homeFACHMAGAZINTest: JAR 610 von JAMARA

Fachmagazin

Test: JAR 610 von JAMARA

von Stephan Weinhard vom 21. Dezember 2010
Artikel-ID: 20101221-NEWS-01 Rubrik: Magazin

 

Anzeige

 

 

Bis vor kurzem war der Markt für 2,4 GHz-Empfänger noch fest in der Hand der Hersteller der jeweiligen Fernsteuerungen bzw. HF-Module. Da die Übertragungstechniken und die verwendeten Übertragungsprotokolle im Bereich 2,4 GHz vollkommen Proprietär sind, konnten Empfänger anderer Hersteller oder Drittanbieter bisher nicht verwendet werden.

 

Bis vor kurzem war der Markt für 2,4 GHz-Empfänger noch fest in der Hand der Hersteller der jeweiligen Fernsteuerungen bzw. HF-Module. Da die Übertragungstechniken und die verwendeten Übertragungsprotokolle im Bereich 2,4 GHz vollkommen Proprietär sind, konnten Empfänger anderer Hersteller oder Drittanbieter bisher nicht verwendet werden.

6 Kanäle verpackt in eine Papphülle. Der neue JAR 610 aus dem Hause JAMARA präsentiert sich
im Test durchaus positiv und überzeugte durch innere Werte.


Diese Marksituation beginnt sich nun deutlich zu verändern und kompatible 2,4 GHz-Empfänger werden nun auch von anderen Herstellern angeboten. In diesem Praxistest beschäftige ich mich mit dem neuen, DSM2 (Spektrum) kompatiblen Empfänger aus dem Hause JAMARA. Der JAR 610 ist als 6 Kanal-Empfänger für den Nahbereich (Short Range) ausgelegt und damit ideal für den Einsatz in Parkflyern. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für den JAR 610 liegt bei attraktiven 42,90 Euro. JAMARA gibt seinem Produkt volle drei Jahre Garantie.

Sein niedriges Gewicht von 3,5 Gramm und die eingeschränkte Reichweite prädestinieren den JAR 610 für den Einsatz in Parkflyern oder Indoor-Modellen und dank seiner 6 Kanäle auch in kleinen bis mittleren Helikoptern. Die Servo-Stecker sind beim JAR 610 von oben in den Empfänger einzustecken. Diese Bauart kann, zumindest bei Helikoptern, Probleme bereiten, da hier meist nicht genügend Höhe im Chassis vorhanden ist, um diese vernünftig einzustecken. Die Servo-Belegung am Empfänger selber ist identisch mit der üblichen Reihefolge wie sie auch von Spektrum-Empfängern bekannt ist. Um die empfindliche Elektronik vor direkten äußerlichen Einflüssen zu schützen, hat sich JAMARA für eine einfache Papphülle entschieden. Diese Bauweise ist sicherlich dem niedrigen Gewicht geschuldet und genügend praxistauglich.

Der Empfänger kommt in einer Folienverpackung mit einer kurzen deutschsprachigen Konformitätserklärung und dem benötigten Bindestecker, um den Empfänger an den eigenen Sender zu binden. Eine Bedienungsanleitung habe ich in der Verpackung leider vergebens gesucht. Auch die Homepage von JAMARA bot zum Zeitpunkt des Tests leider keine zusätzlichen Informationen oder gar eine Download-Version an.. Also bleibt nur die Methode: ‚Jugend forscht’.

 

Bindevorgang

Ich binde den Empfänger so wie ich es von meinen original DSM2-Empfängern gewohnt bin. Der Bindevorgang und die Funktion "Status LED" sind absolut identisch. Der Bindevorgang erfolgt mit Hilfe des beiliegenden Steckers, der in den BAT-Port des Empfängers gesteckt wird. Sobald der Empfänger mit Strom versorgt wird, beginnt die Status LED schnell zu blinken und geht in ein Dauerleuchten über, wenn der Bindevorgang abgeschlossen ist. Das Binden an verschiedene Sender war problemlos und hat immer auf Anhieb geklappt.

 

Ich binde den Empfänger so wie ich es von meinen original DSM2-Empfängern gewohnt bin. Der Bindevorgang und die Funktion "Status LED" sind absolut identisch. Der Bindevorgang erfolgt mit Hilfe des beiliegenden Steckers, der in den BAT-Port des Empfängers gesteckt wird. Sobald der Empfänger mit Strom versorgt wird, beginnt die Status LED schnell zu blinken und geht in ein Dauerleuchten über, wenn der Bindevorgang abgeschlossen ist. Das Binden an verschiedene Sender war problemlos und hat immer auf Anhieb geklappt.

Preislich unterscheidet sich der JAR 610 kaum vom Original aus dem Hause Spektrum.
Für knapp 45 Euro ist der JAR 610 ab sofort über den Fachhandel verfügbar.

