Fachmagazin
Test: Parkzone F4F Wildcat HORIZON HOBBY
Warbirds aus geschäumtem Material sind seit guten zwei Jahren der Renner in der Szene. Kein Wunder: Mit minimalem finanziellen Aufwand erhält der Modellpilot meist ein hochwertiges Flugmodell mit Komplettausstattung. Auf den ersten Blick überzeugt auch die „Grumman F4F Wildcat“ von HORIZON HOBBY/Parkzone und hebt sich optisch von den weit verbreiteten Corsair’s, ME’s und Mustangs auffallend ab. Kann das Modell jedoch die Versprechungen des Herstellers halten?
Unter den Warbirds zählt die „Grumman F4F Wildcat“ zu meinen ganz persönlichen Favoriten. Durch die etwas pummelige Form des Rumpfes und die bullige Motorhaube unterscheidet sich das Modell deutlich von den gängigen Spitfire`s und Messerschmitt`s. Zudem ist die „Grumman F4F Wildcat“ ein lupenreiner Mitteldecker, was auf gute Flugeigenschaften hoffen lässt.
Die Wildcat wurde im Jahr 1940 als Trägergestütztes Jagdflugzeug in Einsatz gebracht und konnte durch sehr gute Flugleistungen überzeugen. Ganz problemlos war die Wildcat jedoch nicht. Häufig waren kapitale Motorschäden durch Überhitzung zu beklagen, was durch verschiedene Verbesserungen und Varianten mit anderen Motoren dann in den folgenden Jahren abgestellt wurde.
Das Haupteinsatzgebiet war der Luftkrieg im Pazifik. Dort war sie häufig im Einsatz gegen die gefürchtete Mitsubishi Zero der Japaner. Insgesamt wurden mit allen Varianten der Wildcat fast 8.000 Maschinen gebaut, von denen aktuell nur noch 18 flugfähig sind. Viele weitere stehen als nicht flugfähige Exponate in Museen rund um den Globus.
Das Modell
HORIZON HOBBY bietet die Wildcat in zwei unterschiedlichen Versionen an. Fortgeschrittene Modellpiloten, die keinen DSM2-kompatiblen Sender besitzen, greifen zur PNP-Version. Hier kann nach Belieben jeder gängige Empfänger eingebaut werden. Zusätzlich wird ein geeigneter Lipo-Akku benötigt. Für Modellpiloten mit SPEKTRUM-Sender schnürt der Hersteller das BNF-Set. Im Modell ist hier bereits ein SPEKTRUM AR500 DSM2-Empfänger eingebaut und der notwendige Flugakku (3S 1.300 mAh) inkl. 12V-Lader liegt auch mit bei. Unabhängig der Version liegen dem Bausatz alle Teile bei, die zum Fertigstellen des Modells benötigt werden.
In der Parkzone „F4F Wildcat“ sind insgesamt 4 Servos vom Typ Parkzone SV80 für die Funktionen des Höhen-, des Seiten-, und der Querruder betriebsfertig eingebaut. Die beiden Querruder-Servos werden mittels Y-Kabels an den Empfänger angeschlossen. Auch der Brushless-Motor und der dazugehörige Regler haben bereits unter der Motorhaube ihren Platz gefunden und sind angeschlossen.
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Der Packungsinhalt
In dem bis zum Rand gefüllten Karton sind alle Teile wie Rumpf und Tragfläche sicher verstaut. Bei der Entnahme aus der Verpackung steigt meine Begeisterung mit jedem Bauteil, das ich in die Hand nehme. Die Qualität und die Passgenauigkeit von Rumpf, Flächen und Leitwerk ist vorbildlich. Die Oberflächengüte und die matte Lackierung der EPP-Teile ist ohne Makel und macht nicht nur auf den ersten Blick einen hochwertigen Eindruck. Wie auch andere Hersteller, hat auch HORIZON HOBBY für sein EPP einen eigenen Namen gefunden und nennt es „Z-Foam“. Der Werkstoff überzeugt mit einer so feinen Struktur, dass der „Schaum-Bomber“ schon aus sehr kurzer Distanz als solcher nicht mehr zu erkennen ist.
