homeFACHMAGAZINRIPMAX: Space Invader - Squall! HP

Fachmagazin

RIPMAX: Space Invader - Squall! HP

von Walter Clauss vom 16. Oktober 2010
Artikel-ID: 2010-04-022 Rubrik: Flächenmodelle

Impeller-Modelle liegen voll im Trend. Außergewöhnliche Flugeigenschaften, futuristische Optik, gepaart mit Leistung satt, dafür steht der Squall! HP von englischen Hersteller Ripmax.

 

 

Squall RIPMAX

Baukasteninhalt

Schon beim Betrachten des Baukasteninhalts und Überprüfen des Lieferumfangs sammelt Ripmax Pluspunkte. Denn oftmals zählt bekanntlich der erste Eindruck: Alle Teile sind vorbildlich nach Baugruppen sortiert und einzeln in PVC-Beutel verpackt. Zusätzlich wurden alle Teile gegen verrutschen im Karton mit Klebeband gesichert. Das erhöht die Transportsicherheit und verspricht keine bösen Überraschungen beim Öffnen der Verpackung. Die Zelle wird aus insgesamt fünf geschäumten Teilen zusammengefügt. Der Impeller samt Steller, Dekorbogen, Nasenkonus, Schubdüse, Akkubefestigung, Ruderhörner und Gestänge runden den Lieferumfang ab. 5 Min.-Epoxy wird nicht mitgeliefert, sollte aber in jedem Modellbaukeller zu finden sein. Der Squall! besteht komplett aus geschäumtem Polystyrol (Styropor). Dieses ist im Vergleich zu bekannten EPP leichter und steifer, aber auch umso empfindlicher. Die Zelle muss beim Bauen und vor allem beim Transportieren also vorsichtig behandelt werden, ansonsten drohen unschöne Druckstellen. Der Squall! wird in der vorliegenden HP Version von einem 70mm Dreiblatt Impeller mit fertig montiertem Außenläufer angetrieben. Bei 3.400rpm/V sind an 4 Lipo-Zellen Drehzahlen um die 50.000 zu erwarten. Dem Bausatz liegt auch gleich der passende 45A Steller bei. Der Impeller macht insgesamt einen stabilen Eindruck, auffallend ist jedoch der mit ca. 2mm relativ breite Spalt zwischen Blättern und Statorring. An dieser Stelle sollte erwähnt sein, dass der beiliegende Drehzahlsteller laut Betriebsanleitung nur für den Betrieb mit 2,4 GHz Anlagen geeignet ist. Der Grund dafür liegt vermutlich bei der Kabelverlegung. Die Platzverhältnisse im Innern des Modells sind so beengt, dass die Servokabel direkt unter dem Steller geführt werden müssen. Die Bedienungsanleitung sorgt für weitere Pluspunkte: Dem Bausatz liegt eine sehr schön bebilderte, englischsprachige Bauanleitung nebst deutscher Übersetzung bei. Die Qualität der Bauanleitung ist hervorragend. Jeder Schritt ist sorgfältig beschrieben und mit aussagekräftigen Bildern hinterlegt.

 

Squall RIPMAX

 

Komponenten

Zur Fertigstellung des Squall! wird ein 4-Zellen Lipo-Akku mit ca. 2.500mAh Kapazität, drei Servos der 13mm-Klasse und natürlich eine 2.4 GHz-Fernsteueranlage benötigt. Mit dem vorhandenen Futaba 2,4 GHz-System fiel die Wahl des Empfängers schnell auf den bewährten R617FS. Als Servos kommen Hextronix HXT-900 zum Einsatz. Die sind günstig und reichen für die Bedürfnisse des Squall! völlig aus. Bei der Wahl des richtigen Akkus sollte bei einem Impeller-Modell jedoch nicht gespart werden. Ein 30C-Typ mit hoher Spannungslage ist obligatorisch um das Maximum aus dem Antrieb herauszuholen. In diesem Fall wurde ein 4s Wellpower CH5 mit 2.600mAh Kapazität verwendet. Dieser verspricht nebst höchster Spannungslage auch noch Ladeströme von bis zu 5C.

 

Gewichte der Zelle

Tragfläche rechts:  16g
Tragfläche links: 17g
Seitenleitwerk: 11g
Lufteinlauf: 21g
Rumpf: 81g
Kabinenhaube: 29g

 

Gewichte der Komponenten

Impeller & Regler: 139g
Akku: 288g
Empfänger: 9g
Servos: 30g
Kleinteile: 40g

Die Gewichte liegen allesamt im üblichen Rahmen. Lediglich die Kabinenhaube fällt mit 29g überraschend schwer aus. Die Summe aller Bauteile liegt bei knapp 681g ohne Dekorsatz. Als Abfluggewicht werden somit ca. 700g angepeilt.