 

Im Flugbetrieb hat die Status LED keinerlei zusätzliche Funktion. Das Dauerleuchten zeigt an, dass der Empfänger in Betrieb ist und ein gültiges Signal empfängt und verlischt, sobald der Empfänger kein Signal empfängt oder die Spannung zu niedrig wird. Die LED beginnt sofort wieder konstant zu leuchten, sobald der Empfänger sich wieder in normalem Betriebszustand befindet. Eine nachträgliche Fehlerindikation durch Blinken, für den Fall, dass die Spannung am Empfänger während des Fluges kurzzeitig zu niedrig war oder eine Failsafe-Situation aufgetreten ist, wird nicht angezeigt.

Der JAR 610 unterstützt die Failsafe-Funktion ‚Smartsafe’. Im Falle eines Signalverlustes wird das Gas-Servo auf Kanal 1 auf die voreingestellte Position des Gasknüppels gestellt, die während des Bindevorgangs am Sender eingestellt war, in der Regel Leerlauf oder Motor aus. Alle anderen Servos bleiben in Position "Hold". Da die Failsafe-Position des Kanal 1 immer nur beim Binden übertragen wird, sollte der Binde-Vorgang nach dem Einstellen des Modells nochmals durchgeführt werden, damit das Gas-Servo, bzw. der Motorsteller bei E-Antrieben im Falle eines Signalverlustes in die gewünschte Position fährt. Die Zeit, die verstreicht um die Verbindung zum Empfänger nach einem Signalverlust wieder aufzubauen ist sehr kurz. Nach dem Einschalten des Senders, den ich zur Simulation eines Signalverlustes im Betrieb ausgeschaltet hatte, ist die Verbindung tatsächlich augenblicklich wieder hergestellt. Diese sehr kurze re-bind Zeit kann den Unterschied zwischen dem Einsammeln der Trümmer oder einer sicheren Landung nach Empfangsproblemen bedeuten.

 

Innere Werte und Eigenschaften

Die Reichweite wird von JAMARA für den JAR 610 mit ca. 500 Metern, je nach Geländebeschaffenheit, angegeben. Das ist für einen Parkflyer mehr als ausreichend. Der winterliche Feldversuch mit meinem Testaufbau hat diese Reichweite bestätigt. Der Reichweitentest mit verminderter Leistung ergab die geforderten 30 Meter. Im freien Feld bei winterlichen Witterungsbedingungen konnte ich mich mit meiner MC-24 mit Spektrum DSM2-HF-Modul und normaler Sendeleistung gute 450 Meter entfernen, ohne dass die Verbindung zwischen Sender und Empfänger abbrach. Aus dieser Entfernung war der Testaufbau schon mit bloßem Auge kaum noch auszumachen.

Ein kritischer Faktor der modernen digitalen 2,4 GHz-Übertragungstechnik ist die Spannungsfestigkeit der Empfänger. Um dem gefährlichen "Brown Out"-Effekt zu entgehen, sollte der Empfänger auch noch unter deutlich 4 Volt Spannung einwandfrei funktionieren. Die Stromversorgung bei meinem Versuchaufbau habe ich mit einem normalen 4-zelligen NiMh-Akku realisiert. Damit traten erwartungsgemäß keinerlei Probleme auf. Testweise habe ich den Empfänger mit meinem Labornetzgerät mit Strom versorgt, um zu schauen, bei welcher Spannung der  JAR 610 den Betrieb tatsächlich einstellt. Auch bei lediglich 3,2 Volt funktionierte der Empfänger immer noch einwandfrei. Erst bei einer Spannung von deutlich unter 3,2 Volt verweigerte der JAR 610 den Betrieb. Das sollte genügend Sicherheitsreserven bieten, um im normalen Betrieb nicht in die gefährliche Situation durch zu geringe Spannungsversorgung des Empfängers zu geraten.

 

Praxisbetrieb

Da das Gehäuse durch die Papphülle nicht formstabil ist, sollte der Empfänger nicht einfach bedenkenlos mit einem Kabelbinder im Model festgezurrt werden. Die Gefahr, die empfindliche Elektronik zu beschädigen wäre zu hoch. Bei dem geringen Gewicht reicht aber in jedem Fall etwas Klettband um den Empfänger absolut sicher mit dem Model zu befestigen. Die Befestigung mit Klettband hat auch den Vorteil, dass etwaige Vibrationen vom Empfänger bestmöglich fern gehalten werden.

Wie schlägt der JAR 610 sich nun im Alltagsbetrieb? Wie nicht anders zu erwarten, vollkommen unauffällig. In meinem Versuchsträger gab es keinerlei Problem. Einfach den Empfänger einbauen, mit dem entsprechenden Modell im Sender binden und los fliegen. Ich habe den Empfänger dabei aufgrund der winterlichen Witterung und der geschlossenen Schneedecke in meiner Seawind EPP getestet. Mit diesem Modell konnte ich die Reichweitengrenze nicht erreichen, obwohl ich so weit weg geflogen bin, dass ich das Modell kaum mehr richtig erkennen konnte. Zu jedem Zeitpunkt war ein einwandfreier Empfang gegeben. Eine Failsafe-Situation konnte ich nicht feststellen.

