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Test: Cessna 177 Cardinal von HYPE inkl. Schwimmer-Set

von Stephan Weinhard vom 10. April 2012
Artikel-ID: 20120410-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Die Cessna 177 Cardinal ist wohl das bekannteste und auch schönste Muster der Cessna Hochdecker-Baureihen. Tausende von Piloten erfreuen sich bis heute an der schnittigen Form und den hervorragenden Flugleistungen dieses Flugzeugtyps. HYPE hat die Cessna 177 Cardinal  als Kofferraum-freundliches Schaummodell aufgelegt und verspricht dank Brushless-Antrieb hervorragende Flugeigenschaften. Stephan Weinhard hat sich den kleinen Schulterdecker einmal genau angesehen.

 

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Test: Cessna 177 Cardinal von HYPE inkl. Schwimmer-SetDie Urlaubsplanung nähert sich, ich schaue mich in meiner relativ vollgepackten Werkstatt um und versuche meiner Frau zu erklären: „Liebling, ich habe eigentlich gar nichts zu fliegen für den Urlaub!“. Wenn Blicke… Naja, unsere Frauen müssen schon sehr geduldig sein. Aber mal ganz im Ernst, wer kennt das nicht: Es geht in den Familienurlaub und man möchte doch so gerne wenigsten ein bisschen fliegen. Dabei ist kaum Platz im Auto und wie die Bedingungen am Urlaubsort sind, ist auch nicht ganz klar.

Zufällig viel mir da der neue HYPE-Prospekt in die Hände. Dabei ist mir die Cessna 177 Cardinal aus Hypodur (ein EPP-Werkstoff) ins  Auge gesprungen. Nicht nur weil mir Design und Form der Cessna 177 Cardinal  schon immer gut gefallen hat, sondern weil sie mit ihren kompakten Maßen von gerade mal 684 Millimetern Spannweite und 564 Millimetern Länge ideal für das Urlaubsgepäck erscheint. Darüber hinaus liefert HYPE dieses Modell, neben typischem Dreibeinfahrwerk, zusätzlich mit einem Schwimmerset und angelenktem Wasserruder aus. Ideale Voraussetzungen für den Urlaub also, um je nach Möglichkeit und Umgebung entweder das Modell als Wasserflugzeug auszurüsten oder eben ein festes Fahrwerk zu montieren. Kurzum, das Modell erscheint mir neben meiner Frau und meinem Sohn, der richtige Urlaubsbegleiter zu sein und ist als ARF-Modell inklusive Antrieb und Servos mit 119 Euro wirklich preiswert. Da sich ein paar passende 2S Lipo-Akkus mit 450 mAH Kapazität in meinem Fundus befinden und meine Frau dieser kleinen vorab Investition für den  Urlaub zustimmt, ist die HYPE Cessna 177 Cardinal schnell bestellt.

Wenige Tage später kann ich meine Cessna 177 Cardinal in einem relativ kleinen Karton in Empfang nehmen. Sicher verpackt hat sie unversehrt ihren neuen Heimatflughafen erreicht. Schnell sind die wenigen Teile und die Anleitung entnommen und es geht an den Aufbau.  Auffällig ist die schöne glatte und detailreiche Oberfläche aller Bauteile und die vielen kleinen Scale-Details wie Antennen auf der Tragfläche und Auspuff-Attrappen an der Motorhaube. Die Tragfläche und das Höhenruder sind nicht aus EPP gefertigt und verfügen über eine deutlich feinere Oberflächenstruktur als der Rumpf des Modells. Dafür sind sie deutlich druckempfindlicher, verfügen aber über nachempfundene Blechstöße und Nieten. Das steigert natürlich die Vorfreude auf das Modell.

Die beiliegende Anleitung ist für den Hersteller typisch recht ausführlich und zeigt jeden Arbeitsschritt. Dabei wird nicht nur auf den Aufbau und die Montage eingegangen, sondern es werden zusätzlich auch gute Tipps für die Wartung des Modells und das Einfliegen gegeben. Wer über etwas Erfahrung verfügt, für den wird die Anleitung schnell uninteressant, denn die Montage ist absolut logisch und sogar vom Einsteiger ohne Mühe zu bewältigen. Lediglich die Angabe zum Schwerpunkt und der Ruderausschläge entnehme ich der Dokumentation. Der Rest ergibt sich praktisch von selbst.

