Fachmagazin
Test: TAXI SPORT II ARF von GRAUPNER
Ein Taxi befördert seine Gäste gemächlich von A nach B. Auf Sportlichkeit wird dabei eher wenig Wert gelegt. Ganz anderst sieht es beim neuen TAXI SPORT II von GRAUPNER aus. Der Name ist Programm und das Modell begeistert bereits beim Aufbau durch gute Verarbeitung und fortgeschrittenen Vorfertigungsgrad. Durch die ganz leichte V-Form der Tragflächen sind die Flugeigenschaften...doch ich fange ganz von vorne an.
GRAUPNER liefert sein TAXI SPORT II klassisch in Holzbauweise aus. Das Modell wird "nackt" für 199 Euro UVP über den Fachhandel angeboten. Dabei ist der Vorfertigungsgrad ARF-typisch und trotzdem hoch. Die einzelnen Komponenten überzeugen überwiegend durch eine grundsolide und hochwertige Verarbeitung. Rumpf, Tragflächenhälften und die Leitwerke sind mehrfarbig bespannt. Die dreifarbig lackierte Motorhaube besteht aus GFK.
Alle Ruder sind ab Hersteller fix und fertig angeschlagen und gesichert. Alles macht einen professionellen Eindruck. Zum Aufbau des Modells liegen alle benötigen Kleinteile wie Ruderanlenkungen, Räder, Gabelköpfe sowie Schrauben und Muttern mit bei. Die Montage- und Bedienungsanleitung beschreibt ausführlich die einzelnen Arbeitsschritte. Zusätzlich zum ARF-Bausatz werden vier Digitalservos der Standardgrösse und eine Antriebs-Lösung benötigt. Das TAXI SPORT II kann entweder mit einem modernen E-Antrieb oder mit einem Verbrenner betrieben werden. Für beide Antriebs-Optionen liegen die passenden Befestigungen übrigens dem Bausatz mit bei. Ich habe mich für die umweltfreundlichere Brushless-Lösung entschieden und greife zu den von GRAUPNER empfohlenen Komponenten, wobei mir bei 2.500 Gramm Abfluggewicht in Kombination mit Kunstflug der von GRAUPNER 45A-Regler auf den ersten Blick deutlich überfordert scheint. Wir werden sehen.
Trotz hoher Vorfertigung: Geübte Modellbauer sollten mindestens zwei bis drei Abende für den Aufbau des Modells einplanen. Querruder-Einsteiger und ARF-Neulinge benötigen wohl etwas länger und sollten sich unbedingt einen erfahrenen Modellpiloten zur Seite nehmen.
Begonnen wird der Zusammenbau des Modells mit den Tragflächen. Die Schächte für die beiden Querruder-Servos sind bereits vorgesehen und werden mittels Lötkolben oder Cutter-Messer lediglich von der Bespannung befreit. Die Digitalservos der Standardgrösse passen saugend in die Aussparung und werden mit vier Schrauben an die Fläche verschraubt. Zuvor wird das Servokabel verlängert und durch die Tragfläche gezogen. Beim Verlängern der Servokabel empfiehlt sich übrigens etwas Schrumpfschlauch zur Sicherung der Stecker/Buchse-Verbindungen. So wird ein ungewolltes Lösen verhindert. Wer möchte und den Aufwand nicht scheut, dem empfehle ich die Verlängerungen zu löten. Anschließend werden die Kunststoff-Ruderhörner an die Ruder geschraubt. Zuvor muss dafür die exakte Position mittels Geodreieck ermittelt und die Löcher zur Befestigung vorgebort werden. Die Schrauben zur Befestigung der Ruderhörner sind etwas zu lang und können mit einem Seitenschneider bequem nach Montage gekürzt werden.
Seiten- und Höhenleitwerk sind aus 4-kant Balsa aufgebaut und werden mit dem Rumpf verklebt. Man kann hier entweder zu 5-min Epoxy oder besser zu Weissleim greifen - letzteres ist zu empfehlen. Zuvor werden jedoch die Leitwerke "trocken" in den Rumpf gesteckt und die Kanten markiert. Anschließend wird mittels Teppichmesser die Folie an der Klebefläche entfernt. Beim Aushärten sollte darauf geachtet werden, dass sich Seiten- und Höhenleitwerk im rechten Winkel befinden. Dies ist ausschlaggebend für exakte Flugeigenschaften. Der Spornrad-Satz besteht aus einem Kunststoff-Träger, der mittels Schrauben am Rumpf befestigt wird. Über den Federstahldraht wird das Spornrad mit dem Seitenruder verbunden.
