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Der „Sword 3.1” von Xmodels

von Felix Herzog vom 3. Juli 2010
Artikel-ID: 20100703-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle
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Für Bildschirmarbeiter ist ein gut sichtbares Modell immer eine gute Wahl. Auf der Suche nach einem neuen Allround Segler mit Elektromotor bin ich per Zufall auf den Sword 3.1 gestoßen. Der italienische Hersteller Xmodels hat hier ordentlich Mut bewiesen und bietet das Modell in unterschiedlichen knalligen Farben an: schwefelgelb, leuchtgrün und leuchtorange. Wer will kann auch ein klassisches Weiß bekommen – aber ich bevorzuge die grellen Farben.

Der österreichische Versender Hepf Modellbau hat die Generalvertretung der Xmodels-Modelle für Österreich und Deutschland übernommen. Das Modell wurde online bestellt, geliefert wird ein Paket mit beachtlichen Ausmaßen. Nach dem Öffnen zeigte sich der Inhalt in Schutzfolie gut verpackt und mittels zweier Holzleisten sicher gegen Verrutschen während des Transports fixiert.

 

Das Modell

Schaut man sich den „Sword 3.1“ von Xmodels in seinem grellen Design und der geblockten Unterseite an, fühlt man sich sofort an einen italienischen Sportwagen mit sinnlicher Optik erinnert. Die Verarbeitung der gelieferten Teile ist ordentlich, alles passt problemlos zusammen. Die Voll-GfK-Oberfläche der Tragflächen ist hart und macht einen robusten Eindruck. Als Profil wurde das sehr breitbandige „RG-15“ gewählt. Das verspricht Allroundqualitäten – auch bei Einsatz der Wölbklappen. Die relative Dicke von nur sieben Prozent und das erwartete Abfluggewicht von mehr als sage und schreibe 3 Kilogramm lassen einen knackigen Topspeed und satten Durchzug erwarten. Die Ruderklappen im Flügel haben eine Sicke, um dort ein Spaltabdeckband anzubringen, das allerdings dem Baukasten nicht beiliegt. Die sonst übliche Dichtlippe ist nicht vorhanden.



Als Flächenverbinder kommt ein recht kurzer 10-mm-Rundstahl aus dem Karton. Er besteht aus hochwertigem Edelstahl und passt saugend in die Steckung im Rumpf. Der großzügig mit Kohlrovings verstärkte Rumpf hat eine deutlich sichtbare Naht, was aber für ein Zweckmodell akzeptabel ist. Das große und alles überragende Seitenleitwerk mit den beinahe zierlich wirkenden, schlanken Flossen des Pendelhöhenruders, lässt eine geschwindigkeitsorientierte Auslegung des Modells erwarten.

Der mitgelieferte Zubehörbeutel ist vollständig und der Inhalt von guter Qualität. Darin finden sich neben den Anlenkteilen aus Messing auch einige Meter verdrilltes Silikon-Servokabel, GfK-Balastrohre, Hochstarthaken, MPX-Hochstromstecker und sogar ein GFK-Motorspant.

 

Der Bau

Man benötigt Zeit um den Sword aufzubauen. Die Bauanleitung ist leider nur in englischer Sprache verfasst, dafür jedoch gut bebildert und auf über 60 Seiten wird jeder Bauabschnitt ausführlich beschrieben. Im Bereich der Voll-GfK-Modelle kann dies wirklich als Highlight betrachtet werden, liefern doch viele Hersteller oftmals nur ein nahezu unleserlich kopiertes A4-Blatt mit wenigen Einstellwerten mit.

Ungewöhnlich für ein Voll-GFK-Zweckmodell ist die Tatsache, dass das Seitenruder noch zu montieren ist. Die Anlenkung erfolgt per Seilzug. Liest man in der Bauanleitung weiter, fällt auf, dass auch die Abschlussleiste im Seitenleitwerk noch eingeklebt und die Scharniere montiert werden müssen.

Der Bau beginnt also damit, die Servos in die Tragflächen einzubauen. Dazu habe ich mich, wie vom Hersteller vorgeschlagen, für HITEC HS-125 entschieden, die aber nicht eingeklebt sondern in den genialen Servorahmen von Michael Fey (www.servorahmen.de) montiert. Dann wurden die MPX-Hochstrombuchsen in die Wurzelrippen eingepasst und die Kabel zu den Servos gelegt und nach Anleitung verlötet.

Der nächste Schritt dient dazu, die Ruderhörner entsprechend anzulenken. Dazu ist einfach ein Loch durch das Ruder zu bohren und die entsprechenden Messingteile von oben mit Uhu-Plus einzukleben. Jetzt noch die Rudergestänge abgelängt, die Servoschachtabdeckungen angepasst und schon sind die Tragflächen fertig.

