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Test: RYAN STA EP von STAUFENBIEL

von Michael Schürlein vom 19. Juli 2011
Artikel-ID: 20110719-FM-01 Rubrik: Flächenmodelle

Geschäumte Modelle mit einer Spannweite bis zu 1.000 Millimetern haben alle samt eines gemeinsam: Der Anschaffungspreis strapaziert nicht wirklich das Portmonee. Wenn dann noch gute Verarbeitung und außergewöhnliches Design dazu kommt, dann hat man vielleicht zur neuen RYAN STA EP von STAUFENBIEL gegriffen.

 

 

 

Test: RYAN STA EP von STAUFENBIELMit der neuen RYAN STA EP hat Online-Versender STAUFENBIEL einen Klassiker in sein Programm aufgenommen, der sich deutlich von anderen geschäumten Modellen wie Warbirds und Cessnas abhebt. Das Modell ist zum größten Teil bereits aufgebaut, trotzdem bedarf es noch einiger Handgriffe um den Tiefdecker abflugbereit zu bekommen. Die Bedienungsanleitung die dem Lieferumfang beiliegt, ist ausführlich in deutscher Sprache verfasst und eine Vielzahl an Abbildungen hilft beim Zusammenbau des Modells. Trotzdem sollte man gute 30 bis 40 Minuten für den Aufbau einplanen.

Alle EPP-Teile die ich aus der Styropor-Verpackung entnehme, sind nochmals einzeln in Folie verpackt und machen einen hochwertigen Gesamteindruck. Aber auch beim näheren Hinsehen überzeugt die Verarbeitung. Der Rumpf ist silber lackiert und soll die für die RYAN STA typische Außenhaut aus Aluminium darstellen. Passend zu den jeweiligen Einzelteilen, liegen immer die richtigen Schrauben in kleinen Tütchen mit bei. So ist ein langes Suchen nach der richtigen Schraubengröße und -länge praktisch ausgeschlossen. Alle Teile sind von hervorragendem Finish, das Dekor ist sowohl auf Rumpf wie auch auf Tragfläche aufgeklebt. Kaum ein EPP-Modell wird heute noch ohne eingebauten RC-Komponenten ausgeliefert. So auch die RYAN. Brushless-Motor, Regler sowie alle Servos sind bereits verbaut und teilweise sogar angeschlossen. Die Bowdenzüge für Seiten- und Höhenruder sind im Rumpf verlegt.

 

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Der Zusammenbau erfolgt nach so genannten Baugruppen: Begonnen wird mit dem Heck. Höhen- und Seitenleitwerk werden einfach zusammengesteckt und mittels einer Schraube verbunden. Anschließend wird die gesamte Einheit auf das Rumpfende gesetzt und nochmals mit zwei weiteren Schrauben befestigt. Obwohl dem Lieferumfang eine Tube Kleber beiliegt, kommt bei der gesamten Montage der RYAN STA keiner zum Einsatz. Auch in der Anleitung selbst ist nie die Rede von Klebestellen. Alle Bauteile werden entweder gesteckt oder verschraubt.

Test: RYAN STA EP von STAUFENBIELVorbildlich gelöst ist die Befestigung des Motors: Obwohl dieser unter einer Haube aus EPP versteckt ist und auf den ersten Blick alles andere als gut zu erreichen scheint, ist dieser trotzdem voll zugänglich. Denn die EPP-Haube ist lediglich auf den Rumpf gesteckt und lässt sich einfach abziehen. Sollte man also einmal den Motor wechseln müssen, stehen alle Möglichkeiten offen! Einen kleinen Nachteil bietet die EPP-Verkleidung jedoch: Der Brushless-Motor ist eingepackt wie in einer Thermoskanne. Frischluft zur Kühlung kommt so gut wie keine an den Außenläufer und auch der Regler im Rumpf wird nur äußerst unzureichend mit frischer Luft versorgt.