Das empfohlene Antriebskonzept hat Schwachstellen
Das Höhenruder ist übrigens zweigeteilt und wird mittels zweier Bowdenzüge über ein Zentralstück angelegt. Die Servos für Seiten- und Höhenruder sitzen im Rumpfmittelteil und werden auf eine Trägerplatte aus Sperrholz montiert. Kommt ein Verbrenner zum Einsatz, sitz hier zusätzlich das Gas-Servo. Die Befestigung der Bowdenzüge am Abtriebshebel der Servos ist vorbildlich gelöst und die Nullstellung der Servos lässt sich spielfrei einstellen.
Das Hauptfahrwerk besteht aus zwei Aluminium-Grundträgern, welche jeweils durch zwei Schrauben am Rumpf befestigt werden. Die Einschlagmuttern sind übrigens bereits ab Hersteller montiert. Die Montage des Fahrwerks ist aufwendig und die Einzelteile könnten deutlich mehr Passgenauigkeit vertragen.
So sind die Alu-Grundträger unten etwas zu weit abgekantet, so dass die Radverkleidung nach der Montage nicht gerade, sondern leicht nach aussen neigt. Dies hat auf die Funktion selbstverständlich keinerlei Einfluss, sieht nur etwas unschön aus. Hinzu kommt, dass die Radwellen deutlich zu lang sind und gekürzt werden mussten, denn so passen die Radschuhe nicht über die Räder.
Auch die Qualität der Schrauben und Scheiben zur Fahrwerksbefesteigung könnten deutlich hochwertiger ausfallen. Ein Fahrwerk aus CFK würde dem sonst sehr hochwertigen TAXI SPORT II sicherlich gut tun. Trotz aller Kritik macht das Alufahrwerk einen stabilen Eindruck und wird Starts und Landungen auf Graspisten durchaus Stand halten. Die Räder sind in roten Radschuhen eingepackt.
Aufwändig ist die Montage des Brushless-Motors, da hier aus einem Aluminiumrohr 4 gleich lange Stücke geschnitten werden müssen, welche dann mittels vier Schrauben mit dem Motorspant verschraubt werden. Motorzug und Sturz werden durch den Motorspant am Rumpf vorgegeben. Wer also ungenau arbeitet, hat ein Problem und warum GRAUPNER nicht gleich vier Alu-Stücke beilegt ist fraglich. Die ganze Antriebseinheit kommt mir grundsätzlich etwas "schwammig" vor. Angefangen mit dem von GRAUPNER empfohlenen 45A-Regler, der mir bereits auf der Werkbank Kopfzerbrechen bereitet, geht es weiter mit der Luftschraube. Mit 16x10" verfügt der Propeller nicht nur über einen extrem großen Durchmesser: Der Abstand von Propellerspitze zur Piste beträgt gerade mal 2,5 Zentimeter. Zudem verfügt die Propellernabe über einen deutlich größeren Innendurchmesser als die Welle. Wer hierzu eine schnelle Lösung sucht, dem hilft ein dünnes Klebeband, welches um die Motorwelle gewickelt wird, bis der Propeller passgenau mittig zentriert ist. Professioneller und klar zu empfehlen ist eine Hülse zwischen Welle und Propeller. Man muss sich nur zu Helfen wissen, trotzdem darf das bei einem Serien-Modell so nicht vorkommen, denn ungeübte Modellbauer, die diesem Punkt beim Bau nicht für wichtig einschätzen, könnten durch Vibrationen schnell Probleme bekommen und der Motor reißt sich los. Die Folgen sind klar.