Um den Scale-Charakter des Modells noch weiter zu steigern, hat der Hersteller ein originalgetreues Farbschema gewählt. Die Maschine hat die Lackierung der „F4F“, mit der Fliegerass Lt. O’Hare seine Einsätze im 2. Weltkrieg geflogen ist. Darüber hinaus ist die Parkzone „F4F Wildcat“ mit vielen angedeuteten Details wie Zylinderköpfe und Kühlerklappen ausgestattet. Eine Attrappe des in den Rumpf eingezogenen Fahrwerks, welches für diesen Typ Warbird so charakteristisch ist, rundet die Details ab.
Ein starres Fahrwerk für Bodenstarts ist nicht vorgesehen. Die Wildcat wird aus der Hand gestartet und auf einer Kunststoffschiene rumpfunterseitig auf dem „Bauch“ gelandet. Das ist gut so, denn ein klassischer Warbird mit starrem Fahrwerk ist meiner Meinung nach sowieso ein „NoGo“. Die „Stelzen“ würden das Flugbild erheblich stören und das Modell würde sicherlich einen "billigen" Eindruck machen.
Die beiliegende Bauanleitung ist in mehren Sprachen verfasst - unter anderem auch in Deutsch und überzeugt mit vielen Bildern und nützlichen Tipps. Fragen bezüglich Aufbau, Einstellungen wie auch Reparatur- und Wartungsarbeiten werden damit gänzlich beantwortet. Die Qualität der Dokumentation ist hervorragend und mitunter tatsächlich das Beste, was ich in letzter Zeit im RTF-Bereich gesehen habe.
Der Zusammenbau
Die Montage des Modells bereitet mit Hilfe der Anleitung selbst einem ungeübten Modellbauer keine Probleme und geht schnell von der Hand. Wer sich beim Kauf des Modells auf lange ausgiebige Bauabende gefreut hat wird sicher enttäuscht sein. Es dauert gerade mal eine halbe Stunde vom Auspacken bis zum flugfertigen Modell!
Erfahrene Modellpiloten werden wohl einen kurzen Blick in die Anleitung werfen, dann diese aber weglegen. Denn der Aufbau des Modells ist super einfach. Um den Rumpf zu komplettieren, wird das Höhenleitwerk mit der cleveren CFK-Steckung am Rumpf montiert. Das Höhenleitwerk wird nur gesteckt und mit durchsichtigem Klebeband gesichert und nicht fest verklebt.
Diese - für HORIZON HOBBY übrigens typische Befestigungsart des Höhenleitwerks - ist gerade im Falle eines Crashs sehr reparaturfreundlich! Das Gestänge zur Anlenkung des Höhenruders ist betriebsfertig eingebaut und abgelängt. Der Gabelkopf wird einfach nur noch in das Ruderhorn des Höhenruders eingeklippst.
Das Seitenleitwerk ist vom Hersteller schon komplett fertig montiert. Die Anlenkgestänge für Seiten- und Höhenruder sind aus einem CFK-Rohr und dadurch sehr steif und ohne Spiel.
Nach dem Höhenleitwerk wird die zweiteilige Fläche mit Hilfe einer CFK-Rohrsteckung eingebaut und im Rumpf mit je einer Schraube gesichert. Theoretisch könnte die Wildcat zum Transport demontiert werden, die geringe Spannweite von gerade mal 975 Millimetern erlaubt es jedoch, das Modell problemlos an einem Stück zu transportieren und passt somit in jeden Kofferraum.
Wie bereits erwähnt ist die Passform aller EPP-Teile extrem gut. Ein Nacharbeiten ist nicht nötig.
Der letzte Arbeitsschritt bevor es zum Fliegen geht, ist das Binden des Empfängers und das Programmieren des Senders. Aber auch das ist nur Minutensache. Die Ausschläge werden gemäß Hersteller-Vorgabe aus der Anleitung übernommen. Regler und beiliegender Lipo-Akku sind jeweils mit den von Parkzone typischen EC3-Steckern verpolungssicher ausgestattet.
Die Größe des Akkuschachts erlaubt die Verwendung von 3S Lipo-Akkus mit einer Kapazität von 1.300 bis maximal 2.200 mAh. Da der Schacht relativ nahe am Schwerpunkt des Modells liegt, ist bei Verwendung von unterschiedlich schweren Lipo-Zellen im Grunde keine nachhaltige Schwerpunktänderung feststellbar. Bei Verwendung des im Lieferumfang enthaltenen Akkus mit 1.300 mAh stellt sich der Schwerpunkt bei genau 47 Millimetern hinter der Flügelvorderkante ein. Das entspricht den Angaben des Herstellers in seiner Anleitung. Der Akku lässt sich problemlos durch die geöffnete Kabinenhaube einlegen und wird mit Hilfe eines Klettbandes gesichert.