Der Bau des Rumpfes erfordert dann doch ein wenig mehr Arbeitszeit. Zuerst muss für die Seilanlenkung des Seitenruders zwei 40 mm lange und 1 mm breite Schlitze in den Rumpfausleger gefräst werden. Mit dem Dremel und einem kleinen 1mm Fräser ist das aber recht schnell erledigt. Als dann der Einbau des Pendelhöhenruders anstand, fehlte leider eines der drei notwenigen GfK-Teile. Eine Email an die Firma HEPF löste das Problem und umgehend wurde ein Ersatzteil abgesendet.

Der Höhenruderumlenkhebel wurde dann samt Lager und Abstandshülsen schnell zusammengebaut und mit Uhu-Plus in die vorhandenen Bohrungen eingeklebt.

Bevor jetzt die Abschlußleiste ins Seitenruder einklebt wird, muss das Servobrett vorne im Rumpf sitzen, da es sonst später nahezu unmöglich wird die Kohlerohrschubstange für das Höhenruder richtig abzulängen und anzubringen. Daher ist es unabdingbar das Höhenruderservo vorher endgültig zu montieren.

Ausrüstung

Mein Modell sollte nicht als Segler, sondern als Elektroversion in die Luft kommen. Daher will die Platzierung der Servos gut überlegt sein. Mit der Laubsäge wurde die Nase passend abgesägt und der mitgelieferte 40mm GfK-Motorpannt eingeklebt. Ein 42-mm- Spinner von Reisenauer mit passendem Alumittelstück nimmt die 17*10 CFK-Klappluftschraube auf. Als Motor kommt ein Kontronik KIRA 500-26 mit Getriebe 6,7:1 zum Einsatz. Ist der Getriebemotor montiert, werden der Kontronik JAZZ-55 Regler, der 4S 4.500mAh Antriebsakku und der 4zellige Pufferakku für den Empfänger möglichst nah am Motor platziert. Unmittelbar dahinter sind die beiden Servos HITEC HS-225 MG eingebaut.

Der Empfänger liegt schließlich im Bereich der Flügelaufnahme und damit hinter den Servos. Der Rumpf des „Sword“ ist recht geräumig und mit durchdachter Planung können alle Komponenten gut untergebracht werden, ohne dass zusätzliches Blei zum Erreichen des Schwerpunktes bei rund 75mm nötig wird. Der Gang zur Waage zeigte tatsächlich 3.340 Gramm Abfluggewicht.

 

Erstflug

Bei abendlicher Windstelle erfolgte der erste Start. Mit dem stabilen Rumpf lässt sich der „Sword“ sehr gut greifen, was bei dem hohen Gewicht absolut von Vorteil ist. Mit laufendem Motor gelingt der Abwurf sicher und das Modell steigt zügig in den Himmel. Nach wenigen Sekunden hat der Motorflug den „Sword“ auf etwa 130 Meter Höhe gebraucht und das Modell dreht seine ersten Runden.


Die empfohlen Ruderausschläge haben sich dabei auf Anhieb als sehr angenehm erwiesen:
Höhenruder:  -10/+8 mm
Seitenruder:  -/+30 mm
Querruder:  -15/+10 mm
Butterfly:  -12 mm
Wölbklappen:  +35 mm

Die „Kiste“ angedrückt und das Modell macht seinem Namen alle Ehre: Zischend saust das Schwert durch die Lüfte und sorgt für ein breites Grinsen in den Gesichtern aller Anwesenden. Jetzt noch etwas Tiefe nachtrimmen und die Fuhre läuft wie auf Schienen!

Das Landen klappt trotz der begrenzten Ausschläge der Flaps recht gut – wenn auch eine etwas längere Landestrecke eingeplant werden muss, als dies bei anderen Modellen der Fall ist: Der Tribut an die Lagerung der Flaps an der Flügeloberseite. Das Modell kann problemlos langsam geflogen werden und so lande ich mit etwas Tiefenruderausgleich den „Sword“ sanft auf Graspiste.

 

Der Berg ruft

Nur wenige Tage später stehe ich am Hang in Nauders, der erste Start in den Bergen!
Der Wind bläst mit voller Kraft aus Süden. Also schnell das Modell aufbauen und kurze Zeit geht der Sword über die Kante. Sofort beginnt er zu steigen und ist nach wenigen Runden knapp 200m über der Startstelle. Jetzt wird die gewonnene Höhe mit einem harten Abschwung vernichtet. Die erreichte Geschwindigkeit ist atemberaubend – die Maschine liegt wie ein Brett in der Luft und kann agil an der Hangkante entlang kacheln. Das ist Gänsehaut pur – so wie man es eben von einem italienischen Sportwagen erwartet!

 

Technische Daten

Modell:  „Sword 3.1“ von Xmodels
Spannweite:  3.080mm
Länge:  1.560mm
Fluggewicht:  3.500g
Profil:  RG-15 / 7%
Motor:  Kontronik KIRA 500-26 6,7:1 Getriebe
Regler:  Kontronik JAZZ55 mit switching BEC
Flugakku:  ROXXY 4S 4.500mAh
Propeller:  17x10“ Graupner CFK

Preis:  599,- Euro
Bezug:  Hepf Modellbau und CNC-Technik
Internet:  http://www.hepf.at

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.8 (4 Bewertungen)

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