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Test: Die neue A-1 SKYRAIDER von STAUFENBIEL aus EPO inklusive Einziehfahrwerk

von Markus Kocher vom 30. November 2011
Artikel-ID: 20111130-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Dass große Modelle nicht immer gleich unverhältnismäßig teuer sein müssen, zeigt Online-Versender STAUFENBIEL seit kurzen mit seiner A-1 SKYRAIDER. Gerade in Zeiten knapper Kassen möchte der geschäumte Warbird vor allen Dingen den preisbewußten Modellpiloten durch seine Größe, einer ausgesprochen guten Scale-Optik und vielen Funktionen überzeugen. Was tatsächlich hinter dem Versprechen steckt, soll der Test von Markus Kocher zeigen.

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Test: Die neue A-1 SKYRAIDER von STAUFENBIEL aus EPO inklusive Einziehfahrwerk65 Jahre ist es her, als die erste Douglas A-1 SKYRAIDER in den Dienst der US Air Force gestellt wurde. In den darauf folgenden 11 Jahren wurden in Summe insgesamt fast 3.200 Maschinen in den unterschiedlichsten Ausstattungsvarianten gebaut. Trotzdem gehört die A-1 SKYRAIDER  sicherlich zu den Flugzeugen, die man weder als Original, noch als Modell so gut wie nie zu sehen bekommt. Aufgrund ihrer bulligen Form und den technischen Möglichkeiten, leitete die A-1 SKYRAIDER nach dem Zweiten Weltkrieg sicherlich eine neue Flugzeuggeneration ein. Als ich die Ankündigung von STAUFENBIEL (http://www.modellhobby.de) sah, war für mich daher schnell klar: Dieses Jagdflugzeug muss her.

Die Douglas A-1 SKYRAIDER wird von STAUFENBIEL in der NAVY-Version mit original typischer Lackierung ausgeliefert. Knapp 229 Euro sind für das ARF-Set zu bezahlen, ein Schnäppchen wenn ich mir überlege, was ich dafür bekommen: 1.600 Millimeter Spannweite, Einziehfahrwerk, sowie Lande- und zusätzliche Bremsklappen. Das alles schön verpackt in einer überragenden Optik. Das Modell ist zum größten Teil durch den Hersteller vormontiert. Alle neun (!) Servos sind bereits verbaut, auch der Motor und der Regler sind angeschlossen.

Der Aufbau der SKYRAIDER geht daher relativ zügig. Hält man sich an die gut bebilderte Anleitung, steht nach einer guten Stunde das Modell zum Abflug bereit. Die im Lieferumfang enthaltene Dokumentation erklärt in deutsch Schritt für Schritt den Aufbau des Modells. Dabei hat der Hersteller bewusst auf Sekundenkleber verzichtet. Die Einzelteile werden entweder gesteckt oder verschraubt. Trotzdem habe ich an manchen Stellen zu Epoxi gegriffen, doch dazu später mehr.

Begonnen wird die Montage mit Anschrauben der Ruderhörner. Dazu liegen 2-Millimeter-Schrauben in vielen unterschiedlichen Längen mit bei. Die Anleitung weißt für jedes Ruderhorn jedoch auf die entsprechend richtige Länge hin. So werden in Summe insgesamt sieben Ruderhörner für Querruder, Landeklappen, Seiten- und Höhenruder verschraubt. Anschließend wird das Fahrwerk an die Unterseite der Tragfläche montiert. Dieses zieht – wie beim Original der A-1 SKYRAIDER – um neunzig Grad verdreht ein und verschwindet anschließend komplett in der Tragfläche. Je Fahrwerksbein treibt dafür ein kleiner Bürstenmotor eine Spindel an, die das Fahrwerk mechanisch einzieht. Die Drehung um neunzig Grad wird durch eine Führung aus Kunststoff effizient gelöst. Das Fahrwerk wird vor Montage an ein bereits in der Tragfläche verlegtes Verlängerungskabel angeschlossen. Hier empfehle ich die Verbindung entweder mit einem Kabelbinder oder mit einem Tropfen CA-Kleber zu sichern. Mit insgesamt vier Schrauben wird jedes Fahrwerksbein an eine Grundplatte aus Holz verschraubt. Wie beim Original wird auch hier eine Fahrwerksabdeckung montiert, welche sich beim Einziehen mit anlegt.