Die Kabinenhaube wird zur Befestigung übrigens unter der Motorhaube eingeschoben und von einem starken Magneten sicher an ihrem Platz gehalten. Der Magnet ist so kräftig, dass es schon wirklich einige Anstrengung bedarf, um die Haube zum Akkuwechsel zu öffnen. Im Flug wird sich die Kabinenhaube auch bei wildesten Flugmanövern sicherlich nicht lösen.
Vor dem Erstflug kommt noch der obligatorische Gang zu Waage: Mit 740 Gramm Abfluggewicht inklusive Flugakku, bestätigt sich die Herstellerangabe aus der Bedienungsanleitung.
Der Antrieb
Die fertig montierte und perfekt auf das Modell abgestimmte Motor/Regler-Kombination ist für ein Setup mit 3S Lipos ausgelegt. Der bürstenlose Motor treibt eine 2-Blatt Scale-Luftschraube der Dimension 9x6“ an. Die spezifische Drehzahl des Motors liegt bei 960 kV und nimmt eine Leistung von etwa 190 Watt auf. Das ergibt ein Leistungsgewicht von ca. 260 W/kg. Dieser Wert wird selbst einem Kunstflugmodell zu guten Flugleistungen verhelfen. Die „F4F Wildcat“ ist also mit dieser Basis-Motorisierung mehr als ausreichend ausgestattet und verfügt somit über reichliche Kraftreserven. Der 18 A-Regler verrichtet seine Arbeit ohne nennenswerte Wärmeentwicklung. Auch das eingebaute BEC des Reglers ist ausreichend dimensioniert und funktioniert vollkommen problemlos. Die maximale Stromaufnahme bei Volllast am Boden stellt sich bei ca. 17 A ein.
Die Motorhaube wird mit 4 Schrauben befestigt und ist dadurch jederzeit abnehmbar. Darunter befindet sich der verschraubte Motorträge mit dem Motor. Alles ist optimal zugänglich, was im Falle einer Reparatur sehr hilfreich ist. Der 2-Blatt Propeller ist mit einem schicken Aluminium-Spinner auf die Motorwelle montiert.
Airborne
Bei sonnigem Wetter mit leicht böigem Wind geht´s zum Erstflug auf unser Fluggelände. Die „Wildkatze“ zeigt sich - bezogen auf die Flugeigenschaften - überhaupt nicht wild, sondern äußerst brav und der Jungfernflug verläuft absolut unspektakulär. Der Start aus der Hand ist vollkommen problemlos: Durch die Mitteldecker-Konstruktion lässt sich die „F4F“ sehr gut zum Start unter den Flächen in der Nähe des Schwerpunkts greifen und abwerfen. Das ist vor allem bei Tiefdecker Warbirds dieser Klasse oft ein Problem. Der angegeben Schwerpunkt passt nicht nur in der Theorie. Auch im Praxistest überzeugt die Herstellerangabe auf Anhieb. Ein wenig Höhenrudertrimmung und das Modell zieht verlässlich seine Bahnen.
Sofort stellt sich ein vertrautes Gefühl ein und die ersten Manöver werden gleich beim Erstflug versucht. Die Ruderausschläge habe ich nach einigen Testflügen entgegen der Anleitung sogar noch ein bisschen vergrößert, um einfach noch mehr Agilität zu erreichen. Die Motorisierung ist üppig. Damit geht die „F4F“ sehr lange senkrecht nach oben und erlaubt Flugmanöver die den Piloten im 2. Weltkrieg nicht möglich waren: Wunderschöne große Loops, „Victory Rolls“, und Turns fliegen sich besonders schön. Auch klassischer Kunstflug wie Messerflug sind mit der „F4F“ möglich, auch wenn hier deutlich ausgesteuert werden muss. Die Fluggeschwindigkeit bleibt selbst bei Vollgas relativ gering und passt gut zum Gesamteindruck des Modells.
Der Mitteldecker zieht, im Gegensatz zu seinen Tiefdecker Konkurrenten, Rollen wie aus dem Lehrbuch und hat für einen Warbird ein sehr neutrales Flugverhalten. Die Ruderwirkung aller Ruder ist direkt und präzise. Expo oder Dual-Rate werden nicht benötigt. Daher kann die „Wildcat“ auch mit einem einfachen und nicht programmierbaren Sender – beispielsweise die SPEKTRUM DX5e geflogen werden.