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Das Modell beschleunigt schnell auf Endgeschwindigkeit
Die geteilten Tragflächen sind in Holm-Rippen-Bauweise aufgebaut und werden mit einem 20 Millimeter Aluminiumrohr an den Rumpf gesteckt. Zwei Nylonschrauben je Seite sichern die Flächen. Diese Art der Tragflächenbefestigung kommt auch bei Großmodellen zum Einsatz. CFK-Rohre in den Flächen nehmen die auftretenden Belastungen auf. Mit einer Spannweite von immerhin 1.600 Millimetern wird sich mancher Kombi schwer tun und die Demontage der Flächen zum Transport auf den Flugplatz ist nicht aufwendigt.
Der Rumpfdeckel ist gleichzeitig die Kabinenhaube. Wird dieser entfernt, erhält man Zugriff auf alle Komponenten. Im Rumpfinnern ist genügend Platz für Regler, Akku und Empfänger. Der Schwerpunkt befindet sich ca. 90 Millimeter hinter der Nasenleiste und wird durch Verschieben des Lipos ausgewogen. Die Kabinenhaube ist übrigens das Sahnestück am Modell: Ab Hersteller sitzt unter der durchsichtigen Kanzel bereits ein Pilot. Mittels zwei Nylonschrauben wird die Haube am Rumpf gesichert.
Für meinen Erstflug habe ich mir einen windstillen Abend mit frisch gemähter Piste ausgesucht. Vorweg: Das TAXI SPORT II von GRAUPNER fliegt hervorragend. Das Modell beschleunigt sehr schnell auf Endgeschwindigkeit und hebt mit leichtem Ziehen am Höhenruder ab. Das Modell fliegt sich absolut neutral. Flugeigenschaften, die sonst nur von alten RC1 und heutigen F3A-Modellen her bekannt sind, machen das TAXI SPORT II zu einem durchtrainierten Allrounder. Nur leichte Trimmkorrekturen waren notwendig. Mit dem TAXI SPORT II lassen sich alle möglichen und unmögliche Figuren fliegen: Zum Beispiel endloser Messerflug ohne Tendenz in eine Richtung rauszudrehen. Mit dem von GRAUPNER empfohlenen Brushless-Motor ist sogar ein Steigen im Messerflug möglich. Rollen kommen bei den von mir eingestellten Ruderausschlägen sehr direkt, wobei ich anmerken muss dass ich immer die mechanisch maximal möglichen Ausschläge fliege, um gerissene und gestossene Rollen auch bei geringen Fluggeschwindigkeiten ausführen zu können. Der vom Hersteller angegebene Schwerpunkt mit der bereits vorgegebenen EWD passt perfekt.
Mein Fazit
Meine am Anfang bereits erwähnten Befürchtungen zum 45A-Regler waren nicht ganz unbegründet. Das vom Hersteller empfohlene Antriebskonzept mit 3S reicht für normalen Rundflug sicherlich aus. Doch reizt man alle Flugfiguren aus und jagt das TAXI SPORT II sprichwörtlich über den Platz, wird es ganz schön eng. Mit einem gemessenen max. Strom von teilweise über 45A ist der Regler deutlich überfordert. Für alle die mit ihrem TAXI SPORT II tatsächlich "extrem" unterwegs sein möchten, empfehle ich mindestens einen 70A-Regler und ein 4S Lipo ab 3.300mAh. Dann macht das TAXI SPORT II auf alle Fälle jede Blödelei mit und vor allen Dingen süchtig! Das Modell ist ein idealer Partner um mit Querruder zu beginnen. Aber auch fortgeschrittene Modellpiloten werden die gutmütigen und zugleich dynamischen Flugeigenschaften des ARF-Modells schätzen. Trotz einiger Kritikpunkte und klaren Mängel am Baukasten: Absolute Kaufempfehlung mit wenig Punktabzug!
