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Schwarze Magie – Der Voodoo von Staufenbiel

von Marcus Frohberg vom 26. Oktober 2014
Artikel-ID: Staufenbiel-Test-001 Rubrik: Flächenmodelle

Eine besondere Modellklasse im Flugmodellsport bilden die Rennflugzeuge. Verschrien als etwas schwierig zu fliegen aber schnell, sind sie nicht wirklich für unerfahrene Piloten geeignet. Trifft das auch auf den neuen Voodoo von Staufenbiel zu? Marcus Frohberg hat das Modell in der PNP Variante geflogen.

Eine Neuheit in 2014 bei Staufenbiel ist die P-51 Mustang im Reno Racer Design. Das Modell wird Exklusiv bei Staufenbiel vertrieben. Detailtreue wie beim Original lässt optisch keinerlei Wünsche offen. Selbst auf kleine Details wie zum Beispiel die Abgasrohre an der Motorhaube, funktionsfähige Ladeklappen, Staurohr an der rechten Tragfläche und zu guter Letzt das elektrische Einziehfahrwerk runden das Bild ab.

Der Zusammenbau des Voodoo

Der Voodoo ist ein typisches geschäumtes ARF Flugmodell. Die Ruderhörner für das Höhen- und Seitenleitwerk sind werkseitig schon an den Rudern angebracht, auch die Gestänge inkl. der Anlenkungen sind schon im Rumpf verlegt worden. Ebenso sind die Gabelköpfe  bereits montiert.
Es müssen lediglich die Ruderhörner, die Gabelköpfe und Gestänge für die Landeklappen und der Querruder montiert werden. Dem Bausatz liegen zwei kleine Beutel mit dem hierzu benötigten Zubehör bei. Für den Zusammenbau der Anlenkungen der Querruder wird der Beutel mit der Beschriftung "Aileron" benötigt. Die Ruderhörner werden mit Hilfe einer Gegenplatte an den Rudern verschraubt. Bei der Montage ist darauf zu achten, dass die richtigen Schrauben verwendet werden. Es liegen dem Montagezubehör der Querruder jeweils zwei längere und zwei kürzere Schrauben bei. Die Längeren Schrauben werden an der dickeren Stelle des Querruders benötigt. Die Kürzeren werden an der dünneren Stelle verwendet. Die Schrauben dürfen allerding nicht all zu fest angezogen werden, da sich sonst die Ruderhörner zu weit in das Material hinein drücken. Um die richtige Länge Gestänge einzustellen, werden die Servos in Mittelstellung gebracht und die Ruder exakt eingestellt. Je genauer man diese einstellt, umso besser wird die P-51 Voodoo später fliegen. Bei den Anlenkungen der Landeklappen wiederholt sich dieser Arbeitsschritt nochmals.  Hierbei sollte aber im Vorfeld darauf geachtet werden, dass die Laufrichtung der Servos richtig ist. Dieses ist auch genau in der Bauanleitung beschrieben.
Das elektrische  Einziehfahrwerk ist bereits ab Werk in der Tragfläche montiert und verkabelt.

Die Montage des Höhenruders

Die Montage der geteilten Höhenruder erfolgt mit Hilfe eines Kohlefaserstabes. Die Ruderhälften sind nur verschraubt und nicht geklebt, was eine etwaige Demontage oder Reparatur erleichtert.
Da werkseitig ja schon die Gestänge und Ruderhörner und Gabelköpfe montiert wurden, können nun so wie auch schon bei den Querrudern das Höhen- und Seitenleitwerk eingestellt werden. Das Spornrad wird über ein zusätzliches Gestänge angelenkt. Sollte das Spornrad und das Seitenleitwerk nicht fluchten, so muss man vorne am Servo die Madenschrauben lösen und die Gestänge so anpassen, dass Seitenruder und Spornrad parallel zueinander stehen.

Jetzt wird geklebt

Insgesamt müssen nur 5 Teile an die Staufenbiel P-51 Mustang Voodoo High Speed angeklebt werden. Und zwar die beiden Formteile für den Flächenübergang am Rumpf, das Staurohr an der rechten Tragfläche und die beiden Grenzschichtzäune, die jeweils an der rechten und linken Tragfläche verklebt werden. Die Bauteile sollten aber im Vorfeld erst einmal trocken angebracht werden, um zu sehen ob die Bauteile auch richtig passen. Bei unserem Testmodell haben alle Bauteile sehr gut gepasst. Ein nacharbeiten war absolut nicht nötig - gut.
Zum ankleben der Bauteile kann der mitgelieferte Kleber verwendet werden. Es empfiehlt sich nach auftragen des Klebstoffes, diesen ein paar Minuten ab lüften zu lassen.  Bei dem Klebstoff handelt es sich um einen elastischen Kontaktkleber, ähnlich wie Uhu Por. Dieser könnte alternativ verwendet werden.