Die Langsamflugeigenschaften sind hervorragend. Ein Strömungsabriss erfolgt erst bei wirklich sehr geringer Geschwindigkeit und ist auch dann vollkommen unkritisch. Um Fahrt aufzuholen, nimmt sie einfach die Nase nach unten. Die Parkzone Wildcat ist von jedem Piloten mit etwas Querruder-Erfahrung gut zu beherrschen und wird selbst den ungeübten Piloten nicht überfordern. Das heißt jedoch nicht, dass die Wildcat langweilig zu fliegen ist!
In der Luft ist das Modell parktisch unzerstörbar, obwohl ich den Mitteldecker bei meinen Testflügen schon recht hart ran genommen habe. Aber selbst wenn bei voller Fahrt das Höhenruder durchgezogen wird, kann nicht mal eine Tendenz des Flächendurchbiegens erkannt werden. Dieser Warbird aus dem Hause HORIZON HOBBY begeistert mich nicht nur durch seine guten Flugeigenschaften, sondern vielmehr durch sein einzigartiges Flugbild. Am besten gefallen mir tiefe Überflüge, die in einem Aufschwung mit halber Rolle und anschließendem Abschwung enden. Dabei kommt echtes Warbird-Feeling auf.
Hat man es doch einmal übertrieben, lassen sich Stauchungen im EPP sehr gut reparieren. Der Werkstoff hat eine Art"Formgedächtnis" und kann somit durch Übergießen mit heißem, nahezu kochendem Wasser wieder in seine ursprüngliche Form gebracht werden. Darüber hinaus lässt sich EPP sehr gut mit entsprechenden Sekundenklebern oder PU-Klebern verkleben. Sind die Brösel für eine Reparatur dann doch einmal zu klein, lassen sich alle benötigte Ersatzteile über den Fachhandel beziehen.
Mein Fazit
Die Parkzone „F4F Wildcat“ von HORIZON HOBBY ist ein wunderschöner und nicht ganz alltäglicher kleiner Warbird mit tadellosen Flugeigenschaften und toller Optik. Die „F4F“ kann sowohl dem weniger geübten wie auch dem erfahrenen Modellpiloten empfohlen werden. Sie wird beiden mächtig viel Spass bereiten und bietet viel fliegerisches Potential.
Die Ausstattung der BNF-Version ist vollständig und die Komponenten sind allesamt aufeinander abgestimmt. Die Parkzone „F4F Wildcat“ ist tatsächlich ein „immer dabei“-Modell der Extraklasse, welches meine persönliche Einstellung zu „Schaumwaffeln“ abermals zum Guten hin verändert hat. Das Modell ist sehr reparaturfreundlich und im Notfall sind Ersatzteile über den Fachhandel erhältlich. Wir werden noch viele schöne Flugstunden gemeinsam verbringen.
Über den Autor
Stephan Weinhard ist 46 Jahre alt und von Beruf Ingenieur für Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik. Modellbau ist eine Leidenschaft die ihn schon als Jugendlicher begleitete. Nach einigen Pausen packte ihn vor ca. 7 Jahren das Thema sehr intensiv: Seitdem betreibt er hauptsächlich 3D-Kunstflug mit großen Modellen. Er besitzt drei Voll-GfK Modelle von Compsite ARF und Modell-Compsite und einige klassische Sperrholz/Balsa Konstruktionen. Aber auch alle anderen Sparten der Flächenflugmodelle sind ihm nicht fremd. Seit kurzem fliegt Stephan auch Hubschrauber.
Technische Daten:• Spannweite: 975 mm• Länge: 730 mm • Gewicht: 720 g • Motor: 480er 960 Kv BL Außenläufer • Regler: Parkzone 18A Brushless Speed Regler • Akku: 3S 1.300 mAh
Wo kaufen?Bezug: Fachhandel |
• Vollständiger Baukasten
• Einfacher 12 V-Lader über Zigarettenanzünder
Kontaktdaten des Herstellers:Horizon Hobby GmbHHamburger Str. 10 25337 Elmshorn Telefon: 04121/46199-60 Email: info@horizonhobby.de Internet: http://www.horizonhobby.de |
Warbirds aus geschäumtem Material sind seit guten zwei Jahren der Renner in der Szene. Kein Wunder: Mit minimalem finanziellen Aufwand erhält der Modellpilot meist ein hochwertiges Flugmodell mit Komplettausstattung. Auf den ersten Blick überzeugt auch die „Grumman F4F Wildcat“ von HORIZON HOBBY/Parkzone und hebt sich optisch von den weit verbreiteten Corsair’s, ME’s und Mustangs auffallend ab. Kann das Modell jedoch die Versprechungen des Herstellers halten?
