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Rock 'n' Roll: Wir haben uns die neuen Speedbirds von LRP angesehen

von Stephan Weinhard vom 18. September 2012
Artikel-ID: 20120918-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Der Boom für Warbird-Modelle aus dem Zweiten Weltkrieg scheint nach wie vor ungebrochen. Immer wieder werden insbesondere kleine geschäumte Modelle aus dieser Zeit von verschiedenen Herstellern neu aufgelegt und auf den Markt geworfen. Darunter kann man als Modellpilot echte Perlen entdecken, die in Sachen Preis/Leistung vieles in die Tasche stecken. Gleich vier unterschiedliche Typen hat jetzt LRP im Programm: Wir sind die F4U Corsair und das Schwestermodelle Spitfire Probe geflogen und haben es ordentlich krachen lassen.

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Rock 'n' Roll: Wir haben uns die neuen Speedbirds von LRP angesehenAuch wenn die F4U Corsair und die Spitfire etwa aus der gleichen Zeit stammen, so waren die manntragenden Originale vermutlich nur selten gemeinsam am Himmel zu sehen. Während die amerikanische F4U Corsair ihr Einsatzgebiet hauptsächlich im Pazifik hatte, war die englische Spitfire über Europa im Einsatz.

Beide Flugzeuge sind  jedoch aufgrund ihrer besonderen äußerlichen Merkmale absolut unverkennbar: Die F4U Corsair ist deutlich an ihren charakteristischen Knickflügeln zu erkennen, welche beim Original für den Einsatz auf Flugzeugträgern sogar hochgeklappt werden konnten. Die Spitfire hingegen ist durch die so typische elliptische Tragflächenform schon von weitem von anderen Warbirds zu unterscheiden. Beide Typen zeichneten sich durch ihre hervorragenden Flugleistungen aus und waren sehr erfolgreich bei ihren Einsätzen. Mit den manntragenden Originalen aus dem Zweiten Weltkrieg sind die beiden Modelle von LRP sicherlich nur äußerlich vergleichbar. Der Hersteller verspricht Highspeed – und genau das wollten wir testen.

Beide Modelle sind in jeweils einem großen quadratischen Karton gut vor Beschädigung geschützt. Die 600 Millimeter spannende F4U Corsair liegt genau wie die 655 Millimeter große Spitfire nahezu fertig aufgebaut in der Verpackung. Auffällig sind gleich die gute Oberflächenqualität und die etwas eigenwillige aber trotzdem wirklich schöne Farbgebung beider Modelle. Die Lackierung und das Dekor ist zivilen Vorbildern der sogenannten „Reno Race“-Szene entnommen und hat eben nicht die typischen Farben eines Warbirds. Während die F4U Corsair über eine sehr auffällige weiß/rote Farbgebung verfügt, kommt das Schwestermodell Spitfire mit einer aggressiven schwarz/roten Lackierung aus der Verpackung. Mir persönlich gefällt´s gut!

Die jeweils sehr großzügige Kabinenhaube beider Modelle, die von der Motorhaube bis fast zum Seitenruder reicht, sind bereits mit einer Pilotenbüste ausgerüstet und liegen gut geschützt neben dem Rumpf. Die durch einen CFK Holm verstärkt Tragflächen sind bereits ab Hersteller montiert, alle Verkabelungen sind angeschlossen. Lediglich das Seitenruder wird durch den Modellpiloten noch bei beiden Modellen mit Sekundenkleber am Rumpf verklebt. Die Servos mit den Anlenkungen zu den Rudern, der Brushless-Außenläufer und der Regler haben bereits ihre Position betriebsfertig eingenommen. Das Seitenruder ist bei beiden Modellen und wie bei Speedmodellen meist üblich, nicht angelenkt. Daher und durch die wirklich enorme Vorleistung durch den Hersteller, ist der Aufbau beider Modelle wirklich nur Minutensache.

Die große Kabinenhaube erleichtert den Zugang zu allen RC-Komponenten und wird sowohl bei der Spitfire wie auch bei der F4U Corsair durch unterschieben an der Motorhaube und mittels zwei Magneten am hinteren Teil sicher fixiert. Nach dem Einbau eines kleinen 4-Kanal Empfängers und eines 3-zelligen Flugakkus, der übrigens laut Herstellerangabe über eine Kapazität zwischen 800 mAh bis ca. 1.000 mAh verfügen sollte, kann es im Prinzip schon an die Flugerprobung gehen.