Hält man sich an die wirklich gute Dokumentation von STAUFENBIEL, geht der Zusammenbau am schnellsten. An alle Ruder werden noch die Ruderhörner angeschraubt. Die unterschiedlichen Längen der beiliegenden Schrauben verraten die Position - also ob an Querruder, Seitenruder oder Höhenruder die Montage erfolgt. Etwas mehr Aufwand wird bei der Montage des Ruderhorns für das Seitenruder notwendig, denn die beliegenden Schauben sind viel zu kurz. Ich empfehle hier mit einem scharfen Messer etwas Material am EPP zu entfernen. Dass die Schrauben viel zu kurz sind, weiss auch STAUFENBIEL und gibt in seiner Anleitung einen Hinweis dazu.

 

 

 

 

Highlight am Modell ist die Verstrebung

Die RYAN STA überzeugt durch viele kleine Detaillösungen. So sind - wie beim Original - die Räder des Hauptfahrwerks jeweils in ein Gehäuse aus Kunststoff eingepackt und werden mittels Schrauben mit der Unterseite der Tragfläche verschraubt. Die Querruder werden über zwei separate Servos in den Tragflächen angesteuert, welche mit einem Y-Kabel verbunden sind. Wer seiner RYAN einen individuellen Touch verpassen möchte, kann sein Modell übrigens mit Landeklappen nachrüsten. Jedenfalls hat der Hersteller hierfür bereits Platz für ein Servo auf jeder Tragflächenhälfte geschaffen und die Klappen selbst müssen nur noch ausgeschnitten werden. Das Spornrad wird über das Seitenruder angelenkt. Somit bleibt das Modell auch am Boden jederzeit voll lenkbar.

Test: RYAN STA EP von STAUFENBIELDie Tragfläche wird von unten in den Rumpf gesetzt und mit zwei Schrauben befestigt. Das Y-Kabel der Querruder kann anschließend durch das Rumpfinnere direkt an die Position des Empfängers gezogen werden. Schön: Alle Servokabel sind bereits am Stecker mit einem kleinen Aufkleber versehen, auf dem die Kanal-Nummer steht. Wer beispielsweise einen robbe/FUTABA-Empfänger verwendet, kann diese Angabe 1:1 übernehmen.

Absolutes Highlight der RYAN STA von STAUFENBIEL, sind die Verstrebungen zwischen Tragfläche, Rumpf und Fahrwerk. Sie verleihen dem Modell einen sagenhaften Gesamteindruck und führen zudem bei tiefen Überflügen zu einer ganz eigenen Geräuschkulisse. Ein leichtes Pfeifen, verursacht durch den Wind, ist die Folge. Die Montage der Verstrebungen ist simpel, denn der Hersteller hat soweit alles vorbereitet. An jedem Ende einer Verstrebung befindet sich eine kleine Zugfeder, die für die nötige Spannung sorgt. Teilweise werden die Verstrebungen verschraubt, teilweise nur in Ösen eingehängt. Wo verschraubt und wo die Zugfedern nur eingehängt werden, verrät die Anleitung mit vielen Abbildungen. Insgesamt 14 Verstrebungen sorgen so für Steifigkeit der gesamten Konstruktion und verleihen der Tragfläche die nötige Stabilität.

STAUFENBIEL empfiehlt für seine RYAN STA einen 3S Lipo-Akku mit 2.200mAh. Das Akkufach ist entsprechend groß dimensioniert und so finden auch Lipos mit etwas mehr Kapazität locker Platz. Über die Position des Akkus wird der Schwerpunkt eingestellt. Der Hersteller gibt diesen mit 50 bis 55 Millimeter hinter der Nasenleiste an. Meine RYAN STA war mit diesen Angaben leicht kopflastig.

 

Der Tiefdecker überzeugt durch gutmütige Flugeigenschaften

Mit knapp 1.000 Millimetern Spannweite hat das Modell einen gewaltigen Vorteil: Es passt in jeden gängigen Kofferraum, ohne gleich die gesamte Rücksitzbank umbauen zu müssen und hat somit gleichzeitig echte Chancen, sich zu einem Feierabendflieger zu entwicklen. Für meinen Erstflug mit der RYAN hab ich mir einen windstillen Abend ausgesucht, wobei das Modell auch mit mäßigem Wind sicherlich kein Problem hätte. Dank stabilem Fahrwerk versuche ich den ersten Startvorgang direkt auf Gras. Und es funktioniert: STAUFENBIEL´s RYAN STA hebt bereits nach wenigen Metern ab und steigt kraftvoll in den Himmel. Die Flugeigenschaften des Tiefdeckers sind überraschend neutral und das Modell lässt sich fast wie ein Trainer steuern. Das Flugbild ist gigantisch. Endlich mal keine Mustang oder Spitfire - endlich mal ein echter Klassiker, den man tatsächlich selten auf dem Modellflugplatz antrifft. Dass das Modell tatsächlich aus EPP besteht ist im Flug nicht mehr zu erkennen. Die Verspannungen und die vielen kleinen angedeuteten Nieten am Rumpf verleihen der RYAN STA einen vorbildgetreuen Look.

