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Test: FMS Piper J3 Modellsport Schweighofer

von Kay Esser vom 4. Mai 2011
Artikel-ID: 20110504-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

In allen erdenklichen Größen und von unzähligen Herstellern wird sie angeboten. Sie überzeugt durch einfache Flugeigenschaften und einer Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten. Die Rede ist von der Piper J3. Wer also als Hersteller seine Kunden mit einer Piper J3 überzeugen möchte, muss sich mittlerweile etwas Besonderes einfallen lassen, um sich auf dem ziemlich gesättigten Markt behaupten zu können.

Test Piper J3 von Modellsport SchweighoferDas weiß auch Modellsport Schweighofer und verspricht mit seiner FMS Piper neben gutmütigen Flugeigenschaften einen Bausatz mit allem drin was zum Fliegen benötigt wird. Auf den ersten Blick überzeugt mich die sichere Verpackung. Alle EPO-Teile wie Rumpf, Flügel und Höhenruderhälften sind einzeln in Folie verpackt und sicher gelagert - da wackelt nichts und schließt unschöne Druckstellen auf dem geschäumten Material praktisch aus.

Doch viel mehr interessiert mich, was dem Lieferumfang beiliegt und wie viel Zeit ich für den Aufbau investieren muss. Der erste Blick verrät ein klassisches Sorglospaket: 1.300er Lipo-Akku, der passende 12 Volt-Lader, Klebstoff, ein Schraubenschlüssel zur Montage der Luftschraube sowie ein Schraubendreher liegen gut verpackt in der Kiste. Die Antriebseinheit mit Brushless-Motor und Regler, sowie sämtliche Servos sind komplett installiert. Kleine Tütchen, in denen sich Schrauben zur Modellmontage befinden, sind einzeln beschriftet. Alles in allem verspricht also der erste Blick sowohl einen einfachen Aufbau sowie schnelles Flugvergnügen.

 

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Lackiert in klassischem Gelb unterscheidet sich Schweighofers Piper bisher nur wenig vom Angebot anderer Hersteller, wären da nicht die vielem kleinen beeindruckenden Details: Die Flächen sind sauber profiliert und die einzelnen Rippen originalgetreu angedeutet. Die Querruder haben eine nachgebildete Hohlkehle. Die Flächenstreben sind bereits montiert und wie beim Original profiliert. Zusätzlich sind die kleinen Hilfsstreben, die Vibrationen der Hauptstreben auffangen sollen, mit verbaut. Klasse gemacht!

Auch der Rumpf der Schweighofer Piper überzeugt mit vielen Scale-Details und pfiffigen Features: Die Kunststoffmotorhaube, unter der der kleine Außenläufer fertig montiert sitzt, hat eine geniale Motor-Attrappe verbaut. Der Vierzylinder-Boxer schaut wie beim Original rechts und links unter der schmalen Haube hervor. Selbst die Luftleitbleche zur Kühlung und sämtliche Auspuffattrappen sind angedeutet. Im Cockpit sitzt bereits ein Pilot. Mit einem leicht verzerrten Gesicht macht er auf mich jedoch eher einen etwas ängstlichen Eindruck.

Im Test: Piper J3 von Modellsport SchweighoferDas Armaturenbrett ist ebenfalls nachgedeutet. Toll sind auch die Nieten- und Schraubenimitate an der Kabine.

Diese kleinen und liebevollen Details ziehen sich durch bis ans Rumpfende: Das Spornrad ist nicht nur "scale-like" ausgeführt, sondern bereits direkt mit kleinen Federn vom Seitenruder angelenkt. Der "Piper-Bär" auf dem Seitenruder darf ebenfalls nicht fehlen und ist wie alle Decals schon fertig aufgebracht. Das Hauptfahrwerk liegt dem Montagekit separat bei und ist später noch zu montieren.

Die Gummifederung ist auch hier analog zum Original angedeutet und die typischen Räder mit den "Cub Radkappen"  fertig montiert. Ich bin begeistert!

 

 

Was bleibt noch zu tun?

Der Aufbau des gesamten Modells geschieht rasch und ist innerhalb einer Stunde zu bewerkstelligen. Die beigelegte Montageanleitung ist in englischer Sprache verfasst und versorgt leider eher dürftig mit Informationen. Ich habe sie lediglich als Orientierungshilfe benutzt, denn die wenigen Teile sind auch von einem ungeübten Modellflieger schnell montiert.

Zuerst werden die beiden Höhenruderhälften jeweils rechts und links in die dafür vorgesehenen Kunststoffzangen eingeschoben und mit zwei kleinen Schrauben aus einem der Tütchen gesichert. Die kleinen Streben zur Stabilität der Ruder werden in die passenden Kunststoffröhrchen eingesetzt. Die Höhenruderflaps greifen über eine Kunststoffverbindung direkt ineinander und werden mit einem Tropfen Kleber fest verbunden.

Im Test: Piper J3 von Modellsport SchweighoferDer Haupttragflügel wird vorne durch einen Zapfen an der Kabinenhaube in Position gehalten und hinten mit zwei Schrauben der Größe M3 gesichert. Die beiden Querruderservos werden über ein beigelegtes V-Kabel verbunden. Das Kabel wird über eine Öffnung im Rumpf automatisch an den Platz des Empfängers befördert. Die Schrauben zur Befestigung der Tragfläche dürfen übrigens nicht zu fest angezogen werden, sonst verformt sich die Fläche leicht. Bei meinem Modell war eine Mutter etwas schräg im Rumpf eingelassen. Die Schraube verkantete daraufhin und die Tragfläche ließ sich nicht mehr korrekt befestigen.