Laut der Anleitung von STAUFENBIEL sollten jetzt bereits die Anlenkgestänge an die Servos und anschließend an die Ruder eingehängt werden. Ich überspringe bewusst diesen Schritt und werde das Gestänge erst nach Fertigstellung und nach Anschließen des Empfängers anbringen. Wer die Möglichkeit hat, dem empfehle ich trotzdem schon jetzt alle Servos in den Tragflächen bereits in die mechanische Mittelstellung zu bringen.

 

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Die Tragfläche der SKYRAIDER besteht aus zwei Hälften. Sämtliche Zuleitungen der Servos und der Fahrwerksbeine sind verlegt und kommen jeweils an der Stirnseite gebündelt zum Vorschein. Mittels eines Tragflächenverbinder aus Holz, werden die beiden Hälften zusammengesteckt. Dieser gibt auch die leichte V-Form der Fläche vor. Laut Anleitung kommt auch hier keinerlei Sekundenkleber oder Harz zum Einsatz. Praktisch werden die Flächen mittels Flächenverbinder und anschließender Befestigung am Rumpf sicherlich nicht mehr auseinander gehen. Ich habe die Stirnseiten jeder Flächen jedoch leicht mit „Angst“-Epoxi eingestrichen und miteinander verklebt.

Die Zuleitungen aller Flächenservos ergeben zunächst einen ordentlichen Kabelsalat, in den ich erst einmal Ordnung bringen muss. Alle Funktionen werden mittels Y-Kabel auf jeweils einen Kanal gebündelt. Auch hier empfehle ich dringend die Verbindungen entweder mittels Kabelbinder oder einem Tropfen CA-Kleber zu sichern. Mit einem weiteren Kabelbinder kann man die Kabel jetzt dauerhaft ordnen.

Sicherlich ein weiteres Highlight der A-1 SKYRAIDER ist das lenkbare Spornrad am Heck des Modells. Das kleine Rad wird mittels Getriebe in den Rumpf vollständig eingezogen. Die gesamte Einheit ist bereits vom Hersteller weitestgehend montiert, lediglich die Zuganlenkung über das Seitenruder-Servo für rechts/links muss angebracht werden. STAUFENBIEL legt hier zwei Drähte mit bei und beschreibt in seiner Anleitung die abenteuerliche Montage mittels sogenannten „Quetschhülsen“ ausführlich. Ich habe damit eher meine Bauchschmerzen und verzichte daher auch hier bewusst auf die Empfehlung des Herstellers. Wer eine Drachenschnur zur Verfügung hat, sollte die Drähte durch diese ersetzen. Erstens ist die Montage der Anlenkung so deutlich einfacher und zweitens lässt sich der Zug viel besser einstellen. Mittels CA-Kleber sichere ich anschließend alle Knoten der Drachenschnur am Servo und am Spornrad.

Ab jetzt sind es nur noch wenige Handgriffe bis zum fertigen Modell. Das Höhenleitwerk wird auf das Rumpfende aufgesetzt und mittels zweier Schrauben gesichert. Anschließend folgt das Seitenleitwerk. Dieses wird durch zwei Zapfen saugend und passgenau auf das Höhenleitwerk gesetzt und ebenfalls mit zwei Schrauben von der Rumpfunterseite her befestigt.

Test: Die neue A-1 SKYRAIDER von STAUFENBIEL aus EPO inklusive EinziehfahrwerkBevor nun die Tragfläche an den Rumpf montiert wird, sollte die Drehrichtung des Motors überprüft werden, denn mit befestigter Fläche ist ein Herankommen an den Regler und die Zuleitungen zum Motor nur bedingt möglich. Dreht sich der Brushless-Motor richtig herum, spart man sich einen weiteren Arbeitsschritt. Bei meiner SKYRAIDER war dies natürlich nicht der Fall und somit mussten zwei der drei Zuleitungen getauscht werden. Hierzu wird zuerst die Motorhaube entfernt. Diese ist mittels zweiter Schrauben am Rumpf befestigt und wird einfach abgezogen. Anschließend kann die Sternmotoren-Attrappe entfernt werden. Jetzt liegen die Zuleitungen zum Motor frei, anschließend werden die Kabel getauscht. Dann montiere ich wieder die Sternmotoren-Attrappe, befestige die Haube und verschraube anschließend den Vier-Blatt-Propeller mit dem Brushless-Motor.