 

Squall RIPMAX

 

Der Zusammenbau

Im ersten Bauabschnitt werden die beiden Flächenhälften mit dem Rumpf verbunden. Die Klebestelle ist für eine einfachere Positionierung gestuft. Durch das steifere Styropor und die geringe Spannweite verzichtet der Hersteller auf einen Holm. Die Scharniere der Ruder sind als Elasticflaps konstruiert und von Werk aus bereits mit Klebefolie verstärkt. Folgt man der Bauanleitung, wird direkt nach den Tragflächen der Impeller eingeklebt. Diese Reihenfolge ist jedoch nicht zu empfehlen, da der Kabeldurchgang für das Seitenruder-Servo genau unter dem Impellermantel liegt. Zwar ist in der Zelle bereits eine Vertiefung für das Kabel eingeformt, diese wird aber durch die Motorkabel komplett ausgefüllt. Eine nachträgliche Kabeldurchführung dürfte daher nur schwer machbar sein. Es ist somit sinnvoller, das Seitenleitwerk vor dem Impeller einzukleben, so kann das Kabel für die Seitenrudermaschine bequem verlegt werden. Die Servoschächte in den Tragflächen sind mit 12x26mm bestens für Servos der klasischen 13mm Klasse geeignet. Die verwendeten HXT-900 passen saugend und stehen auf der Tragflächenoberseite nur minimal hervor. Im Rumpf sind bereits passende Kabelkanäle geformt. Sehr erfreulich: Die Servokabel aus den Tragflächen reichen auch ohne Verlängerung bis zum Empfänger. Einzig das Kabel des Leitwerksservos muss verlängert werden.

Im Gegensatz zu den Servoausschnitten in den Tragflächen, passt rätselhafterweise passt der Ausschnitt im Seitenleitwerk überhaupt nicht. Speziell im Bereich des Servoarms muss großzügig nachgearbeitet werden.

Die beiliegenden Ruderhörner machen einen stabilen Eindruck, sind aber etwas „fummelig“ einzubauen, da man sehr viel Druck aufwenden muss, um die Halteplatte über das Horn zu drücken. Hier sollte man sehr sorgfältig arbeiten, um keine Dellen in den Rumpf zu bekommen. Wenn die Hörner dann aber mal drin sind, sitzen sie perfekt. Die Anlenkung wird geklippst und ist auf Ruderseite absolut spielfrei. Auf der Servoseite sind Z-Biegungen vorgesehen. Auch hier muss sehr genau gearbeitet werden, da die aufgeschraubten Gabelköpfe nur einen geringen Einstellweg zulassen.

 

Antriebseinheit & Einlauftunnel

Bevor der Impeller eingesetzt wird, sollte der Einlauftunnel von einem störenden Anspritzpunkt befreien werden, der wirklich sehr stark hervorsteht. Das verbessert die Aerodynamik und somit Luftdurchsatz im Schubkanal. Der Impeller wird ohne Formschluss mit Epoxy in den Rumpf geklebt. Man sollte unbedingt vor dem Einkleben überprüfen, ob der Antrieb einwandfrei läuft. Denn ist der Schubkanal verklebt, kommt man an den Impeller nicht mehr heran. Die Kabelstränge sollten bis zum Regler mit Klebefolie abgeklebt sein, das verbessert wieder einmal die Aerodynamik und verhindert, dass sich ein Kabel löst und im Luftstrom flattert.

 

Finish

Nasenkonus, Schubdüsendummy und Einlaufschutz sind aus lackiertem Kunststoff und bereits fertig ausgeschnitten. Sie können ohne Nacharbeit direkt angeklebt werden. Die Befestigung der Kabinenhaube ist unkonventionell gelöst, hält aber tadellos. Lediglich bei unsanften Landungen kann es passieren, dass diese aufspringt. Zum Schluss wird noch der Empfänger installiert, Ruderausschläge einstellen, Schwerpunkt auswiegen und Dekor aufbringen…fertig. Der Squall! ist problemlos an einem Abend gebaut. Für das Dekor sollte man sich allerdings zwei zusätzliche Hände wachsen lassen. Der Bogen ist sehr fest aufgerollt und entsprechend störrisch.

Das Gewicht des flugfertigen Modells ohne Dekor beträgt 680g. Mit Dekor sind es dann doch tatsächlich 705g. Der 4-Zellen-Antrieb entwickelt bei vollem Akku ca. 800g Standschub. Das Schub/Gewichtsverhältnis ist somit leicht besser als 1:1, passt aber nicht ganz zur Produktbeschreibung des Herstellers – in dieser wird der Squall! in der HP Version mit 930g Schub angegeben.

Eine Recherche ergab, dass es bei der ersten Version des Squall! HP zu einem Bruch des Läufers kommen konnte. Der Hersteller hat daraufhin die Rotorblätter gekürzt und so den Impeller entlastet. Der Squall! stellt aber auch mit entschärftem Impeller mehr als  genug Leistung zur Verfügung.

 

Fliegen

Der Squall! will unbedingt flach geworfen werden. Wirft man zu steil, nimmt er sofort die Nase hoch. Es ist jedoch genug Leistung vorhanden um im 80° Winkel wegzusteigen. Trotzdem sollte man auf den ersten Metern Geschwindigkeit aufnehmen, da die Ruderwirkung durch den fehlenden Propellerstrom Impeller-typisch erst ab einer bestimmten Mindestgeschwindigkeit einsetzt. Hat er erst einmal Geschwindigkeit aufgenommen, baut er die auch nicht mehr so schnell ab. Pfeilschnell und wie auf Schienen lässt er sich über den Rasen jagen.