Test: RYAN STA EP von STAUFENBIELEtwas Kunstflug ist mit der RYAN STA durchaus möglich: Rollen und Loopings sind kein Thema und selbst auf dem Rücken lässt sich das Modell einfach steuern. Das Seitenruder entpuppt sich als absolut wirkungslos und mehr als das Spornrad anzulenken hat es nicht zu bieten. Somit sind die interessanten Flugmanöver wie zum Beispiel Messerflug nicht möglich.

Aber wer will schon mit Kunstflug überzeugen? Die RYAN STA steht für langsame Überflüge in Augenhöhe. Hier entfaltet das Modell seine ganze Schönheit und begeistert sowohl mich wie auch die anderen Modellpiloten auf dem Platz. Und wenn man ganz genau hin hört: Das Pfeifen der Verstrebungen ist ganz leicht zu hören. Sagenhaft!

Die RYAN STA kann extrem langsam geflogen weren, bevor es modelltypisch zum Strömungsabriss kommt. Landeklappen sind in meinen Augen nicht notwendig. Demnach einfach ist der Landeanflug: Mit etwas Schleppgas wird das Modell an die Piste herangeführt und aufgesetzt. Fertig! Obwohl das Brushless-Antriebsset tatsächlich nur wenig mit Frischluft versogt wird, ist der Regler nach guten 15 Minuten Motorflug gerade einmal handwarm.

 

Mein Fazit

Mein erster positiver Eindruck von Qualität und Verarbeitung, wurde durch extrem gute Flugeigenschaften des Modells nochmals bestätigt. Die RYAN STA von STAUFENBIEL hat es faustdick hinter den Ohren - ähm hinter den Flächen. Das Preis/Leistungsverhältnis ist top, die Bedienungsanleitung verständlich und der Vorfertigungsgrad hoch. Viele Detaillösungen, wie zum Beispiel die aufwendigen Verstrebungen, verleihen dem Modell einen originalgetreuen Eindruck. Etwas Punktabzug gibts für die eindeutig zu kurzen Schrauben für das Ruderhorn am Seitenleitwerk. Trotzdem: STRAUFENBIEL`s RYAN STA hat mich begeistert. Mit dem vom Hersteller empfohlenen Akku sind Flugzeiten von bis zu 15 Minuten durchaus drin. Spinnt man etwas herum und reizt die Möglichkeiten des Modells aus, verkürzt sich die Flugzeit auf gute 10 Minuten.

Modellpiloten, die etwas Abstand von Warbirds und Cessnas brauchen, sollten zur neuen RYAN STA von STAUFENBIEL greifen!

 

 

Technische Daten:

• Spannweite: 1.000 mm
• Rumpflänge: 740 mm
• Gewicht: 670 g

 

Lieferumfang:

• Weitgehend vormontiertes Schaummodell
• Motor: 28 mm brushless 1.100Kv
• Regler: 20 A brushless
• Servos: 4x 9 Gramm

 

Wo kaufen?

Bezug: Online-Shop von STAUFENBIEL
Preis: 119,90 Euro (UVP)

 

 

 

 

Gut

• Ausgesprochen gute Verarbeitung
• Einfache Fertigstellung
• Gutmütige Flugeigenschaften
• Lange Flugzeit

 

Weniger gut

• Ruderhorn am Seitenleitwerk

 

Kontaktdaten Hersteller:

Gustav Staufenbiel GmbH
Hanskampring 9
22885 Barsbüttel
Telefon: 040/30061950
Email: info@modellhobby.de
Internet: http://www.modellhobby.de

 

 

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.6 (13 Bewertungen)

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