Endspurt

Dem Bausatz liegen noch 7 Aufkleber bei. Diese sind im handumdrehen Dank der beiliegenden Zusatzanleitung angebracht. In dieser Anleitung ist ausführlich beschrieben an welcher Stelle das Dekor angebracht werden muss. Wer sich an die Vorgaben der Anleitung hält bekommt einen Racer mit einem manntragenden Vorbild.

Abschließend  kommt zusammen, was zusammen gehört -  die Montage der Tragfläche. Die Tragfläche wird unten auf den Rumpf aufgelegt und mit vier Schrauben M3 x 20 mm an den Rumpf verschraubt. Vor auflegen der Tragfläche müssen die Kabel der Servos von unten nach oben durch den Rumpf hindurch gefädelt werden. Die Öffnung unten am Rumpf ist groß genug, so dass man sich nicht die Finger brechen muss, um die Kabel durchzufädeln.

Antrieb

Der Voodoo besitzt einen Antrieb für 4s LiPo mit etwa 2200 mAh. Der Motor setzt eine mächtige Scale 4-Blatt Luftschraube in Bewegung. Ich war sehr gespannt zu welchen Flugleistungen dieser Propeller dem Voodoo verhilft. Bei der Verwendung eines sehr leistungsstarken und spannungsstabilen Akkus kann es vorkommen, dass der Motor beim ersten Gas geben aus der Synchronisation fällt. Das lies sich auch nicht durch Anpassung des Timings ändern. Allerdings kam es jeweils beim ersten Gas geben vor, doch danach lief alles perfekt. Regler und Antrieb erwärmten sich im Betrieb nur geringfügig.

Tipp: Bevor man den Propeller anbringt, sollte man die Schrauben des vormontierten Propeller-Adapters mit Sicherungslack sichern. Hierzu die vier Befestigungsschrauben des Adapters heraus schrauben und diese mit Sicherungslack wieder befestigen. Bei unserem Testmodell hatte sich der Adapter nach ein paar Flügen gelockert.  Zum Glück kann es dadurch nicht zu größeren Schäden an Modell oder Antrieb. 

Auf den Propelleradapter wird nun die Grundplatte des Spinners aufgesteckt, dann der Propeller auf die Nabe. Jetzt wird die beiliegende Unterlegscheibe aufgesteckt und anschließend wird der Alu-Adapter aufgeschraubt. Den Adapter darf man nicht zu fest anziehen, da unter Umständen die Alugewinde beschädigt werden. Der schöne Aluspinner rundet das Design ab.
Nachdem auch  der Empfänger im Rumpf in der dafür vorgesehenen Aussparung montiert ist und alle Kabel entsprechend im Empfänger eingesteckt sind, geht es an die Senderprogrammierung. Wie üblich werden  die Ruderausschläge im Sender eingestellt  Die Werte können der Bauanleitung mit ruhigem Gewissen übernommen werden.  

Der Schwerpunkt

Laut Anleitung liegt der Schwerpunk bei 93 mm hinter der Nasenleiste (am Rumpf gemessen). Die Angabe des Schwerpunktes hat sich nach einigen Flügen als richtig erwiesen. Bei unserem Testmodell haben wir den 239 Gramm schweren Lipo-Akku, ganz nach vorne in den Rumpf hinein geschoben. So passte der Schwerpunkt perfekt.Nachdem die Staufenbiel P-51 Mustang Voodoo in guten 20 Minuten zusammengebaut war, ging es bei bestem Herbstwett er auf die Piste.
Auf den Erstflug der Voodoo war ich schon sehr gespannt. Staufenbiel beschreibt den kleinen Schäumling als sehr gutmütig. Aber kann ein Reno-Racer gutmütig sein?
Ich bin ja schon so einige kleine Racer geflogen. Eigentlich hatten alle so ihre Eigenarten auf die es zu achten galt. Um das Herauszufinden heißt es eben den Knüppel vorschieben und das Modell in die Luft zu befördern.

