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MX2 von Ripmax/ST-Model

von Rainer Osterholz vom 11. Juni 2010
Artikel-ID: 20100611-FM-001 Rubrik: Flächenmodelle
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Selten war es so einfach, ein ARF-Modell tatsächlich innerhalb weniger Minuten aus der Verpackung heraus zum Einsatz zu bekommen. Allein die Maße der Verpackung lassen Großes vermuten:  1.250 x 330 x 160 mm machen deutlich, dass es sich hier nicht um einen klassischen Bausatz, sondern um ein Fertigmodell handelt. Selbst die Bezeichnung ARF ist bei der MX2 von Ripmax bereits leicht untertrieben.

Die Erwartungen an die MX2 sind hoch, verspricht Ripmax seinen Kunden immerhin ein „großartiges Semi-Scale Modell für alle Variationen des Kunstflugs“. Kaum ein Hersteller kann sich heute der „Schaumwaffel“ entziehen. Und so wurden auch bei der MX2 die Tragfläche und der Rumpf aus Crash-resistendem  EPO gefertigt.

Servos, Brushless-Motor und Regler sind bereits ab Werk eingebaut. Zum Erstflug wird lediglich eine 4-Kanal-Steuerung, passender Empfänger und ein 3S Lipo-Akku mit 1.800 mAh benötigt.

Zur MX2 gibt es übrigens ein Vorbild: Hersteller ist MX-Aircraft (http://www.mxaircraft.com) aus North Carolina. Mit 380 PS und Rollraten von bis zu 420 Grad/Sekunde kommt die Power-Maschine beispielsweise auch beim legendären RedBull-Air Race zum Einsatz.

 

Der Zusammenbau ist ein Kinderspiel

Doch zurück zum Nachbau von Ripmax. Rumpf, Tragflächen, Seitenleitwerk oder auch Fahrwerk sind einzeln verpackt und bieten somit höchste Transportsicherheit. Ein Kleinteilesatz mit Propeller und Anlenkungen für die Ruder und ein hochwertig bedruckter, vorgestanzte Dekorbogen runden den Lieferumfang ab. Negativ: Die Montageanleitung ist in englischer Sprache verfasst. Viele Detailbilder dokumentieren jeden Montageabschnitt und eine deutsche Kurzfassung unterstützt den Modellpiloten beim Bau.

Die Montage der MX2 ist ein Kinderspiel für jeden Modellbauer und beginnt mit der Montage des Fahrwerks an den Rumpf. Lediglich zwei kleine Schrauben fixieren das Fahrwerk am Rumpf, ob das Fahrwerk jedoch Landungen auf der Graspiste übersteht ist fraglich. Daher sollte direkt bei der Montage das Fahrwerk mit Epoxy oder Beli-Zell zusätzlich gesichert werden. Die 12x6“ Luftschraube wird samt Spinner an den bereits ab Werk verbauten Brushless-Motor verschraubt. Beim Spinner handelt es sich übrigens um einen sogenannten „Turbospinner“, der durch mehrfache Fräseungen an der Kappe eine optimale Motorkühlung gewährleisten soll.

Tragfläche wird mittels Bajonett-Verschluss fixiert

Das Höhen- und Seitenleitwerk wird durch ein cleveres Stecksystem miteinander verbunden und als  Einheit mit einem Kunststoffdübel am Rumpf fixiert. Die Servos für Höhen- und Seiten-Ruder sind bereits montiert. Einzige Aufgabe hier für den Modellpiloten: Aufschrauben der Servohebel, und Anlenkungen einhängen. Für eine optimale und präzise Ruder-Neutralstellung sorgen Madenschrauben am Ruderhorn. Beim Testmodell waren die Servos etwas zu tief eingebaut, wo durch die Anlenkung bei jedem Ruderausschlag am Rumpf „kratzt“. Ein scharfes Messer schafft hier Abhilfe.
Auch die Servos für die Querruder sind bereits in der Tragfläche verbaut und werden mittels V-Kabel am Empfänger angeschlossen. Die Tragfläche selbst wird passgenau mit dem Rumpf durch zwei Kunststoffschrauben und Bajonett-Verschluss fixiert. Dies garantiert eine schnelle Montage auf dem Flugplatz und schafft Platz im Kofferraum.