Unter den Warbirds zählt die „Grumman F4F Wildcat“ zu meinen ganz persönlichen Favoriten. Durch die etwas pummelige Form des Rumpfes und die bullige Motorhaube unterscheidet sich das Modell deutlich von den gängigen Spitfire`s und Messerschmitt`s. Zudem ist die „Grumman F4F Wildcat“ ein lupenreiner Mitteldecker, was auf gute Flugeigenschaften hoffen lässt.
Die Wildcat wurde im Jahr 1940 als Trägergestütztes Jagdflugzeug in Einsatz gebracht und konnte durch sehr gute Flugleistungen überzeugen. Ganz problemlos war die Wildcat jedoch nicht. Häufig waren kapitale Motorschäden durch Überhitzung zu beklagen, was durch verschiedene Verbesserungen und Varianten mit anderen Motoren dann in den folgenden Jahren abgestellt wurde.
Das Haupteinsatzgebiet war der Luftkrieg im Pazifik. Dort war sie häufig im Einsatz gegen die gefürchtete Mitsubishi Zero der Japaner. Insgesamt wurden mit allen Varianten der Wildcat fast 8.000 Maschinen gebaut, von denen aktuell nur noch 18 flugfähig sind. Viele weitere stehen als nicht flugfähige Exponate in Museen rund um den Globus.
Das Modell
HORIZON HOBBY bietet die Wildcat in zwei unterschiedlichen Versionen an. Fortgeschrittene Modellpiloten, die keinen DSM2-kompatiblen Sender besitzen, greifen zur PNP-Version. Hier kann nach Belieben jeder gängige Empfänger eingebaut werden. Zusätzlich wird ein geeigneter Lipo-Akku benötigt. Für Modellpiloten mit SPEKTRUM-Sender schnürt der Hersteller das BNF-Set. Im Modell ist hier bereits ein SPEKTRUM AR500 DSM2-Empfänger eingebaut und der notwendige Flugakku (3S 1.300 mAh) inkl. 12V-Lader liegt auch mit bei. Unabhängig der Version liegen dem Bausatz alle Teile bei, die zum Fertigstellen des Modells benötigt werden.
In der Parkzone „F4F Wildcat“ sind insgesamt 4 Servos vom Typ Parkzone SV80 für die Funktionen des Höhen-, des Seiten-, und der Querruder betriebsfertig eingebaut. Die beiden Querruder-Servos werden mittels Y-Kabels an den Empfänger angeschlossen. Auch der Brushless-Motor und der dazugehörige Regler haben bereits unter der Motorhaube ihren Platz gefunden und sind angeschlossen.
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Der Packungsinhalt
In dem bis zum Rand gefüllten Karton sind alle Teile wie Rumpf und Tragfläche sicher verstaut. Bei der Entnahme aus der Verpackung steigt meine Begeisterung mit jedem Bauteil, das ich in die Hand nehme. Die Qualität und die Passgenauigkeit von Rumpf, Flächen und Leitwerk ist vorbildlich. Die Oberflächengüte und die matte Lackierung der EPP-Teile ist ohne Makel und macht nicht nur auf den ersten Blick einen hochwertigen Eindruck. Wie auch andere Hersteller, hat auch HORIZON HOBBY für sein EPP einen eigenen Namen gefunden und nennt es „Z-Foam“. Der Werkstoff überzeugt mit einer so feinen Struktur, dass der „Schaum-Bomber“ schon aus sehr kurzer Distanz als solcher nicht mehr zu erkennen ist.
Um den Scale-Charakter des Modells noch weiter zu steigern, hat der Hersteller ein originalgetreues Farbschema gewählt. Die Maschine hat die Lackierung der „F4F“, mit der Fliegerass Lt. O’Hare seine Einsätze im 2. Weltkrieg geflogen ist. Darüber hinaus ist die Parkzone „F4F Wildcat“ mit vielen angedeuteten Details wie Zylinderköpfe und Kühlerklappen ausgestattet. Eine Attrappe des in den Rumpf eingezogenen Fahrwerks, welches für diesen Typ Warbird so charakteristisch ist, rundet die Details ab.