Technische Daten:• Spannweite: 1.600mm
Im Modell verbaute Komponenten:• 4x Graupner Digitalservo DES 807 BB MG Features:• ARF-Kunstflugtrainer (Almost Ready to Fly)
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• Sehr gute Flugeigenschaften
• Empfohlenes Antriebskonzept mit Schwachstellen
Wo kaufen?Bezug: Fachhandel
Kontaktdaten des Herstellers:Graupner GmbH & Co. KGHenriettenstraße 94-96 73230 Kirchheim/Teck Telefon: 07021 722-0 Fax: 07021 722-200 Email: info@graupner.de Internet: http://www.graupner.de
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Ein Taxi befördert seine Gäste gemächlich von A nach B. Auf Sportlichkeit wird dabei eher wenig Wert gelegt. Ganz anderst sieht es beim neuen TAXI SPORT II von GRAUPNER aus. Der Name ist Programm und das Modell begeistert bereits beim Aufbau durch gute Verarbeitung und fortgeschrittenen Vorfertigungsgrad. Durch die ganz leichte V-Form der Tragflächen sind die Flugeigenschaften...doch ich fange ganz von vorne an.
GRAUPNER liefert sein TAXI SPORT II klassisch in Holzbauweise aus. Das Modell wird "nackt" für 199 Euro UVP über den Fachhandel angeboten. Dabei ist der Vorfertigungsgrad ARF-typisch und trotzdem hoch. Die einzelnen Komponenten überzeugen überwiegend durch eine grundsolide und hochwertige Verarbeitung. Rumpf, Tragflächenhälften und die Leitwerke sind mehrfarbig bespannt. Die dreifarbig lackierte Motorhaube besteht aus GFK.
Alle Ruder sind ab Hersteller fix und fertig angeschlagen und gesichert. Alles macht einen professionellen Eindruck. Zum Aufbau des Modells liegen alle benötigen Kleinteile wie Ruderanlenkungen, Räder, Gabelköpfe sowie Schrauben und Muttern mit bei. Die Montage- und Bedienungsanleitung beschreibt ausführlich die einzelnen Arbeitsschritte. Zusätzlich zum ARF-Bausatz werden vier Digitalservos der Standardgrösse und eine Antriebs-Lösung benötigt. Das TAXI SPORT II kann entweder mit einem modernen E-Antrieb oder mit einem Verbrenner betrieben werden. Für beide Antriebs-Optionen liegen die passenden Befestigungen übrigens dem Bausatz mit bei. Ich habe mich für die umweltfreundlichere Brushless-Lösung entschieden und greife zu den von GRAUPNER empfohlenen Komponenten, wobei mir bei 2.500 Gramm Abfluggewicht in Kombination mit Kunstflug der von GRAUPNER 45A-Regler auf den ersten Blick deutlich überfordert scheint. Wir werden sehen.
Trotz hoher Vorfertigung: Geübte Modellbauer sollten mindestens zwei bis drei Abende für den Aufbau des Modells einplanen. Querruder-Einsteiger und ARF-Neulinge benötigen wohl etwas länger und sollten sich unbedingt einen erfahrenen Modellpiloten zur Seite nehmen.
Begonnen wird der Zusammenbau des Modells mit den Tragflächen. Die Schächte für die beiden Querruder-Servos sind bereits vorgesehen und werden mittels Lötkolben oder Cutter-Messer lediglich von der Bespannung befreit. Die Digitalservos der Standardgrösse passen saugend in die Aussparung und werden mit vier Schrauben an die Fläche verschraubt. Zuvor wird das Servokabel verlängert und durch die Tragfläche gezogen. Beim Verlängern der Servokabel empfiehlt sich übrigens etwas Schrumpfschlauch zur Sicherung der Stecker/Buchse-Verbindungen. So wird ein ungewolltes Lösen verhindert. Wer möchte und den Aufwand nicht scheut, dem empfehle ich die Verlängerungen zu löten. Anschließend werden die Kunststoff-Ruderhörner an die Ruder geschraubt. Zuvor muss dafür die exakte Position mittels Geodreieck ermittelt und die Löcher zur Befestigung vorgebort werden. Die Schrauben zur Befestigung der Ruderhörner sind etwas zu lang und können mit einem Seitenschneider bequem nach Montage gekürzt werden.
Seiten- und Höhenleitwerk sind aus 4-kant Balsa aufgebaut und werden mit dem Rumpf verklebt. Man kann hier entweder zu 5-min Epoxy oder besser zu Weissleim greifen - letzteres ist zu empfehlen. Zuvor werden jedoch die Leitwerke "trocken" in den Rumpf gesteckt und die Kanten markiert. Anschließend wird mittels Teppichmesser die Folie an der Klebefläche entfernt. Beim Aushärten sollte darauf geachtet werden, dass sich Seiten- und Höhenleitwerk im rechten Winkel befinden. Dies ist ausschlaggebend für exakte Flugeigenschaften. Der Spornrad-Satz besteht aus einem Kunststoff-Träger, der mittels Schrauben am Rumpf befestigt wird. Über den Federstahldraht wird das Spornrad mit dem Seitenruder verbunden.