 

Test: Cessna 177 Cardinal von HYPE inkl. Schwimmer-SetDie Montage - kurz und einfach

Der Zusammenbau ist wirklich sehr schnell erledigt und absolut unspektakulär. Sämtliche Servos und Anlenkungen sind bereits betriebsfertig eingebaut. Lediglich das Höhenruder wird an den Rumpf geschraubt und der durch den Rumpf verlegte Bowdenzug am Ruderhorn eingehängt. Die Tragfläche wird von oben mit drei Schrauben auf dem Rumpf montiert. Das ist zwar etwas „fummelig“ bis alles richtig und gerade sitzt, aber dennoch in wenigen Minuten erledigt.

Funktionsbereit ist auch der Brushless-Antrieb im Rumpf montiert und angeschlossen. Die Luftschraube ist bereits an der relativ lange 3-Millimeter Welle des Motors mit Hilfe von zwei Muttern montiert. Dies funktioniert zwar problemlos, aber die Welle ist aufgrund ihrer Länge relativ bruch- bzw. biegegefährdet, sollte das Modell einmal hart auf die Nase gehen. Ein kleiner 2S Lipo mit 450 mAh wird via 2-Millimeter Goldkontakten mit dem Regler verbunden. Die verbleibende Zeit bis zur Vollladung des Antriebsakkus wird für den Einbau des Fahrwerks  verwendet. Zuerst baue ich das Dreibeinfahrwerk ein, da ich an meinem Heimatflugplatz keine Gelegenheit für einen Wasserflug habe.

Der Fahrwerksbügel wird auf die ordentlich dimensionierte Aufnahme gesetzt und gemeinsam mit der Rumpfverkleidung und zwei Schrauben sicher am Rumpf befestigt. Das Bugfahrwerk ist bei Lieferung bereits fertig montiert. Schnell noch den 5-Kanal-Empfänger im Rumpf platziert und den Sender programmiert, da melde mein Ladegerät auch schon die erfolgreiche Ladung des Akkus.

In weniger als einer halben Stunde steht die Fahrwerksversion der Cessna 177 Cardinal vor mir. Der Umbau auf das Schwimmer-Setup ist ebenso schnell erledigt. Dazu werden die Fahrwerksbügel abgeschraubt und das Bugfahrwerk aus seinen Halterungen gezogen. Das vormontierte Schwimmerpaar wird dann an vier vorgesehen Befestigungspunkte geschraubt und die Wasserruderanlenkung in die Aufnahme für das Bugfahrwerk stecken. Dazu muss zwar die Motorhaube abgenommen werden, diese ist aber nur mit zwei Magneten am Rumpf befestigt und somit leider etwas schwach ausgelegt. Im Flugbetrieb kann es passieren, dass die Haube sich etwas löst und der Propeller dann vorne die schöne rote Farbe abkratzt. Daher mein Tipp: Die Haube mit einem Streifen Tesa sichern.

Mit einem Aufwand von nur wenigen Minuten kann die kleine Cessna 177 Cardinal mit Schwimmen ausgestattet werden und ist somit für Starts und Landungen aus dem nassen Element gerüstet. Die Größe der Schwimmer passt gut zum Modell. Wie sich bei der Wasserflugerprobung später im Flugbetrieb zeigte, ist die Lage des Modells im Wasser gut austariert und erlaubt problemlose Starts und Landungen.

Bevor es jedoch an die Flugerprobung geht, wird noch schnell gewogen: Stolze 310 Gramm Gewicht bringt das Modell flugbereit auf die Waage. Mit Schwimmern sind es dann 330 Gramm. Das verhältnismäßig hohe Gewicht lässt eine hohe Grundgeschwindigkeit erwarten.

 

„Up in the air“

Es ist sicherlich unnötig zu sagen, das ein Modell mit dieser geringen Größe und dem niedrigen Gewicht nichts für windige Tage ist. Also muss ich mich einige Tage gedulden, um die richtigen Bedingungen zu erwischen. Der Antrieb ist mit einem 18-Ampere Regler versehen und verhilft dem Antriebsmotor mit der montierten Luftschraube zu ordentlichem Schub. Ein Standstrom von 12 Ampere ergibt eine Leistung von knapp 90 Watt. Das Leistungsgewicht von 280W/kg ist also absolut als ausreichend für das Modell und erlaubt Manöver, die das Original niemals fliegen könnte. Endlos senkrechte Steigflüge sind nicht möglich, die kleine Cessna ist aber auch kein Kunstflugbolide.