Ein starres Fahrwerk für Bodenstarts ist nicht vorgesehen. Die Wildcat wird aus der Hand gestartet und auf einer Kunststoffschiene rumpfunterseitig auf dem „Bauch“ gelandet. Das ist gut so, denn ein klassischer Warbird mit starrem Fahrwerk ist meiner Meinung nach sowieso ein „NoGo“. Die „Stelzen“ würden das Flugbild erheblich stören und das Modell würde sicherlich einen "billigen" Eindruck machen.
Die beiliegende Bauanleitung ist in mehren Sprachen verfasst - unter anderem auch in Deutsch und überzeugt mit vielen Bildern und nützlichen Tipps. Fragen bezüglich Aufbau, Einstellungen wie auch Reparatur- und Wartungsarbeiten werden damit gänzlich beantwortet. Die Qualität der Dokumentation ist hervorragend und mitunter tatsächlich das Beste, was ich in letzter Zeit im RTF-Bereich gesehen habe.
Der Zusammenbau
Die Montage des Modells bereitet mit Hilfe der Anleitung selbst einem ungeübten Modellbauer keine Probleme und geht schnell von der Hand. Wer sich beim Kauf des Modells auf lange ausgiebige Bauabende gefreut hat wird sicher enttäuscht sein. Es dauert gerade mal eine halbe Stunde vom Auspacken bis zum flugfertigen Modell!
Erfahrene Modellpiloten werden wohl einen kurzen Blick in die Anleitung werfen, dann diese aber weglegen. Denn der Aufbau des Modells ist super einfach. Um den Rumpf zu komplettieren, wird das Höhenleitwerk mit der cleveren CFK-Steckung am Rumpf montiert. Das Höhenleitwerk wird nur gesteckt und mit durchsichtigem Klebeband gesichert und nicht fest verklebt.
Diese - für HORIZON HOBBY übrigens typische Befestigungsart des Höhenleitwerks - ist gerade im Falle eines Crashs sehr reparaturfreundlich! Das Gestänge zur Anlenkung des Höhenruders ist betriebsfertig eingebaut und abgelängt. Der Gabelkopf wird einfach nur noch in das Ruderhorn des Höhenruders eingeklippst.
Das Seitenleitwerk ist vom Hersteller schon komplett fertig montiert. Die Anlenkgestänge für Seiten- und Höhenruder sind aus einem CFK-Rohr und dadurch sehr steif und ohne Spiel.
Nach dem Höhenleitwerk wird die zweiteilige Fläche mit Hilfe einer CFK-Rohrsteckung eingebaut und im Rumpf mit je einer Schraube gesichert. Theoretisch könnte die Wildcat zum Transport demontiert werden, die geringe Spannweite von gerade mal 975 Millimetern erlaubt es jedoch, das Modell problemlos an einem Stück zu transportieren und passt somit in jeden Kofferraum.
Wie bereits erwähnt ist die Passform aller EPP-Teile extrem gut. Ein Nacharbeiten ist nicht nötig.
Der letzte Arbeitsschritt bevor es zum Fliegen geht, ist das Binden des Empfängers und das Programmieren des Senders. Aber auch das ist nur Minutensache. Die Ausschläge werden gemäß Hersteller-Vorgabe aus der Anleitung übernommen. Regler und beiliegender Lipo-Akku sind jeweils mit den von Parkzone typischen EC3-Steckern verpolungssicher ausgestattet.
Die Größe des Akkuschachts erlaubt die Verwendung von 3S Lipo-Akkus mit einer Kapazität von 1.300 bis maximal 2.200 mAh. Da der Schacht relativ nahe am Schwerpunkt des Modells liegt, ist bei Verwendung von unterschiedlich schweren Lipo-Zellen im Grunde keine nachhaltige Schwerpunktänderung feststellbar. Bei Verwendung des im Lieferumfang enthaltenen Akkus mit 1.300 mAh stellt sich der Schwerpunkt bei genau 47 Millimetern hinter der Flügelvorderkante ein. Das entspricht den Angaben des Herstellers in seiner Anleitung. Der Akku lässt sich problemlos durch die geöffnete Kabinenhaube einlegen und wird mit Hilfe eines Klettbandes gesichert.