Let the Race begin

Ohne Vorbehalt ran an den Speck, den Gasknüppel etwas über Halbgas geschoben und ein wenig am Höhenruder ziehen. Und die P-51 Voodoo hebt auch schon ab. Das Startverhalten hat schon fast etwas von einem Hochdecker, da wackelt und kippelt nichts beim Start. Ein wirklich vollkommen unkritisches Startverhalten. Das ist schon mal ein dicker Pluspunkt. Nach einigen langsam geflogenen Platzrunden wurden das erste Mal die Ladeklappen ausgefahren. Und siehe da, die Staufenbiel Voodoo fliegt Lammfromm und erstaunlich langsam, und das bei guten ¼ Gas.Im Langsam-Flug kann die P-51 Voodoo schon mal überzeugen, aber wie sieht es mit Speed aus? Die P-51 Voodoo wird beworben mit einem Topspeed bis zu 150 km/h. Hält die geschäumte Voodoo was Staufenbiel verspricht?
Also Vollgas und ab in den Himmel, einen Turn fliegen und angestochen Richtung Erde. Die Voodoo brettert „volles Rohr“ an mir vorbei. Hinter mir höre ich von den  Fliegerkammeraden  nur ein „Junge Junge die ist aber schnell“.Die Voodoo ist rein optisch schon schnell, aber bringt sie auch die 150 km/h? Dies wollte ich genau wissen und es sollte zu einem späterem Zeitpunkt eine GPS Messung mit Hilfe des Hott GPS Sensors erfolgen.
Rollen und Loopings meistert die Staufenbiel Voodoo mit Bravur. Selbst bei Windgeschwindigkeiten bis zu 20 km/h bleibt sie ihrer Linie treu. Dank der sehr stabilen Tragfläche biegt sich auch bei gerissenen Rollen und aus Topspeed und voll gezogenem Höhenruder nichts durch. Staufenbiel bietet die P-51 Voodoo auch mit einem Flächen-Stabi an, dieser ist aber  meiner Meinung nach nicht notwendig. Die Voodoo lässt sich sehr gut fliegen  und zeigt  ein absolut stabiles Flugverhalten. Nach dem wir uns nun gute 7 Minuten in der Luft ausgetobt haben, komme ich zur Landung herein. Dazu setze ich Landeklappen voll  und das Fahrwerk wird ausgefahren.
Mit etwa Halbgas wird Richtung Flugplatz geflogen, das Gas wird auf gut ¼ gedrosselt und die Voodoo setzt schön auf der Landebahn auf. Ein Starten und Landen auf einer gut gepflegten Rasenfläche ist mit der P-51 Voodoo kein Problem. Das typische nach vorne kippen des Modells, wie ich es bei solchen Modellen erwarte, weist die Voodoo nicht auf.
Die Einstellungen der Anleitung für die Landeklappen und der Ruderausschläge passen sehr gut. Die verbauten Servos von FMS haben über die gesamte Testzeit hinweg ihren Dienst klaglos und mit guter Kraft und  Stellgenauigkeit versehen

GPS Messung

Nach dem wir noch einige Akkus mit der Voodoo gebrettert sind, haben wir ein GPS Modul in der P-51 verbaut. Einige Messungen haben ergeben, dass ein Topspeed von 153 km/h durch entsprechendes Anstechen durchaus möglich ist. Auf Grund der Spannweite von etwas über einem Meter, erschien mir die Geschwindigkeit geringer.

Mein Fazit

Was die Firma Staufenbiel hier auf den Markt gebracht hat, sucht wirklich seines Gleichen. Das beworbene gutmütige Flugverhalten und der Topspeed runden das Modell ab. Die Montage der P-51 Voodoo ist sehr benutzerfreundlich und in sehr kurzer Bauzeit zu bewerkstelligen. Flugeigenschaften und Flugbild sind schon fast unbezahlbar. Die Voodoo sollte aber allerdings  bedingt durch die hohe Geschwindgeit eher von fortgeschrittenen Piloten geflogen werden.

-> Link zum Voodoo auf der Internetseite von Staufenbiel

Technische Daten:

Spannweite: 1070 mm
Länge: 973 mm
Steuerung: Motor, Quer, Höhe, Seite, Landeklappen, Elektrisches Einziehfahrwerk
Bauanleitung für das Modell in Deutsch
Anleitung des Reglers in Englisch
Abfluggewicht mit 4S 2200 mAh Akku:  1509 g

   
   
   
   
   

 

Besonderheiten/Features:

Servos: 6 Stück 9 g
Regler: Brushless-Regler 70 Amp. Mit 5 Amp. BEC
Motor:  Brushless  3648 770 kV
4 Blatt Scale Propeller mit Chrom Spinner
Elektrisches EinziehfahrwerkLandeklappen

 

Wo kaufen?

Bezug über STAUFENBIEL
Preis: 179,00 Euro (PNP Version)
         199,00 Euro (3X Kreisel Combo)

 

 

 

 

 

Gut

+ Montage sehr einfach
+ Sehr gute Anleitung
+ Preis/Leistung
+ Angaben zu Flugverhalten und Geschwindigkeit stimmen
+ Kleber im Bausatz enthalten

 

Weniger gut

-Regleranleitung nur in Englisch
-Motor kann bei voll geladenem Akku aus der synchronisation fallen

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Gustav Staufenbiel GmbH
Hanskampring 9
22885 Barsbüttel
Telefon: 040/30061950
Email: info@modellhobby.de
Internet: http://www.modellhobby.de

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (9 Bewertungen)