 

Wie schlägt der JAR 610 sich nun im Alltagsbetrieb? Wie nicht anders zu erwarten, vollkommen unauffällig. In meinem Versuchsträger gab es keinerlei Problem. Einfach den Empfänger einbauen, mit dem entsprechenden Modell im Sender binden und los fliegen. Ich habe den Empfänger dabei aufgrund der winterlichen Witterung und der geschlossenen Schneedecke in meiner Seawind EPP getestet. Mit diesem Modell konnte ich die Reichweitengrenze nicht erreichen, obwohl ich so weit weg geflogen bin, dass ich das Modell kaum mehr richtig erkennen konnte. Zu jedem Zeitpunkt war ein einwandfreier Empfang gegeben. Eine Failsafe-Situation konnte ich nicht feststellen.

Positiv: Auch bei 3,2 Volt funktioniert der Empfäger einwandfrei. Erst deutlich unter 3,2 Volt
schaltet der JAR 610 aus dem Hause JAMARA ab.

 

Wie schon beschrieben, ist die Position der Servo-Steckerpfosten je nach Modell von Nachteil. Zumindest in meinem Heli war der Einbau nicht zu realisieren, bzw. hätte größere Umbauarbeiten nach sich gezogen. Beim Einbau ist auf die beiden kurzen Antennestummel zu achten. Um einen bestmöglichen und sicheren Empfang zu gewährleisten, ist sicher zu stellen, dass die Antennen nicht durch CFK oder Metall abgeschirmt werden.

 

Mein Fazit

Im Test traten keinerlei Störungen auf und die Betriebssicherheit bei schlechter Stromversorgung war ebenfalls sehr gut. Die fehlende Bedienungsanleitung ist unschön und passt so gar nicht zu JAMARA. Hier sollte der Hersteller recht schnell nachbessern und zumindest im Internet eine Anleitung zum Download zur Verfügung stellen. Preislich unterscheidet sich das Produkt aus dem Hause JAMARA kaum vom Original. So darf jeder Modellpilot für sich selbst entscheiden, ob er auf das Original aus dem Hause Spektrum oder auf die kompatible Lösung von JAMARA setzt. Der JAR 610 kann durchaus eine Alternative sein!

 

Über den Autor:

Stephan Weinhard ist 46 Jahre alt und von Beruf Ingenieur für Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik. Modellbau ist eine Leidenschaft die ihn schon als Jugendlicher begleitete. Nach einigen Pausen packte ihn vor ca. 7 Jahren das Thema sehr intensiv: Seitdem betreibt er hauptsächlich 3D-Kunstflug mit großen Modellen. Er besitzt drei Voll-GfK Modelle von Compsite ARF und Modell-Compsite und einige klassische Sperrholz/Balsa Konstruktionen. Aber auch alle anderen Sparten der Flächenflugmodelle sind ihm nicht fremd. Seit kurzem fliegt Stephan auch Hubschrauber.

 

Technische Daten:

• 6-Kanäle
• DSM2-kompatibel
• Gewicht: ca. 3,5 Gramm inkl. Gehäuse

 

Kontaktdaten Hersteller:

JAMARA e.K.
Erich Natterer
Am Lauerbühl 5
88317 Aichstetten
Telefon: +497565/9412-0
Fax: +497565/9412-23
Email: info@jamara.de
Internet: http://www.jamara.de

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (7 Bewertungen)

Aktuelle Kleinanzeigen

Das könnte dich interessieren

Test: Chance-Vought F4U-1A CORSAIR von NICESKY

Für ein vollwertiges Flugmodell braucht es nicht viel. Vor allen Dingen wenig Geld, denn von NICESKY gibt es ab sofort die F4U-1A CORSAIR mit einer Spannweite von 680 Millimetern zum günstigen Preis. Doch kann das Modell qualitativ überzeugen? Wir haben uns den ARF-Bausatz angeschaut und das geschäumte Modell ausgiebig getestet.

Test: Chance-Vought F4U-1A CORSAIR von NICESKY

pefil rotJetzt diesen Test lesen

Wir sind Modellflug

Erlebe den RC-Modellflug mit RC-MODELLSCOUT.DE

Erlebe den RC Modellflug mit RC-MODELLSCOUT.DE. Wir sind Deutschlands größtes Online-Magazin und berichten täglich mit News-Meldungen, Testberichten und tollen Videos über den RC Modellflug. Zudem bieten wir erfahrenen Modellpiloten interessante Beiträge rund um Technik und geben Einsteigern wertvolle Tipps um schnell im RC Modellflug erfolgreich zu werden.

Auf RC-MODELLSCOUT.DE findest du Beiträge über Horizon Hobby, robbe Modellsport, MUltiplex, Graupner, Kyosho, Hype und vielen weiteren führenden Herstellern aus dem RC Modellflug.