur eingesteckt wird. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Fahrwerk mit der gebogenen Seite nach vorne zeigt. Wenn das Fahrwerk falsch herum eingebaut ist, hat der NIGHT VisionAire zu wenig Vorlauf am Fahrwerk und wird vermutlich einen Kopfstand bei Start und Landung vollführen. Das Fahrwerk wird mittels einer Kunststoffabdeckung an den Rumpf verschraubt und gesichert.

Das Höhenleitwerk des NIGHT VisionAire ist, wie der Rumpf und die Tragflächen auch,  beleuchtet. Daher müssen die notwendigen Stromkabel der Leitwerkshälften entsprechend angeschlossen werden. Werkseitig sind schon alle Kabel und Steckverbindungen im Rumpf verlegt und es gibt keinerlei lästiges Gefummel. Die Stromanschlüsse sitzen hinten am Rumpf. Die Buchsen liegen in einer Halterung. Hier werden die Stecker für die Beleuchtung eingesteckt. Dank der Halterung für die Buchsen gibt es hier keine überflüssig herum hängende Kabel. Das ist konstruktiv prima gelöst und der Montageaufwand beschränkt sich auf ein absolutes Minimum.
Die Höhenleitwerkshälften werden mit Hilfe eines Steckungsrohres aus CFK bis an den Rumpf heran geschoben und anschließend in das Kunststoff-Formteil, das sich am Rumpf befindet, eingeschoben. Durch das Kunststoff-Formteil werden die Leitwerkshälften praktisch zwangsgeführt. So sitzen die Leitwerkshälften auch im perfekten 90 Grad Winkel zum Rumpf. Reinstecken und fertig ist die Montage des Leitwerks - prima.

Die Leitwerkshälften gehen sehr stramm in die Führung hinein - also nicht erschrecken bei der Montage. Gesichert werden die Leitwerkshälften nur mit jeweils vier Klebestreifen. Diese Verbindung hält bombenfest.
Vor der Montage der Tragflächen müssen die Side Force Generatoren montiert werden. Da die Teile durchaus leicht vertauscht werden können, hat Horizon Hobby die Side Force Generatoren entsprechend sinnvoll beschriftet. Die Side Force Generatoren werden mit doppelseitigen Klebestreifen, die in die Führung für die Side Force Generatoren eingelegt sind, eingeklebt. Auch hier ist der Montageaufwand sehr gering und alles passt perfekt zusammen.
Der letzte Bauabschnitt umfasst die Montage der Tragfläche. Wie zuvor am Höhenleitwerk wird auch an den Tragflächen ein Kohlefaserrohr für die Verbindung und Stabilisierung der Tragflächen verwendet. Eine der Tragflächenhälften wird auf das Kohlefaserrohr aufgeschoben und bis kurz vor den Rumpf heran geschoben. Da der NIGHT VisionAire auch in den Tragflächen beleuchtet ist, müssen für die Tragflächen jeweils zwei Kabel auf jeder Seite in den Rumpf eingefädelt werden. Um an die Kabel heran zu kommen, befindet sich auf der unteren Seite des NIGHT VisionAire ein kleiner Schacht.
In diesem Schacht befindet sich übrigens auch der AR636A Empfänger, der wie bei anderen Modellen von Horizon Hobby, fertig parametrisiert ist. Am Empfänger ist werkseitig das benötigte Y-Kabel für die Querruderservos bereits eingesteckt.
Was nun noch fehlt ist der Anschluss für die Stromversorgung der Beleuchtung. Um ein heilloses Kabelgewirr zu vermeiden, ist im NIGHT VisionAire ein Stromverteiler in Form einer kleinen Platine eingebaut- eine durchdachte und schöne Lösung. Die beiden Stromanschlüsse der Tragflächen werden an den Verteiler einfach angeschlossen. Leider war bei meinem Testmodell der Stromverteiler ein wenig zu weit vorne eingeklebt worden, somit wären die Kabel zu kurz gewesen. Den Verteiler habe ich kurzer Hand einfach ein wenig weiter nach hinten gesetzt. Der Verteiler ist lediglich mit Silikon fixiert und lässt sich ganz einfach heraus lösen. Nachdem alle Kabel der Tragfläche angeschlossen sind,  werden die beiden Tragflächenhälften komplett bis an den Rumpf heran geschoben und mit jeweils einer Schraube am Rumpf gesichert. Alle Rudergestänge, Ruderhörner und Gabelköpfe sind werkseitig schon am Modell montiert. Es müssen nur noch die Gabelköpfe von Höhen und Seitenleitwerk in die Ruderhörner eingeklippst werden. Die Justierung der Gestänge erfolgt nach dem Binden an den Sender des Modells.

