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Einsteiger tauglich – Im Test das Einsteigermodell von Hobbico – Die Flyzone Sensei FS

von RC-Modellscout vom 22. April 2016
Artikel-ID: Hobbico-Test-0006 Rubrik: Flächenmodelle

Der Einstieg in den Flugmodellsport war noch nie so einfach wie zu dieser Zeit. Gleichzeitig war die Auswahl an Modellen für Einsteiger noch nie so unübersichtlich. Nicht alles was angeboten wird hält auch das Versprechen. Wir haben uns die Flyzone Sensei FS aus dem Hause Hobbico angesehen und wollten wissen, ob sie nicht ein guter Kandidat ist.

 

 

Wer den Einstieg in den Flugmodellsport schaffen möchte, braucht heutzutage nicht monatelang ein Modell aus viel Balsaholz bauen, um dann das Risiko einzugehen, das Modell viel zu früh durch einen Crash wieder zu verlieren und vor lauter Frust dieses schöne Hobby wieder beiseite zu legen. Heute greift man in der Regel zu einer im Volksmund despektierlich genannten "Schaumwaffel", denn diese Modelle sind nicht nur sehr schnell aufgebaut sondern oftmals auch extrem gut konstruiert und verfügen über ausgezeichnete Flugeigenschaften.

Die Sensei von Hobbico ist genau so ein Modell aus dieser Kategorie. Ein Hochdecker mit einer Spannweite von 1475 mm, aus einem stabilen EPP Schaum mit einem Dreibeinfahrwerk mit einem kräftigen, aber nicht extremen, Antrieb für 3s LiPo und das über alle drei Achsen, Seite-, Höhen- und Querruder gesteuert wird. Damit hat das Modell aus meiner Sicht eine ideale Größe für ein Einsteigermodell.
Die bewährten Konstruktionsmerkmale, so wie wir es auch von anderen Einsteigermodellen kennen, wird von Hobbico aber noch durch das WISE Gyrosystem ergänzt, das über alle drei Achsen auf das Modell wirkt. Die Kombination aus guter aerodynamischer Konstruktion des Modells und elektronische Stabilisierung um äußere Einflüsse wie Wind wirkungsvoll zu kompensieren, verspricht genau die Flugeigenschaften, die ein Anfänger benötigt um die ersten Schritte erfolgreich zu meistern.
Insgesamt verfügt der WISE Gyro über 3 unterschiedliche Unterstützungsmodi, BEGINNER – INTERMEDIATE und ADVANCED, die den Piloten je nach fliegerischem Können begleiten. Und als besonderes Merkmal verfügt die Sensei über eine sogenannte ‚Panik-Funktion‘. Wenn man in den Flugmodi BEGINNER und INTERMEDIATE die Steuerknüppel los lässt, so wird das Modell in eine stabile, horizontale Fluglage gebracht, sollte der Einsteiger einmal die Kontrolle über sein Modell verlieren. Diese stabile, horizontale Fluglage wird so lange beibehalten, bis man die Steuerknüppel wieder bewegt.
Mit
einem Anschaffungspreis von 229,99 Euro (UVP) für die Receiver Ready Variante ist dies ein wirklich gutes Angebot zu einem sehr fairen Preis. Dafür erhält man das voll ausgebaute Modell inklusive Antrieb, allen Servos und dem Hobbico Gyro System. Zudem verfügt die Sensei zusätzlich über einen Abwurfschacht für Bonbon oder einen kleinen Fallschirmspringer. Für den Betrieb wird lediglich eine 6 Kanal Fernsteuerung und ein 3s LiPo Akku mit einer Kapazität von 2200 mAh benötigt.

 

Montage

 

Die Sensei wird wie üblich fast vollständig montiert geliefert und erfordert nur einige wenige Handgriffe bis zum flugfertigen Modell. Der Rumpf ist bis auf das Seiten- und Höhenruder bereits vollständig aufgebaut. Das Höhenruder wird gemeinsam mit dem Seitenruder lediglich in die vorgesehene Öffnung im Rumpf eingeschoben und mit einer Schraube von unten gesichert. Die beiden Teile werden wie bei einem Puzzle zusammen gesteckt und als Einheit montiert. Das Rudergestänge wird dann einfach in das Ruderhorn eingehängt.

Das stabile Fahrwerk aus Aluminium wird lediglich von unten mit zwei Schrauben an den Rumpf geschraubt. Das ergibt aufgrund des integrierten Fahrwerksträgers im Rumpf eine absolut stabile Verbindung. Da die Räder des Hauptfahrwerks und das lenkbare Bugfahrwerk schon ab Werk montiert sind, steht das Modell binnen weniger Minuten auf den eigenen Rädern. Das Bugfahrwerk ist in einem Kunsthoffalter gelagert, der zusammen mit dem Motorhalter aus Metall stabil im Rumpf verankert ist. Die Motorhaube ist mit dem Rumpf ab Werk leider fest verbunden. Muss sie aufgrund von Wartungsarbeiten am Motor oder Bugfahrwerk abgenommen werden, wird sie an einer sichtbaren Schnittkante eingeschnitten und dann vom Rumpf und Motordom getrennt. Um auch nach den Arbeiten wieder ein schönes Flugmodell zu haben, ist die Motorhaube aber als Ersatzteil erhältlich und kann so schnell wieder montiert werden. Der Brushless Motor sitzt auf einem Metallmotorträger der seinerseits im Halter für das Fahrwerk und im Rumpf stabil verankert ist.