Test: Cessna 177 Cardinal von HYPE inkl. Schwimmer-SetGerade für Wasserstarts braucht man jedoch ordentlich Schub um das Modell sauber „auf Stufe“ zu bringen, um genügend Geschwindigkeit für einen sauberen Start zu erreichen. Insofern ist die Motorisierung die HYPE diesem Modell verpasst hat, nicht übertrieben. Einmal in der Luft kann man das Gas recht weit zurück nehmen um gemütlich zu cruisen. Da das Tragflächenprofil relativ dünn und die Flächenbelastung für ein Modell in dieser Grösse recht hoch ist, fliegt die Cessna 177 Cardinal mit einer etwas höheren Grundgeschwindigkeit. Dennoch ist der verfügbare Geschwindigkeitsbereich des Modells erstaunlich groß. Der Strömungsabriss kündigt sich rechtzeitig an und lässt sich mit etwas Erfahrung gut kontrollieren. Die Cessna 177 Cardinal neigt leicht zum Abkippen über eine Fläche, wenn die Geschwindigkeit zu gering wird. Das Flugbild hingegen ist einmalig und bei ruhigen Bedingungen fast nicht vom Original zu unterscheiden. 5 bis 6 Minuten Flugzeit sind bei vorsichtigem Gaseinsatz durchaus drin. Wer übermütig ist und die kleine Cessna durch diverse Kunstflugmanöver steuert, muss entsprechend mit etwas kürzeren Flugzeiten rechnen. Aber auch wenn man die Cessna 177 Cardinal treibt, sind immer noch 4 Minuten Flugzeit problemlos möglich. Das Standard-Kunstflugprogram kann die kleine Cessna 177 Cardinal  problemlos absolvieren, dabei macht sie sogar eine ganz ordentliche Figur. Trotzdem ist Kunstflug nicht die Domäne des Modells. Richtig viel Freude bereitet das Modell bei Scale-typischem cruisen in geringer Höhe.

Start und Landung sind unkritisch und sogar von einem gut gepflegten Rasen möglich. Das Fahrwerk ist robust und hält auch unsaubere Landungen problemlos aus. Einmal in der Luft sind die Flugeigenschaften unkritisch. Sie liegt aufgrund der etwas höheren Grundgeschwindigkeit direkt, aber nicht nervös am Ruder. Mit nur wenig Expo auf Quer- und Höhenruder lässt sie sich sauber und ohne Hektik dirigieren. Schwerpunkt und Ruderausschläge der Anleitung können bedenkenlos übernommen werden und passen gut zum Charakter des Modells. Der Schwerpunkt sollte ziemlich genau eingehalten werden. Bei so einem kleinen Modell macht eine Schwerpunktverschiebung von nur wenigen Millimetern sehr viel aus.

Der Akkuschacht ist knapp bemessen und nimmt so gerade den vom Hersteller vorgegeben 2-Zellen Lipo auf. Dafür  passt der Schwerpunkt mit eingelegtem Akku wiederum sehr gut  und wird recht genau bei 32 Millimetern eingehalten - eben so wie in der Anleitung vorgegeben. Platz für etwas größere Zellen um mehr Flugzeit zu erhalten, ist leider nicht vorhanden. Der Wechsel des Antriebsakku erfolgt über eine gut zugängliche Kunststoffklappe an der Unterseite des Modells. Wer also über genügen „Treibsätze“ verfügt, kann schier endlos fliegen, da der Akkuwechsel tatsächlich eine Sache von wenigen Sekunden ist.

Test: Cessna 177 Cardinal von HYPE inkl. Schwimmer-SetDa die ersten Erfahrungen mit der HYPE Cessna 177 Cardinal mit Fahrwerk sehr positiv verliefen, war ich schon sehr auf die Start- und Landeeigenschaften auf Wasser gespannt. Jeder der sich im Wasserflug versucht hat, wird bestätigen, dass diese Form der Modellfliegerei eine zusätzliche Herausforderung sowohl bei Starts wie auch bei Landungen darstellt. Die Wasseroberfläche erfordert deutlich mehr Konzentration bei den Landemanövern als fester Untergrund.