Das empfohlene Antriebskonzept hat Schwachstellen
Das Höhenruder ist übrigens zweigeteilt und wird mittels zweier Bowdenzüge über ein Zentralstück angelegt. Die Servos für Seiten- und Höhenruder sitzen im Rumpfmittelteil und werden auf eine Trägerplatte aus Sperrholz montiert. Kommt ein Verbrenner zum Einsatz, sitz hier zusätzlich das Gas-Servo. Die Befestigung der Bowdenzüge am Abtriebshebel der Servos ist vorbildlich gelöst und die Nullstellung der Servos lässt sich spielfrei einstellen.
Das Hauptfahrwerk besteht aus zwei Aluminium-Grundträgern, welche jeweils durch zwei Schrauben am Rumpf befestigt werden. Die Einschlagmuttern sind übrigens bereits ab Hersteller montiert. Die Montage des Fahrwerks ist aufwendig und die Einzelteile könnten deutlich mehr Passgenauigkeit vertragen.
So sind die Alu-Grundträger unten etwas zu weit abgekantet, so dass die Radverkleidung nach der Montage nicht gerade, sondern leicht nach aussen neigt. Dies hat auf die Funktion selbstverständlich keinerlei Einfluss, sieht nur etwas unschön aus. Hinzu kommt, dass die Radwellen deutlich zu lang sind und gekürzt werden mussten, denn so passen die Radschuhe nicht über die Räder.
Auch die Qualität der Schrauben und Scheiben zur Fahrwerksbefesteigung könnten deutlich hochwertiger ausfallen. Ein Fahrwerk aus CFK würde dem sonst sehr hochwertigen TAXI SPORT II sicherlich gut tun. Trotz aller Kritik macht das Alufahrwerk einen stabilen Eindruck und wird Starts und Landungen auf Graspisten durchaus Stand halten. Die Räder sind in roten Radschuhen eingepackt.
Aufwändig ist die Montage des Brushless-Motors, da hier aus einem Aluminiumrohr 4 gleich lange Stücke geschnitten werden müssen, welche dann mittels vier Schrauben mit dem Motorspant verschraubt werden. Motorzug und Sturz werden durch den Motorspant am Rumpf vorgegeben. Wer also ungenau arbeitet, hat ein Problem und warum GRAUPNER nicht gleich vier Alu-Stücke beilegt ist fraglich. Die ganze Antriebseinheit kommt mir grundsätzlich etwas "schwammig" vor. Angefangen mit dem von GRAUPNER empfohlenen 45A-Regler, der mir bereits auf der Werkbank Kopfzerbrechen bereitet, geht es weiter mit der Luftschraube. Mit 16x10" verfügt der Propeller nicht nur über einen extrem großen Durchmesser: Der Abstand von Propellerspitze zur Piste beträgt gerade mal 2,5 Zentimeter. Zudem verfügt die Propellernabe über einen deutlich größeren Innendurchmesser als die Welle. Wer hierzu eine schnelle Lösung sucht, dem hilft ein dünnes Klebeband, welches um die Motorwelle gewickelt wird, bis der Propeller passgenau mittig zentriert ist. Professioneller und klar zu empfehlen ist eine Hülse zwischen Welle und Propeller. Man muss sich nur zu Helfen wissen, trotzdem darf das bei einem Serien-Modell so nicht vorkommen, denn ungeübte Modellbauer, die diesem Punkt beim Bau nicht für wichtig einschätzen, könnten durch Vibrationen schnell Probleme bekommen und der Motor reißt sich los. Die Folgen sind klar.