Ripmax zeigt, dass es ohne Kleber funktioniert

Mit dem Dekorbogen kommt Farbe ins Spiel. Er sorgt aber auch für den größten zeitlichen Aufwand beim Zusammenbau der MX2. Ohne Frage, der Aufdruck ist von hoher Qualität, jedoch zeigt sich die Klebefolie beim Aufbringen auf das EPO recht störrisch. Ein Heißluft-Fön macht die Klebefolie flexibel und führt bei optimaler Dosierung der Wärmezufuhr zum gewünschten Ergebnis.
Damit ist der Bau der MX2 abgeschlossen und zeigt nochmals, dass auch EPO-Modelle ohne Kleber und Aktivator in die Luft zu bekommen sind. Eine Hand voll Schrauben und clever gelöste Steckverbindungen reichen völlig aus.

Der Schwerpunkt liegt laut Ripmax ca. 60mm hinter der ersten Flächenbefestigung und kann nach persönlichen Vorlieben um  +/- 7mm verschoben werden. Der Hersteller empfiehlt einen 3S Lipo mit 1.800 mAh. Um längere Flugzeiten zu erreichen, kommt beim Testmodell ein 2.200er Lipo zum Einsatz, dem Schwerpunkt tut es keinen Abbruch. Das angegebene Abfluggewicht von knapp 980 Gramm wurde mit insgesamt fast 1.140 Gramm deutlich überschritten. Die empfohlenen Ruderausschläge laut Anleitung wurden ignoriert und auf maximal gestellt. Immerhin wollen wir 3D fliegen!

Die MX2 geht durch alle Figuren

Die bereits beim Bau aufkommende Frage, ob das Fahrwerk eine Graslandung überstehen wird, stellt sich auf dem Platz wieder. Ein Bodenstart auf Gras ist jedenfalls möglich, trotzdem startet die MX2 zum Erstflug aus der Hand. In der Luft geht die MX2 durch alle 3D-Figuren, die Servos sind ausreichend dimensioniert. Messerflug und gerissene Figuren gehen gut und bringen vor allem Freude. Für den dynamischen Kunstflug ist die Motorisierung absolut ausreichend, allerdings macht sich das Mehrgewicht von 160 Gramm gerade beim Torquen bemerkbar. Hier sollten deutlich mehr Leistungsreserven abrufbar sein.
Nach ca. 8 Minuten 3D-Kunstflug geht’s zur Landung über. Bei gemütlichem Rundflug sind locker bis zu 20 Minuten Flugzeit drin. Bei Landungen auf Hartpiste kommt die MX2 nach wenigen Metern zum Stehen.

 

Fazit

Das Preis-/Leistungsverhältnis der MX2 ist mehr als gut. Für knapp 130 EUR geht Ripmax deutlich in die Offensive und präsentiert ein vollwertiges Kunstflugmodell für den geübten Piloten. Soll die MX2 auf Gras starten und landen, so sind Modifikationen am Fahrwerk unbedingt notwendig. Alle gängigen Flugmanöver quittiert das Modell mit Gehorsam und äußerster Zuverlässigkeit.

Technische Daten

Spannweite:  1210 mm
Länge:  1106 mm
Gesamtflächeninhalt:  27,3 dm²
Abfluggewicht (laut Hersteller):  960 g
Abfluggewicht (Testmodell):  1.140 g
Gesamtflächenbelastung:  35,16 g/dm²
Motor:  Brushless Außenläufer 920kv (verbaut und angeschlossen)
Regler:  Brushless 30A mit optionaler Bremse (verbaut und angeschlossen)
Servos:  4 x 9 g (verbaut und angeschlossen)
Propeller:  12 x 5

 

Benötiges Zubehör:

4-Kanal-Steuerung & Empfänger
Akku:  3S Lipo 1.800 - 2.500 mAh

 

Bezug & Preis:

Fachhandel, ca. 130 EUR

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3.8 (17 Bewertungen)

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