Die Kabinenhaube wird zur Befestigung übrigens unter der Motorhaube eingeschoben und von einem starken Magneten sicher an ihrem Platz gehalten. Der Magnet ist so kräftig, dass es schon wirklich einige Anstrengung bedarf, um die Haube zum Akkuwechsel zu öffnen. Im Flug wird sich die Kabinenhaube auch bei wildesten Flugmanövern sicherlich nicht lösen.
Vor dem Erstflug kommt noch der obligatorische Gang zu Waage: Mit 740 Gramm Abfluggewicht inklusive Flugakku, bestätigt sich die Herstellerangabe aus der Bedienungsanleitung.
Der Antrieb
Die fertig montierte und perfekt auf das Modell abgestimmte Motor/Regler-Kombination ist für ein Setup mit 3S Lipos ausgelegt. Der bürstenlose Motor treibt eine 2-Blatt Scale-Luftschraube der Dimension 9x6“ an. Die spezifische Drehzahl des Motors liegt bei 960 kV und nimmt eine Leistung von etwa 190 Watt auf. Das ergibt ein Leistungsgewicht von ca. 260 W/kg. Dieser Wert wird selbst einem Kunstflugmodell zu guten Flugleistungen verhelfen. Die „F4F Wildcat“ ist also mit dieser Basis-Motorisierung mehr als ausreichend ausgestattet und verfügt somit über reichliche Kraftreserven. Der 18 A-Regler verrichtet seine Arbeit ohne nennenswerte Wärmeentwicklung. Auch das eingebaute BEC des Reglers ist ausreichend dimensioniert und funktioniert vollkommen problemlos. Die maximale Stromaufnahme bei Volllast am Boden stellt sich bei ca. 17 A ein.
Die Motorhaube wird mit 4 Schrauben befestigt und ist dadurch jederzeit abnehmbar. Darunter befindet sich der verschraubte Motorträge mit dem Motor. Alles ist optimal zugänglich, was im Falle einer Reparatur sehr hilfreich ist. Der 2-Blatt Propeller ist mit einem schicken Aluminium-Spinner auf die Motorwelle montiert.
Airborne
Bei sonnigem Wetter mit leicht böigem Wind geht´s zum Erstflug auf unser Fluggelände. Die „Wildkatze“ zeigt sich - bezogen auf die Flugeigenschaften - überhaupt nicht wild, sondern äußerst brav und der Jungfernflug verläuft absolut unspektakulär. Der Start aus der Hand ist vollkommen problemlos: Durch die Mitteldecker-Konstruktion lässt sich die „F4F“ sehr gut zum Start unter den Flächen in der Nähe des Schwerpunkts greifen und abwerfen. Das ist vor allem bei Tiefdecker Warbirds dieser Klasse oft ein Problem. Der angegeben Schwerpunkt passt nicht nur in der Theorie. Auch im Praxistest überzeugt die Herstellerangabe auf Anhieb. Ein wenig Höhenrudertrimmung und das Modell zieht verlässlich seine Bahnen.
Sofort stellt sich ein vertrautes Gefühl ein und die ersten Manöver werden gleich beim Erstflug versucht. Die Ruderausschläge habe ich nach einigen Testflügen entgegen der Anleitung sogar noch ein bisschen vergrößert, um einfach noch mehr Agilität zu erreichen. Die Motorisierung ist üppig. Damit geht die „F4F“ sehr lange senkrecht nach oben und erlaubt Flugmanöver die den Piloten im 2. Weltkrieg nicht möglich waren: Wunderschöne große Loops, „Victory Rolls“, und Turns fliegen sich besonders schön. Auch klassischer Kunstflug wie Messerflug sind mit der „F4F“ möglich, auch wenn hier deutlich ausgesteuert werden muss. Die Fluggeschwindigkeit bleibt selbst bei Vollgas relativ gering und passt gut zum Gesamteindruck des Modells.
Der Mitteldecker zieht, im Gegensatz zu seinen Tiefdecker Konkurrenten, Rollen wie aus dem Lehrbuch und hat für einen Warbird ein sehr neutrales Flugverhalten. Die Ruderwirkung aller Ruder ist direkt und präzise. Expo oder Dual-Rate werden nicht benötigt. Daher kann die „Wildcat“ auch mit einem einfachen und nicht programmierbaren Sender – beispielsweise die SPEKTRUM DX5e geflogen werden.