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Die geteilten Tragflächen sind in Holm-Rippen-Bauweise aufgebaut und werden mit einem 20 Millimeter Aluminiumrohr an den Rumpf gesteckt. Zwei Nylonschrauben je Seite sichern die Flächen. Diese Art der Tragflächenbefestigung kommt auch bei Großmodellen zum Einsatz. CFK-Rohre in den Flächen nehmen die auftretenden Belastungen auf. Mit einer Spannweite von immerhin 1.600 Millimetern wird sich mancher Kombi schwer tun und die Demontage der Flächen zum Transport auf den Flugplatz ist nicht aufwendigt.
Der Rumpfdeckel ist gleichzeitig die Kabinenhaube. Wird dieser entfernt, erhält man Zugriff auf alle Komponenten. Im Rumpfinnern ist genügend Platz für Regler, Akku und Empfänger. Der Schwerpunkt befindet sich ca. 90 Millimeter hinter der Nasenleiste und wird durch Verschieben des Lipos ausgewogen. Die Kabinenhaube ist übrigens das Sahnestück am Modell: Ab Hersteller sitzt unter der durchsichtigen Kanzel bereits ein Pilot. Mittels zwei Nylonschrauben wird die Haube am Rumpf gesichert.
Für meinen Erstflug habe ich mir einen windstillen Abend mit frisch gemähter Piste ausgesucht. Vorweg: Das TAXI SPORT II von GRAUPNER fliegt hervorragend. Das Modell beschleunigt sehr schnell auf Endgeschwindigkeit und hebt mit leichtem Ziehen am Höhenruder ab. Das Modell fliegt sich absolut neutral. Flugeigenschaften, die sonst nur von alten RC1 und heutigen F3A-Modellen her bekannt sind, machen das TAXI SPORT II zu einem durchtrainierten Allrounder. Nur leichte Trimmkorrekturen waren notwendig. Mit dem TAXI SPORT II lassen sich alle möglichen und unmögliche Figuren fliegen: Zum Beispiel endloser Messerflug ohne Tendenz in eine Richtung rauszudrehen. Mit dem von GRAUPNER empfohlenen Brushless-Motor ist sogar ein Steigen im Messerflug möglich. Rollen kommen bei den von mir eingestellten Ruderausschlägen sehr direkt, wobei ich anmerken muss dass ich immer die mechanisch maximal möglichen Ausschläge fliege, um gerissene und gestossene Rollen auch bei geringen Fluggeschwindigkeiten ausführen zu können. Der vom Hersteller angegebene Schwerpunkt mit der bereits vorgegebenen EWD passt perfekt.
Mein Fazit
Meine am Anfang bereits erwähnten Befürchtungen zum 45A-Regler waren nicht ganz unbegründet. Das vom Hersteller empfohlene Antriebskonzept mit 3S reicht für normalen Rundflug sicherlich aus. Doch reizt man alle Flugfiguren aus und jagt das TAXI SPORT II sprichwörtlich über den Platz, wird es ganz schön eng. Mit einem gemessenen max. Strom von teilweise über 45A ist der Regler deutlich überfordert. Für alle die mit ihrem TAXI SPORT II tatsächlich "extrem" unterwegs sein möchten, empfehle ich mindestens einen 70A-Regler und ein 4S Lipo ab 3.300mAh. Dann macht das TAXI SPORT II auf alle Fälle jede Blödelei mit und vor allen Dingen süchtig! Das Modell ist ein idealer Partner um mit Querruder zu beginnen. Aber auch fortgeschrittene Modellpiloten werden die gutmütigen und zugleich dynamischen Flugeigenschaften des ARF-Modells schätzen. Trotz einiger Kritikpunkte und klaren Mängel am Baukasten: Absolute Kaufempfehlung mit wenig Punktabzug!
Technische Daten:• Spannweite: 1.600mm
Im Modell verbaute Komponenten:• 4x Graupner Digitalservo DES 807 BB MG Features:• ARF-Kunstflugtrainer (Almost Ready to Fly)
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• Sehr gute Flugeigenschaften
• Empfohlenes Antriebskonzept mit Schwachstellen
Wo kaufen?Bezug: Fachhandel
Kontaktdaten des Herstellers:Graupner GmbH & Co. KGHenriettenstraße 94-96 73230 Kirchheim/Teck Telefon: 07021 722-0 Fax: 07021 722-200 Email: info@graupner.de Internet: http://www.graupner.de
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