Die Tragfläche wird mit einem Zapfen an der Nasenleiste in den Rumpf geschoben und mit zwei M3x50-Schrauben gesichert. Dank großem Rumpf und großer Kabinenhaube, bietet das Modell viel Platz im Inneren. Auf einem Träger aus Holz – dient übrigens auch als Akkurutsche – sind alle Servos montiert. Ein idealer Platz für den 2,4 GHz-Empfänger ist das innere der Seitenwand. Wer möchte kann hier seine Empfänger-Antenne ideal nach außen verlegen.

Um alle Funktionen der A-1 SKYRAIDER nutzen zu können, bedarf es mindestens sieben Kanäle. Die Zuleitungen sind vorbildlich nummerisch beschriftet – passend zum Beispiel für alle  robbe/FUTABA-FASST-Empfänger. Bei Empfängern anderer Hersteller kann die Belegung durchaus anders aussehen. Hier müssen die einzelnen Kabel entsprechend der richtigen Kanalbelegung eingesteckt werden.

 

Die Funktionen

Wie auch das Original der A-1 SKYRAIDER, verfügt das Modell über eine Vielzahl von Funktionen. Neben Landeklappen und Einziehfahrwerk, ist die SKYRAIDER mit insgesamt drei Bremsklappen ausgestattet. Zwei seitlich, eine auf der Rumpfunterseite. Diese werden über drei separate Servos angesteuert und sollen das Modell im Ladeanflug deutlich verlangsamen. Die Steuerung erfolgt dabei über einen Kanal. An meinem Modell habe ich lediglich die seitlichen Bremsklappen aktiviert und die untere Klappe deaktiviert.

Die Landeklappen fahren in einem Winkel von maximal ca. 30 Grad aus. Wenn es die Steuerung erlaubt, empfehle ich diese Funktion auf einen 3-Phasen-Schalter zu legen. Bei den allgemeinen  Ruderausschlägen habe ich mich exakt an die Vorgabe des Herstellers gehalten: Quer- und  Höhenruder habe ich mit 25% Expo belegt, das Seitenruder mit 15%.

STAUFENBIEL empfiehlt für dieses Modell einen 4S Lipo mit einer Kapazität zwischen 3.000 und 4.000 Milliampere. Der Akku wird dabei bis zum Anschlag nach vorne geschoben und mit einem im Lieferumfang enthaltenen Klettband gesichert. Zusätzlich ist eine weitere Akkusicherung wichtig, beispielsweise durch Klett zwischen Akku und Holzträger. Mit einem Akku mit 4.000 mAh passt die Schwerpunktangabe aus der Anleitung optimal. Dieser befindet sich ca. 75 Millimeter hinter der Nasenleiste.

Wer möchte kann seiner A-1 SKYRAIDER die komplette Kriegsbemalung verpassen. Unzählige Bomben- und Raketenattrappen liegen im Lieferumfang bei, die am besten mit etwas Harz an die Flächenunterseite geklebt werden. Der Zusatztank auf der Rumpfunterseite wird mit Magneten gehalten und kann jederzeit entfernt werden. Er bietet übrigens genügend Bodenfreiheit um auch von kurz gemähten Graspisten zu starten.

 

Flugeigenschaften

Mit Akku, Bomben- und Raketenattrappen – durchaus bereit um die Welt zu retten – wiegt meine SKYRAIDER stolze 2.900 Gramm. Ein echtes EPO-Schwergewicht. Durch das relativ stabile Einziehfahrwerk sind Starts von gepflegten Gaspisten kein Problem. Gute vier Meter sind notwendig, um das Modell in die Luft zu bekommen. Dabei ziehe ich das Höhenruder nur leicht  und korrigiere die Richtung mit etwas Seitenruder nach. Das Querruder wiederum benötigt aufgrund des Drehmoments deutliche Korrektur auf rechts. Für fortgeschrittene Modellpiloten alles kein Problem.