Die Flächen sind ebenfalls weitestgehend vorbereitet. Alle Servos sind, wie auch im Rumpf, bereits an ihrem Platz und betriebsfertig angelenkt. Die beiden Flächenhälften selber werden mit Hilfe eines robusten Kunststoffteils und einem vierkant Steckungsrohr verbunden. Das ergibt eine absolut verwindungssteife und stabile Verbindung. Die Befestigung der Tragfläche am Rumpf ist über eine Nase an der Nasenleiste und 2 Schrauben realisiert. So lässt sich die Fläche vom Rumpf sehr leicht trennen und montieren. Die Spannweite von 1475 mm ist schon relativ groß und das Modell lässt sich aufgebaut nur schlecht in einem PKW transportieren, daher ist eine gute und leicht zu lösende Flächenmontage wichtig - prima.
Die Montage der noch notwendigen
Fernsteuerkomponenten ist ebenfalls schnell erledigt Der Empfänger findet im großzügigen Rumpf Platz. Nur das Servo für den Abwurfmechanismus und der Regler für den Motor wird direkt an den Empfänger angeschlossen. Die Servos für das Seiten-, Höhen- und Querruder werden nicht direkt an den Empfänger angeschlossen, sondern über das WISE Gyro System. Zudem wird der Kanal 6 noch für die Umschaltung des Flugmodes des Gyro benötigt. Dieser lässt sich in 3 Stufen von Beginner über Intermediate bis zu Advanced umschalten. Die Stromversorgung der Fernsteuerung erfolgt wie üblich über das BEC (Batterie Elemination Circuit) des Motorseglers. Das BEC ist absolut ausreichend dimensioniert und funktioniert absolut problemlos im Hintergrund, sobald der Akku angeschlossen wird. Dieser versorgt alle Servos und den Empfänger mit Strom.

Die Ausschläge der Ruder können getrost nach den Herstellerangaben eingestellt werden, denn diese passen gut zum Modell. Die sehr ausführliche Anleitung des Sensei beschreibt alle Arbeitsschritte im Detail und mit vielen Bildern und ist somit auch für einen Einsteiger absolut geeignet. Der erfahrene Pilot wird das Dokument nach kurzer Durchsicht zur Seite legen, da der Aufbau absolut logisch ist und quasi gar keine Fehler zulässt. Selbst die Hinweise für die rechtlichen Rahmenbedingungen im Modellflug und vor allem die Versicherungspflicht und richtige Wahl des Flugplatzes lässt sich in der Anleitung finden und wird für diese typische Zielgruppe deutlich hervorgehoben. Binnen 20 bis 30 Minuten ist der gesamte Aufbau erledigt und es kann quasi noch am gleichen Tag zum Flugfeld gehen.

 

 

Flugleistung

 

Dass die Flyzone Sensei ein echter Trainer ist, merkt man an vielen Stellen. Der Akkuschacht ist leicht von oben zugänglich und erlaubt einen super schnellen Wechsel des Kraftspenders. Auf die Räder stellen, Klappe vor dem Cockpit öffnen, Akku rein und anstecken. Das hat schon was von Formel 1 Charakter und ermöglicht ein Maximum an Flugzeit und ein kinderleichtes Handling, wenn man mit dem Modell am Platz ist. Nachdem der Akku mit der Elektronik verbunden ist, initialisiert sich der Regler genauso wie der WISE Kreisel.
Die Kreiselelektronik lässt sich, wie schon
zuvor beschrieben, in drei Modi umschalten, kann jedoch nicht ganz abgeschaltet werden. In den ersten beiden Flugmodi sind nur begrenzte Neigungs- und Rollwinkel erlaubt, im Advanced-Mode können auch Rollen und Loopings geflogen werden. Im Beginner Mode verfügt die Sensei über ein extra Feature, um den Start zu vereinfachen. Ist der Gashebel über die 50 % Marke hinaus nach vorne geschoben, ist ein etwas größerer Steigwinkel möglich und die Elektronik gib ein wenig Höhenruder hinzu um ein sicheres Steigen für den Anfänger zu ermöglichen. Das vereinfacht den Start und erlaubt es dem Einsteigerpiloten sich auf die ersten Kurven zu konzentrieren.