Der Schwerpunkt passt wie in der Bauanleitung vom Hersteller angegeben. Die empfohlenen Ruderausschläge sind jedoch viel zu hoch gegriffen und nur bei Start und Landung sinnvoll. Im Speedflug können die Ausschläge halbiert und das Expo verdoppelt werden. Diese Konfiguration fliegt sich am angenehmsten. Beim Gasgeben sollte man auf eine kräftige Rolltendenz gefasst sein, das Motordrehmoment ist deutlich spürbar. Die Rollrate ist durch die großen Ruderflächen phänomenal, mehrere Umdrehungen pro Sekunde sind kein Problem. Einfacher Kunstflug wie Loops, Rollen und – dank angelenktem Seitenruder – Turns und Messerflug sind problemlos möglich.

Das Abrissverhalten ist gutmütig und tritt erst bei sehr langsamen Geschwindigkeiten auf. Der Squall! geht bei voll gezogenem Höhenruder in einen steilen Sackflug über, neigt bei böigem Wind aber dazu über die Fläche abzukippen. Aber der Squall! ist ja nicht zum Schleichen da, sondern will schnell und tief über den Platz gescheucht werden. Leistung ist dafür im Überfluss vorhanden, wobei es zum endlos senkrechten Steigflug leider nicht ganz reicht.

Beim Landen muss weit ausgeholt werden, denn der Squall! baut Geschwindigkeit selbst gegen den Wind nur schlecht ab und kann erstaunlich langsam geflogen werden. Begrenzt wird die Mindestgeschwindigkeit nur durch die aussetzende Ruderwirkung. Die Landung erfolgt delta-typisch mit hohem Anstellwinkel und Schleppgas fast bis zum Stillstand. Fliegt man zu flach und schnell an, hakt die Einlauflippe in der Grasnarbe ein. Der Squall! kippt dann nach vorne und bohrt die Nase in die Wiese. Das steckt er aber, dank Kunststoff-Nasenkonus, bei niedrigen Geschwindigkeiten problemlos weg. Die Flugzeit mit dem verwendeten 2.600mAh Akku liegt bei ca. 4 Minuten Vollgas

 

Fazit

Der Squall! ist durch seine hohe Fluggeschwindigkeit und Agilität nicht anfängertauglich. Breites Geschwindigkeitsspektrum und unkritische Flugeigenschaften machen den Squall! jedoch zu einem hervorragenden Einstiegsmodell in die Impellerklasse. Auch für erfahrene Impellerflieger ist der Squall! zu empfehlen, in diesem Preissegment sind ARF Impellerjets in der Leistungsklasse des Squall! nämlich sehr dünn gesät.

 

Technische Daten:

- Spannweite: 650mm
- Länge: 885mm
- Akku (Testmodell): Wellpower CH5 2600 4s
- Gewicht (Testmodell): 705g
- Gewicht (Bauanleitung): 650g – 780g
- Motor: 3400 rpm/V Brushless Außenläufer
- Steller: 45A mit BEC
- Flugzeit: 4 min Vollgas
- Bezugsquelle: Fachhandel
- Servos (Testmodell): 3x HXT-900
- Empfänger (Testmodell): Futaba R617-FS

 

Dieser Artikel wurde erstmals am 23. Mai 2010 auf RC-MODELLSCOUT.DE veröffentlicht!

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.3 (7 Bewertungen)

Aktuelle Kleinanzeigen

Das könnte dich interessieren

Lange mussten wir auf den ersten Pultsender aus dem Hause HORIZON HOBBY warten. Doch ab Februar 2012 soll nun die neue SPEKTRUM DX10t über den Fachhandel verfügbar sein. Ein Pultsender, der mit vielen Features und innovativen Ideen den Markt für sich behaupten will. RC-MODELLSCOUT.DE hatte die Gelegenheit, schon vor offizieller Markteinführung die SPEKTRUM DX10t ganz genau unter die Lupe zu nehmen und ausgiebig zu testen.

Vier Rotoren für ein Halleluja - wir haben den Quadrokopter BLADE mQX von HORIZON HOBBY getestet

pefil rotJetzt diesen Test lesen

Bereit für Highspeed? Wir verlosen einen SPEED XS von flightline/Horizon Hobby

Wir sind Modellflug

Erlebe den RC-Modellflug mit RC-MODELLSCOUT.DE

Erlebe den RC Modellflug mit RC-MODELLSCOUT.DE. Wir sind Deutschlands größtes Online-Magazin und berichten täglich mit News-Meldungen, Testberichten und tollen Videos über den RC Modellflug. Zudem bieten wir erfahrenen Modellpiloten interessante Beiträge rund um Technik und geben Einsteigern wertvolle Tipps um schnell im RC Modellflug erfolgreich zu werden.

Auf RC-MODELLSCOUT.DE findest du Beiträge über Horizon Hobby, robbe Modellsport, MUltiplex, Graupner, Kyosho, Hype und vielen weiteren führenden Herstellern aus dem RC Modellflug.