 

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Die beiden Modelle sind wirklich ideal für eilige Piloten, die im Grunde keine Zeit mit einem mühsamen  Aufbau verlieren und stattdessen schnell zum Erstflug kommen möchten. Selbst wer sich die mehrsprachige Anleitung genauer anschaut, wird wohl kaum mehr wie 20 Minuten benötigen, um die Modelle flugfertig aufzurüsten. Der Schwerpunkt lässt sich durch die Position des Flugakkus auf die vom Hersteller angegebenen Werte optimal einstellen und passt bei beiden Modell auf Anhieb. Gleiches gilt übrigens auch für die Ruderausschläge. Die Angaben aus der Anleitung haben sich bereits beim Erstflug als goldrichtig erwiesen und wurden auch später nicht mehr verändert.

Rock 'n' Roll: Wir haben uns die neuen Speedbirds von LRP angesehenDer verfügbare Platz unter der Kabinenhaube der F4U Corsair etwas größer als bei der bei der Spitfire. In beiden Modellen findet aich aber genügend Spielraum um Empfänger und Flugakku problemlos unter zu bekommen.

Vergleicht man beide Modelle miteinander, sind die Unterschiede tatsächlich nur an der äußeren Hülle zu finden. Darunter sind die F4U Corsair und die Spitfire zweieiige Zwillinge, denn die Gene sind identisch. Beide Modelle werden mit jeweils drei gleichen und fertig eingebauten 8-Gramm-Servos geliefert. Zwei steuern die Querruder an, die mittels Y-Kabel miteinander verbunden sind. Ein Servo bedient das Höhenruder. Beide Warbirds verfügen modelltypisch über kein Fahrwerk, sondern landen im Gras auf dem Bauch. Zum Schutz der Servos und der Ruderhörner erfolgt die Anlenkung der Querruder jeweils von der Tragflächen-Oberseite. Wie die Servos, so ist auch die Antriebs-Combo beider Modelle absolut identisch. Beim Motor handelt es sich um einen 14-poligem Außenläufer mit einem KV von 1.950 U/V. In Kombination mit den montierten Zwei-Blatt Luftschrauben ist er für einen 3S-Lipo ausgelegt. Angesteuert wird der Brushless-Motor durch einen 20-Ampere BEC Regler. Beide Komponenten sind ideal aufeinander abgestimmt und gerade für diese Modellgröße mehr als üppig dimensioniert. Im Stand genehmigt sich der Antrieb bereits 18 Ampere. Das sind immerhin fast 200 Watt an Leistungsaufnahme, was zu einem enormen Leistungsgewicht von 625W/kg führt.

 

Rock 'n' roll

Nach einigen Tagen des Wartens aufgrund schlechter Wetterbedingungen, habe ich an einem sonnigen Nachmittag endlich die Gelegenheit, beide Speed-Modelle über unseren Flugplatz zu scheuchen. Zuerst darf die F4U Corsair zeigen was sie kann. Der Antrieb zieht das Modell wie erwartet sehr kräftig nach vorne. Trotz des enormen Drehmoments neigt das Modell nicht dazu nach rechts zu rollen, wie ich es von vielen anderen Speed-Modellen dieser Größe her kenne. Und somit ist der Start vollkommen unkritisch. Ein leichter Schubs und das Modell zieht gerade nach oben. Die Trimmung ist fast perfekt, lediglich ein Zacken hoch und die F4U Corsair zieht ihre Bahnen. Schnell bestätigt sich, was mir die Messwerte der Antriebs-Combo vorab versprochen hatten: Mit Vollgas zischt sie über die Bahn und die sehr hohe Geschwindigkeit, gepaart mit dieser relativ kleinen Modellgröße, fordert meine Aufmerksamkeit, um die Fluglage jederzeit richtig einzuschätzen. Senkrechte Steigflüge gehen endlos und Speed ist eindeutig die Domäne der F4U Corsair. Auch die Rollrate ist enorm. Fast schon wie ein Wirbelwind dreht sich das Modell um die eigene Achse. Weniger toll sind die Kunstflugeigenschaften. Aber auch kein Wunder, bei fehlendem Seitenruder. Die Ruderreaktionen sind knackig und direkt. Mit rund 40% EXPO lässt sich dies deutlich entschärfen. Sehr positiv fällt mir das fast eigenstabile Flugverhalten auf und selbst Piloten mit geringer  Querruder-Erfahrungen kommen schnell zurecht.