Der erste Start produziert also auch bei mir keinerlei Stresspegel und wie erwartet nimmt die Sensei bei Gas zügig Fahrt auf und erhebt sich nach einigen Metern Rollstrecke schnurgerade und in einem sachten Steigwinkel in die Lüfte. Ich war skeptisch, wie stark die Elektronik das Steuergefühl beeinflussen würde und war umso mehr positiv überrascht, dass sich das Modell anfühlt als wenn gar keine Elektronik im Einsatz ist. Es reagiert direkt auf alle Steuereingaben und vermittelt kein künstliches Steuergefühl. Nur in den ersten beiden Modi merkt man eben, dass nur bestimmte Winkel durch die Elektronik zugelassen werden und ein übersteuern wirkungsvoll verhindert wird. Was aber auffällt ist die enorme Ruhe des Modells in der Luft, selbst bei etwas widrigen äußeren Bedingungen. Die Sensei zieht auch bei Windeinfluss ganz ruhig ihre Bahn am Himmel und vermittelt ein Gefühl größter Sicherheit. Gerade ein etwas wild in der Luft tanzendes Modell erhöht beim Einsteiger den Stresspegel. Das Problem hat die Sensei überhaupt nicht. Die voreingestellten GAIN Werte am Gyro passen im Übrigen ganz ausgezeichnet und müssen nicht mehr angepasst werden, so wie es eben für einen Anfänger gut und richtig ist – ich bin von den Flugeigenschaften bis dahin sehr positiv überrascht.

Auch die aerodynamischen Eigenschaften der Sensei sind ausgezeichnet, das zeigt sich vor allem im Stall Speed, also der Zeitpunkt, an der die Strömung an den Tragflächen abreißt. Nähert man sich dieser Minimalgeschwindigkeit, so nimmt die Sensei ganz einfach die Nase runter um die notwendige Fahrt wieder aufzuholen. Kein Abkippen oder gar eine kritische Fluglage ist zu erkennen. Da zeigt, dass eben nicht nur der Gyro das Modell handzahm macht, sondern auch dass das Modell selbst ohne elektronische Unterstützung ganz ausgezeichnet fliegt.
Im Advanced Mode nimmt die Elektronik leider keinen Einfluss mehr auf die Schräglage oder Neigung des Modells. Jetzt sind eben auch Loopings und Rollen möglich. Und jetzt macht die Sensei auch dem erfahrenen Piloten Spaß, denn der Antrieb ist wirklich kräftig und erlaubt entsprechende Manöver. Natürlich kann man das Modell nicht endlos in den Himmel steigen lassen. Aber die Leistung reicht schon wirklich für sehr kräftige Steigflüge. So ist die Sensei nicht nur
etwas für die ersten Flugerfahrungen, sondern macht auch noch Spaß wenn man den Bogen raus hat.
Das
robuste Fahrwerk kann einiges wegstecken und nimmt auch raue „Kängurulandungen“ klaglos hin. Gerade die Landung ist für den Einsteiger ja etwas kritisch und es braucht schon ein robustes Modell, wenn man nicht laufend am Modell basteln und reparieren will. Hier passt einfach alles zusammen.

Das Gimmick des Abwurfschachtes wird vermutlich vor allem die jugendlichen unter den Einsteigern begeistern, um einmal einen kleinen Fallschirmspringer ab zusetzten.

 

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Fazit

 

Die Sensei ist ein geschäumtes Zweckmodell in bewährter Hochdeckerkonfiguration. Dieses für die Zielgruppe der Einsteiger konzipierte Modell erfüllt seinen Zweck ganz ausgezeichnet. Die Kombination aus aerodynamisch gut konstruiertem Modell und guter Gyroelektronik, sowie kräftigem Antrieb, bietet die Sensei wirklich ideale Voraussetzungen, um den Einstieg in den Modellflug zu schaffen. Für Einsteiger ist die Sensei aus meiner Sicht ein absoluter Geheimtipp.

 

-> Link zurFlyzone Seinsei FS von Hobbico

 

Technische Daten:

Spannweite: 1475 mm
Länge: 1220 mm
Gesamtgewicht: 1470-1590 g

 

Lieferumfang RxR:

- Fertig vormontiertes Modell aus stabilem "Aerocell" Schaumstoff mit Brushless-Motor und passendem Brushless-Regler, Seiten- und Höhenruderservos und WISE-Kreiselsystem (voreingestellt und kalibriert für Sensei FS)
- Fertig vormontierte Tragflügel mit Querruderservos
- Zur Montage vorbereitetes Seiten- und Höhenruder
- Alu-Fahrwerk und angelenktes Bugfahrwerk
- Ausführliche Bau- und Betriebsanleitung

 

Wo kaufen?

UVP € 229,99 (RR Version)
Über den Fachhandel

 

 

 

Gut

+Sehr robuste Konstruktion
+gute Aerodynamik
+sehr gutes Gyro System+
anfängerfreundliche Flugeigenschaften
+drei Flugmodes
+sehr ausführliche Anleitung

Weniger gut

-Motorhaube kann nicht zerstörungsfrei demontiert werden

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Revell GmbH
Henschelstr.
20-30
32257 Bünde / Germany
Sitz: Bünde / Amtsgericht Bad Oeynhausen HRB 10158
Geschäftsführer: Hans Ulrich Remfert

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (5 Bewertungen)

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