Angenehm sind die beiden großen Wasserruder. Sie ermöglichen ein sehr kontrolliertes steuern auf dem Wasser und helfen bei Starts ungemein die Richtung zu halten. Wie schon beschrieben verfügt das Modell über eine gute sehr Wasserlage. Nach dem Ausrichten gegen den Wind schiebe ich langsam das Gas rein nach kurzer Verdrängerfahrt geht die Cessna 177 Cardinal „auf Stufe“ und wenige Meter später ist sie schon frei. Ein kurzer Zug am Höhenruder genügt. In der Luft machen sich die großen Schwimmer natürlich bemerkbar. Die Flugleistungen und die maximale Geschwindigkeit sind nicht mehr so hoch als mit Fahrwerk und die Agilität ist auch nicht mehr so ausgeprägt. Aber immer noch sind die Flugeigenschaften unkritisch, wenn der Pilot keinen Strömungsabriss provoziert. Viel Aufmerksamkeit benötigt auch der Landeanflug gegen den Wind auf dem Wasser. Dabei sollte die Cessna 177 Cardinal nicht zu langsam werden, denn wenn sie durchsackt, beginnt sie sofort auf dem Wasser zu springen. Die richtige Geschwindigkeit und sanftes Aufsetzen ist also der Schlüssel zum Erfolg für schöne Landungen auf dem Wasser. Ein kurzes Gleiten auf Stufe und die CARDINAL sackt ins Wasser. Mit montierten Schwimmern erhöht sich der Luftwiderstand deutlich, daher sollte zur Landung immer etwas Gas stehen bleiben, damit das Modell nicht unvermittelt die Nase runter nimmt. Was an Land gilt, gilt natürlich auch am Wasser: Die Bedingungen dürfen für die kleine Cessna 177 Cardinal nicht zu rau sein. Größere Wellen und Windböen sind nicht die richtigen Bedingungen für das Modell. Wasserflug übt einen besonderen Reiz aus und ich kann jedem erfahrenen Modellpiloten dieses Erlebnis ans Herz legen. Die HYPE Cessna 177 Cardinal ist auf jeden Fall ein guter Kandidat um sich dieser Form des Modellfliegens zu nähern.

 

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Mein Fazit

Die kleine Cessna 177 Cardinal von HYPE entpuppt sich für mich aufgrund von Preis, Grösse und Vorfertigungsgrad als idealer Urlaubsbegleiter. Klein, leicht, einfach zu montieren und vor allem durch ordentliche Flugeigenschaften zeichnet sich das Modell aus. Zudem ist die Option, dass Modell schnell und ohne großen Aufwand auf Schwimmer umzurüsten, ein großer Pluspunkt. Neben der Rolle als zukünftiger Urlaubsbegleiter, hat die Cessna 177 Cardinal auch immer häufiger einen Platz im Kofferraum meines Autos gefunden, um abends noch schnell mal eine Runde zu drehen. Der Preis für dieses Kleine und vielseitige Modell ist mit 119,00 Euro wirklich ein gutes Angebot.

 

 

 

Technische Daten:

• Spannweite: 680 mm
• Rumpflänge: 560 mm
• Gewicht: 310 g (Testmodell)
• Antrieb: Brushless-Motor
• Regler: Lipo 18-Ampere
• Servos: 4x Baugrösse "micro"

 

Lieferumfang:

• Flugmodell Cessna 177 Cardinal
• Fahrwerk
• Schwimmer-Set
• Anleitung

 

Wo kaufen?

Bezug: Gustav Staufenbiel GmbH
Internet: http://www.modellhobby.de
Preis: 109,00 Euro (UVP)

oder weitere autorisierte Fachhändler

 

 

Gut

• Vollständiger Lieferumfang
• Schwimmer-Set bereits enthalten
• Gute, modelltypische Flugeigenschaften

 

Weniger gut

• Windempfindlich
• Hohe Grundgeschwindigkeit

 

Kontaktdaten Hersteller:

HYPE
Nikolaus-Otto-Straße 4
24568 Kaltenkirchen
Telefon: +49 4191 / 932678
Internet: http://www.hype-rc.de
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.1 (15 Bewertungen)

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