Die Langsamflugeigenschaften sind hervorragend. Ein Strömungsabriss erfolgt erst bei wirklich sehr geringer Geschwindigkeit und ist auch dann vollkommen unkritisch. Um Fahrt aufzuholen, nimmt sie einfach die Nase nach unten. Die Parkzone Wildcat ist von jedem Piloten mit etwas Querruder-Erfahrung gut zu beherrschen und wird selbst den ungeübten Piloten nicht überfordern. Das heißt jedoch nicht, dass die Wildcat langweilig zu fliegen ist!
In der Luft ist das Modell parktisch unzerstörbar, obwohl ich den Mitteldecker bei meinen Testflügen schon recht hart ran genommen habe. Aber selbst wenn bei voller Fahrt das Höhenruder durchgezogen wird, kann nicht mal eine Tendenz des Flächendurchbiegens erkannt werden. Dieser Warbird aus dem Hause HORIZON HOBBY begeistert mich nicht nur durch seine guten Flugeigenschaften, sondern vielmehr durch sein einzigartiges Flugbild. Am besten gefallen mir tiefe Überflüge, die in einem Aufschwung mit halber Rolle und anschließendem Abschwung enden. Dabei kommt echtes Warbird-Feeling auf.
Hat man es doch einmal übertrieben, lassen sich Stauchungen im EPP sehr gut reparieren. Der Werkstoff hat eine Art"Formgedächtnis" und kann somit durch Übergießen mit heißem, nahezu kochendem Wasser wieder in seine ursprüngliche Form gebracht werden. Darüber hinaus lässt sich EPP sehr gut mit entsprechenden Sekundenklebern oder PU-Klebern verkleben. Sind die Brösel für eine Reparatur dann doch einmal zu klein, lassen sich alle benötigte Ersatzteile über den Fachhandel beziehen.
Mein Fazit
Die Parkzone „F4F Wildcat“ von HORIZON HOBBY ist ein wunderschöner und nicht ganz alltäglicher kleiner Warbird mit tadellosen Flugeigenschaften und toller Optik. Die „F4F“ kann sowohl dem weniger geübten wie auch dem erfahrenen Modellpiloten empfohlen werden. Sie wird beiden mächtig viel Spass bereiten und bietet viel fliegerisches Potential.
Die Ausstattung der BNF-Version ist vollständig und die Komponenten sind allesamt aufeinander abgestimmt. Die Parkzone „F4F Wildcat“ ist tatsächlich ein „immer dabei“-Modell der Extraklasse, welches meine persönliche Einstellung zu „Schaumwaffeln“ abermals zum Guten hin verändert hat. Das Modell ist sehr reparaturfreundlich und im Notfall sind Ersatzteile über den Fachhandel erhältlich. Wir werden noch viele schöne Flugstunden gemeinsam verbringen.
Über den Autor
Stephan Weinhard ist 46 Jahre alt und von Beruf Ingenieur für Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik. Modellbau ist eine Leidenschaft die ihn schon als Jugendlicher begleitete. Nach einigen Pausen packte ihn vor ca. 7 Jahren das Thema sehr intensiv: Seitdem betreibt er hauptsächlich 3D-Kunstflug mit großen Modellen. Er besitzt drei Voll-GfK Modelle von Compsite ARF und Modell-Compsite und einige klassische Sperrholz/Balsa Konstruktionen. Aber auch alle anderen Sparten der Flächenflugmodelle sind ihm nicht fremd. Seit kurzem fliegt Stephan auch Hubschrauber.
Technische Daten:• Spannweite: 975 mm• Länge: 730 mm • Gewicht: 720 g • Motor: 480er 960 Kv BL Außenläufer • Regler: Parkzone 18A Brushless Speed Regler • Akku: 3S 1.300 mAh
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• Vollständiger Baukasten
• Einfacher 12 V-Lader über Zigarettenanzünder
Kontaktdaten des Herstellers:Horizon Hobby GmbHHamburger Str. 10 25337 Elmshorn Telefon: 04121/46199-60 Email: info@horizonhobby.de Internet: http://www.horizonhobby.de |
Kommentar(e) (1)
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cosmicblue1
Kommentar vom 16.05.2011 um 10:44 UhrSchöner und informativer Artikel, auch wenn das Modell auch nicht ganz neu ist.
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