Bevor die Tragfläche endgültig mit dem Rumpf verschraubt wird, habe ich die Querruderservos an den optionalen Empfänger angeschlossen und sie in Mittelstellung gebracht. Die Ruderhörner für die Querruder sind schnell montiert und die Rudergestänge eingehakt. Jetzt wird das Fahrwerk von unten mit dem Rumpf verschraubt, aber Achtung: gleichzeitig werden über die zwei kleinen Schrauben auch die Flächenstreben am Rumpf gehalten. Hier ist die Reihenfolge unbedingt zu beachten, da die Flächen sonst unter Spannung geraten könnten.

Vor mir steht nun eine fast abflugbereite kleine Scale-Piper. Der Propeller ist schnell montiert und wird mit einer typischen Spinnermutter an seinem Platz gehalten. Empfänger und Akku werden von unten jeweils in zwei getrennten Kammern an ihrem Platz gehalten. Der Akku wird vom Rumpf "saugend" aufgenommen, kann praktisch nicht verrutschen und gibt damit bereits den Schwerpunkt vor. Da der Regler ebenfalls in diesem Fach liegt, geht es hier sehr eng zu.

 

Flugerprobung

Mit einer Spannweite von knapp 1.030 Millimetern ist der Hochdecker perfekt, um Abends nach der Arbeit entspannte Runden zu drehen. Auch ohne die Tragfläche vom Rumpf zu trennen, passt die Piper locker in jeden Kofferraum. Also, Lipo ins Modell, kurzer Rudercheck und die kleine Piper steht abflugbereit auf der holprig gepflasterten Startbahn unseres Flugplatzes. Es weht ein Wind um ca. 2-3 bft. Nach obligatorischer Reichweitenkontrolle Gas rein und nach 5 Metern ist die Kleine in der Luft. Etwas wackelig, aber sie fliegt!

Im Test: Piper J3 von Modellsport SchweighoferUnd war so, wie man es von einer Piper erwartet: gemütlich, eigenstabil, nicht zu schnell und nicht zu langsam. Die Motorleistung reicht zum senkrechten Steigen nicht aus - wäre aber auch nicht scale. Tiefe langsame Vorbeiflüge sehen super aus. Aber auch einfachster Kunstflug wie Loopings und Rollen bekommt man mit ein wenig Übung und entsprechender Höhe sauber hin.

Die Piper erfordert aber dabei immer ein wachsames Auge und will gesteuert werden. Mit knapp 630 Gramm Abfluggewicht reagiert der gelbe Hochdecker schnell auf kleine Windböen und dreht sich typisch, gerne in den Wind. Nach 5 Minuten Flugzeit erfolgt die erste Landung. Sauber auf der Bahn aufgesetzt, rollt das Modell aus und dank des angelenkten Spornrades lässt sie sich bis vor die Füße fahren.

Der Pilot im Cockpit macht auf mich immer noch einen ängstlichen Eindruck. Mit etwas Fantasie kann ich ein leichtes Lächeln erkennen: Alles easy, oder?

 

Mein Fazit

Schweighofers FMS Piper überzeugt mit hoher Detailtreue, einfachen Flugeigenschaften und einem kompletten Lieferumfang. Profis werden mit dem EPO-Modell viel Spass haben, aber auch Einsteiger kommen schnell zum erhofften Erfolg. Für knapp 150 Euro bietet Modellsport Schweighofer ein tolles Modell, welches zum entspannten Cruisen an einem lauen Frühlingstag einlädt. Der Aufbau ist denkbar einfach gehalten und ein schneller Flugspaß ist garantiert. Prädikat: Sehr Empfehlenswert!

 

Über den Autor

Kay Esser ist 28 Jahre alt und von Beruf Sozialarbeiter. Modellflug betreibt er aktiv seit 15 Jahren, aber seit dem er denken kann, fährt er auf alles ab, was fliegt. Er bewegt alles was Tragflächen hat sicher durch den Luftraum. Angefangen vom einfachen Segler oder E-Segler, über eine 4-Meter ASK18, bis hin zu Kunstflugmodellen mit bis zu 50ccm und 220 Zentimeter Spannweite. Sein Hobby nutzt Kay auch für seinen Beruf. So hat er bereits mehrere Modellbaukurse für Kinder und Jugendliche in den Ferien angeboten. "Ich finde es wichtig, andere mit dem Fliegervirus anzustecken, denn es gibt für mich nichts schöneres, als bei Sonne und etwas Wind ein Modell durch die Luft zu befördern".

 

Technische Daten:

• Spannweite: ca.    1.030mm
• Länge: ca. 750mm
• Gewicht: ca. 625g
• Material Rumpf: EPO
• Material Fläche: EPO
• RC-Funkionen: Quer, Höhe, Seite & Gas
• Motor: Brushless Außenläufer 1300kV
• Regler: 20A
• Servos: 4 Stück
• Akku: Lipo 3S 1.300mAh
• Bausatzausführung: ARF
 

Gut

• Sehr hohe Detailtreue
• Akku im Lieferumfang enthalten
• Gute Verarbeitung
• Tolles Flugbild

Weniger gut

• Montageanleitung könnte besser sein

 

Wo kaufen?

Bezug: Modellsport Schweighofer
Internet: Piper im Onlineshop
Preis: 149,90 Euro

 

Kontaktdaten des Herstellers:

Modellsport Schweighofer
Modellsport Schweighofer
Wirtschaftspark 9
A-8530 Deutschlandsberg Österreich
Telefon: +433462/254119
Internet: http://www.der-schweighofer.com

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (11 Bewertungen)

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