Nachdem der NIGHT VisionAire nun fertig auf der Werkbank steht, kann dem Modell nun Leben eingehaucht werden. Die notwendigen Programmierungen für die verschiedenen Computersender sind in der Anleitung genau angegeben. Der Bindevorgang ist Standard und in wenigen Sekunden erledigt. Nach dem initialisieren des AS3X können die Rudergestänge abschließend genau eingestellt werden.

Die Beleuchtung wird mit einem separaten Schalter im Akkuschacht ein- bzw. ausgeschaltet. Die verwendeten leistungsstarken weißen LEDs sind so enorm hell, so dass es bei mir im Keller fast taghell geworden ist. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet und ich fiebere schon den ersten Dämmerungseinsätzen entgegen.

Der Schwerpunkt

Der angegebene Schwerpunkt liegt bei 125 bis 130 mm, gemessen von der Tragflächenvorderkante der Flächenwurzel. Die Flugerprobung hat gezeigt, dass sowohl 125 mm sowie 130 mm gut funktionieren. Je nach Flugstil und persönlichen Vorlieben kann der Schwerpunkt variiert werden.

Tag- und Nachteinsatz

Der NIGHT VisionAire ist, wie der Name ja schon vermuten lässt, auch für den Einsatz bei Dunkelheit gedacht. Die ersten Flüge fanden aber natürlich bei Tageslicht statt.

Der NIGHT Visionaire hat den bekannten AR636A Empfänger spendiert bekommen. Er verfügt über das AS3X System zum Ausgleich von äusseren Störungen wie Windeinflüssen und über die SAFE Technologie, die eine automatische Stabilisierung in eine sichere Fluglage auf Knopfdruck garantiert. So wird ein Maximum an Flugstabilität bei allen Wetterlagen und bestmögliche Sicherheit, wenn das Modell in eine kritische Situation gerät, zur Verfügung gestellt.
Wie bei allen Kreiselsystemen muss sich das AS3X/SAFE System beim Einschalten initialisieren. Daher darf das Modell nach dem Anstecken des Akkus auch nicht bewegt werden. Seine Bereitschaft zeigt das AS3X durch Vollausschläge von Höhen- und Querruder an. Um das System zu aktivieren,  muss der Gashebel leicht nach vorne geschoben werden, so kann dann auch am Boden die Funktion des AS3X überprüft werden. Für die ersten Flüge wähle ich am Sender den Präzisions-Mode. In diesem Modus sind die Ruderausschläge geringer und die Kreiselwirkung nicht so extrem. Insgesamt stehen zwei Flug Modi zur Verfügung: Präzision für höhere Fluggeschwindigkeiten und klassische Flugmanöver und der 3D Modus für große Ausschläge und enorme Wendigkeit. Im 3D Mode greift der Kreisel deutlich aggressiver bei äusseren Einflüssen ein, was bei höheren Fluggeschwindigkeiten im 3D Mode zu einem Schwingen oder Aufschaukeln führen kann.

Funflyer typisch hebt der NIGHT VisionAire schon nach kürzester Startstrecke ab. Ohne Hektik lässt er sich im Präzisionsmode dirigieren und schön durch die bekannten und klassischen Flugmanöver steuern. Im Messerflug verlangt er aber nach ordentlicher Seitenruderunterstützung, was mich trotz der hohen Rumpfsilhouette ein wenig überrascht hat. Hat man sich daran erst einmal gewöhnt, geht er im Messerfug aber wie an der sprichwörtlichen Schnur gezogen. Das AS3X verrichtet seine Aufgabe im Hintergrund absolut zuverlässig und ohne negativen Einfluss auf das Fluggefühl. Hier bleiben keinerlei Wünsche offen.
Im 3D Mode zeigt der NIGHT VisionAire sein zweites Gesicht, da nun die vollen Ruderausschläge und eine aggressivere Kreiselcharaketristik eingeschaltet sind. Alle 3D Figuren lassen nun problemlos fliegen und das Modell weist eine enorme Wendigkeit auf. Ruderausschläge wie ein Garagentor erlauben extrem geflogene Figuren. Die Antriebsleistung passt prima zum Modell und leistet sein Übriges. Der Powerantrieb erlaubt senkrechtes Steigen bis zur Sichtgrenze und beschleunigt das Modell auch aus der Torquerolle flott nach oben. Selbst aus Vollgas gerissene Rollen steckt der NIGHT VisionAire dank seiner Z-Schaum Konstruktion problemlos weg. Da biegt sich nichts durch oder verwindet sich im Flug.