Rock 'n' Roll: Wir haben uns die neuen Speedbirds von LRP angesehenNach fünf Minuten bereite ich dem Speed-Spaß ein Ende und setze zur Landung an. Der von mir verwendete 900-mAh-Akku hat jetzt immer noch immer eine Restkapazität von ca. 35 %. Also bis zu sieben Minuten Flugzeit sind, je nach Flugstil, locker möglich. Vollkommen unspektakulär gleitet die F4U Corsair ohne Antrieb und setzt mit gezogenem Höhenruder im Gras auf. Hier kann es zwar passieren, dass sich das Modell mit dem Propeller im Gras verhakt und sich dabei überschlägt, was aber aufgrund von gerade mal 340 Gramm Gesamtgewicht immer ohne Blessuren oder gar Beschädigungen abläuft.

Mit gleichem Antrieb, jedoch mit etwas mehr Spannweite, bringt die Spitfire rund 10 Gramm mehr auf die Waage. Kann das Modell also mit der wendigen F4U Corsair mithalten? Im Flugverhalten erkennt man  wieder die gemeinsamen Gene: Flugleistung und Steuerverhalten sind trotz unterschiedlicher Hülle sehr ähnlich. Die Spitfire ist nicht ganz so eigenstabil wie das Schwestermodell F4U Corsair, dafür ist die  maximale Geschwindigkeit der Spitfire geringfügig höher. Beide sind jedenfalls wirklich reinrassige Speed-Modelle, die durch das herrlich kreischende Luftschraubengeräusch und die für so kleine Modelle recht hohe Fluggeschwindigkeit überzeugen.

Die Anforderungen an den Piloten sind nicht sonderlich hoch: Etwas Erfahrung mit Querruder-Modellen, ein gutes Auge und schnelle Reaktionszeit sind die wesentlichen drei Grundbedingungen zum Steuern beider Speed-Modelle. Zwar lässt sich die LRP F4U Corsair und die LRP Spitfire auch in einen gemächlichen Flugstil bewegen. Doch schon nach wenigen Sekunden juckt es wieder in den Fingern und der Gasknüppel wandert ganz automatisch nach vorne. Das macht richtig Laune. Die Stabilität beider Modelle ist enorm hoch. Mit Vollgas und gezogenem Höhenruder pfeifen die kleinen Speed-Modelle sprichwörtlich um die Ecke.

 

Fazit:

Gibt es einen Sieger im direkten Vergleich zwischen beiden Modellen? Ein eindeutiges NEIN ist die Antwort, denn beide konnten mich in Bezug auf Qualität, Aufbau und Flugeigenschaften völlig überzeugen. Zum einen sind sich die Modelle im wesentlichen ähnlich, nur die EPO-Hülle entscheidet über Optik und Design. Darunter steckt die selbe Technik, die zu unglaublicher Flugleistung führt. Trotzdem überzeugten mich die F4U Corsair und die Spitfire auch durch ausgeglichene Flugeigenschaften. Jedenfalls brauchen die neuen LRP Speed-Birds den Vergleich mit Modellen anderer Hersteller wirklich nicht zu scheuen. Neben der F4U Corsair und der Spitfire sind übrigens noch eine Sea Fury und eine Messerschmitt aus dieser Serie lieferbar.

pfeil rotDiese Modelle auf der Internetseite des Herstellers ansehen

 

 

Technische Daten F4U Corsair:

• Spannweite: 600 mm
• Rumpflänge: 555 mm
• Gewicht: 340 g
• Antrieb: Brushless-Motor, 1.950 kV
• Regler: Lipo 20-Ampere
• Servos: 3x 9-Gramm
• Funktionen: Quer, Höhe, Motor

 

Technische Daten Spitfire:

• Spannweite: 665 mm
• Rumpflänge: 555 mm
• Gewicht: 350 g
• Antrieb: Brushless-Motor, 1.950 kV
• Regler: Lipo 20-Ampere
• Servos: 3x 9-Gramm
• Funktionen: Quer, Höhe, Motor

 

Lieferumfang:

• Flugmodell
• Servos, Motor & Regler eingebaut
• Deutschsprachige Anleitung


 

 

 

Gut

• Sehr gute Flugeigenschaften
• Hohe Endgeschwindigkeit
• Schönes, ansprechendes Design
• Hoher Vorfertigungsgrad
• Faire Preis/Leistung

 

Weniger gut

• Nichts Negatives gefunden

 

Kontaktdaten Hersteller:

LRP electronic GmbH
Wilhelm-Enssle-Str. 132 - 134
73630 Remshalden
Email: info@lrp.cc
Internet: http://www.lrp.cc
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.2 (10 Bewertungen)

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