Test: Die neue A-1 SKYRAIDER von STAUFENBIEL aus EPO inklusive EinziehfahrwerkDie A-1 SKYRAIDER macht in der Luft einen sagenhaften Eindruck. Das Flugverhalten ist durchaus mit gutmütig zu beschreiben, setzt jedoch einen dynamischen Flugstil des Piloten voraus. Das Modell ist mit seinem 400KV-Motor und seinen fast 3 Kilogramm Abfluggewicht nicht übermäßig motorisiert und fliegt sich dementsprechend. Senkrechte Steigflüge sind praktisch nur mit Anlauf und dann auch nur für wenige Höhenmeter möglich. Dem Warbird geht relativ schnell die Puste aus.

Rollen gelingen modelltypisch nur in Fassform und für den klassischen Kunstflug fehlt einfach das Quäntchen an etwas mehr Leistung. Doch damit will die SKYRAIDER überhaupt nicht punkten. Das Modell überzeugt durch eine überragende Optik in der Luft: Tiefe Überflüge – gerade in voller Kriegsbemalung – treiben mir die Tränen in die Augen. Die durchweg positiven Kommentare der Vereinskollegen am Platz bestätigen mich in meiner Investition: „...und das alles aus Schaum!“ oder „... für den Preis?!“.

Vorsicht gilt jedoch bei zu langsamen Überflügen. Das Modell kippt sehr schnell plötzlich über die Fläche weg und ist bei zu geringer Höhe nicht mehr zu retten!

Die Flugzeiten sind knapp bemessen. Nach ca. 5 Minuten hat mein 4S Lipo deutlich seine Leistungsgrenze erreicht. Es wird also höchste Zeit das Fahrwerk auszufahren und die Landeklappen zu setzen. Etwas überrascht bin ich auf die Wirkung der Landeklappen. Das Flugverhalten verändert sich kaum, auch wird die SKYRAIDER durch die Klappen nicht wirklich langsamer. Deutlich mehr Wirkung zeigen dagegen die Bremsklappen am Rumpf. Sie verlangsamen die Fluggeschwindigkeit spürbar!

Beachtet man die Basics, ist der Landeanflug ein echtes Kinderspiel: Mit etwas Schleppgas wird das Modell an die Piste herangeführt. Beim Aufsetzen nehme ich das Gas komplett raus und stabilisiere nur leicht mit dem Höhenruder. Aufgrund des relativ weit vorne liegenden Schwerpunkts, neigt die SKYRAIDER nach dem Ausrollen auf Gaspisten schnell dazu, auf die Nase zu kippen. Dies kann durch einen kurzen aber kräftigen Gasstoß und gezogenem Höhenruder zuverlässig verhindert werden.

 

Mein Fazit

Wer auf außergewöhnliche Flugmodelle steht, für den kann die A-1 SKYRAIDER von STAUFENBIEL die Erfüllung zum Glück sein. Mit 229 Euro (UVP) ist das Preis/Leistungsverhältnis mehr als Top. Die Verarbeitung aller geschäumten Teile ist gut, die Passgenauigkeit hervorragend und der Vorfertigungsgrad – gerade für diese Modellgröße –  ausgesprochen hoch. Das verbaute Antriebsset ist für einen dynamischen Flugstil völlig ausreichend und bietet für kritische Flugmanöver zum Teil sogar gewisse Kraftreserven. Das Modell kann aufgrund seines Fahrwerks sowohl von Graspisten wie auch auf Asphalt problemlos gestartet werden und bietet somit ein breites Einsatzspektrum.

 

Technische Daten:

• Spannweite: 1.600 mm
• Rumpflänge: 1.230 mm
• Gewicht: 2.900 g (Testmodell)
• Motor: 400Kv Brushless-Motor
• Regler: 80 A Brushless ESC
• Servos: 7x 9gr, 2x 20gr

 

Besonderheiten/Features:

• Landeklappen
• Bremsklappen
• Elektrisches Fahrwerk

 

Wo kaufen?

Bezug über STAUFENBIEL
Preis: 229,00 Euro

Link: Online-Shop STAUFENBIEL

 

 

 

 

Gut

• Imposantes EPO-Modell
• Hoher Vorfertigungsgrad
• Gutes Preis/Leistungsverhältnis

 

Weniger gut

• Anlenkung Spornrad
• Relativ kurze Flugzeit

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Gustav Staufenbiel GmbH
Hanskampring 9
22885 Barsbüttel
Telefon: 040/30061950
Email: info@modellhobby.de
Internet: http://www.modellhobby.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.3 (19 Bewertungen)

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